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Die Pferde-Rennbahn in Iffezheim
Die Iffezheimer Rennbahn gilt als eine der
schönsten Rennbahnen der Welt, im Renndorf neben der Kur- und Bäderstadt
Baden Baden finden drei Mal im Jahr Internationale Galopprennen statt. Das
Iffezheimer Frühjahrsmeeting findet in der zweiten Mai-Hälfte, die Grosse Woche
Ende August, Anfang September und das Sales & Racing Festival im Oktober statt.
Dann wird die Internationale Galopprennbahn in
Iffezheim mit Rennen wie der „Grossen Woche“ oder dem „Grossen
Mercedes-Benz-Preis von Baden“ wieder für eine Woche zum Mekka des
internationalen Galopprennsports
Rennbahnfrühstück - Brunch auf der Rennbahn
Auf der Clubplatz Terrasse gibt es während der Rennwoche jeden Morgen von 7 bis
10 Uhr das traditionelle Rennbahnfrühstück. Es empfiehlt sich allerdings schon
um 7:30 da zu sein.
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Die Errichtung einer Pferderennbahn in
Iffezheim geht auf eine Initiative vom Pächter der Spielbank Baden-Baden,
Edouard Oscar Bénazet (der am 1.09.1851 die
Ehrenbürgerschaft der Stadt
Baden-Baden erhielt) zurück. Der clevere Geschäftsmann beschäftigte sich schon
1855 mit der Idee einer Rennanlage, der Gönner der Stadt Baden-Baden suchte eine
weitere Attraktion, passend zur Spielbank um betuchte Menschen in die Stadt an
der Oos zu locken.
Vom Rennbahnfieber infiziert wurde Bénazet von
seinem Freund dem Herzog von Morny, der selbst Rennpferde züchtete. Als dann der
Herzog auf seinem Gelände in Paris die Rennbahn Longchamp eröffnete stand für
den Baden-Badener Spielbank Pächter der Entschluss für eine Rennbahn in
Baden-Baden fest.
Bénazet fand mit Großherzog Friedrich I.,
später auch mit König Wilhelm von Preußen (später Kaiser Wilhelm I.) begeisterte
Mitstreiter. Kaiser Wilhelm I. war mit seiner Gattin Kaiserin Augusta über 40
Jahre regelmäßiger Gast in Baden-Baden und der Rennbahn. Vor der
Trinkhalle
steht heute noch eine Büste von Kaiser Wilhelm I die vom Bildhauer Joseph von
Kopf gefertigt wurde.
Da in unmittelbarer Nähe der Stadt Baden-Baden
nicht genügend Platz zur Verwirklichung des ehrgeizigen Projekts zur Verfügung
stand, wurde im nahen Umland nach passendem Gelände gesucht. Bénazet selbst war
es, der im nahen Iffezheim ein ideales Gelände fand, mit der Gemeinde
Iffezheim war man sich schnell einig und ein Pachtvertrag wurde geschlossen. In
kurzer Zeit entstanden 1857 für rund 300.000 Francs die notwendigen Anlagen mit
Bahn, Tribünen für hohe Herrschaften und einfacheres Publikum sowie die nötigen
sportlichen Einrichtungen.
Der Platz des einfachen Volkes in Iffezheim
war übrigens auch schnell gefunden, im der Rennbahn gegenüberliegenden Kappelenberg
findet sich so die "Tribüne des einfachen Volkes". Bald hatten das auch die
geschäftigen Badener erkannt und eine ganze Schar "Fliegender Händler" bot hier
seine Waren feil.
Schwieriger war es, die Rennen mit geeigneter
deutscher Beteiligung zu füllen, es gab in ganz Deutschland keine geeigneten
Rennpferde die für die laufenden Flachrennen geeignet waren. Am 5. September
1858 sollten die ersten Rennen laufen, das für das Eröffnungsmeeting geplante
Rennen mit ausschließlich deutscher Beteiligung "Prix de la Conféderation
Germanique" musste so mangels Nennung ausfallen. Einzig bei Hürden und
Jagdrennen kamen deutsche Reiter zum Start, hier gab es, bedingt durch schon
damals abgehaltene Offiziersrennen eine sportliche Tradition in Deutschland.
Daraus hervorgegangen ist das bekannte "Alte Badener Jagdrennen". Die erste
Siegerin im Preis vom Schloss Favorite war die Stute AMAZONE, was allerdings
keine große Tat war, denn sie lief das Rennen ganz alleine. Das
Eröffnungs-Meetings umfasste drei Renntage. Höhepunkt war der Sieg der dreijährigen
Stute LA MALADETTA des Monsieurs A. Lupin im Grossen Preis von Baden.
Für das erste Meeting wurden von Bénazet
insgesamt 50.000 Francs gestiftet, das Rennereignis in Iffezheim war ein großer
Erfolg und die Rennsportbegeisterte Welt war begeistert.
Das Fehlen geeigneter Pferde deutscher Zucht
hatte den Aufstieg der Iffezheimer Rennveranstaltungen mit internationalem Ruf
und Meetings natürlich gefördert, besonders die großen und erfolgreichen
Rennställe in Frankreich schickten ihre besten Pferde um die Preisgelder wie
beim damals schon laufenden "Großen Preis von Baden", bei dem es Anfangs
14.000 Francs, später sogar 100.000 Francs zu kassieren gab.
Bald waren die Renntage bei der vornehmenden
und eleganten, selbstverständlich vermögenden Gesellschaft aus aller Welt
unbedingtes Muss, die "Große Woche" in Iffezheim zog das Publikum nach
Baden-Baden, auf der Rennbahn liefen nicht nur die Pferde um die Wette, auch
Hüte, Handtaschen, Kleider und Schuhe wollen gezeigt und bewundert sein.
Begleitet wurden die Rennwochen auch in Baden-Baden bei Veranstaltungen und
Bällen im
Conversationshaus, italienischen Nächten und Blumenkorsos in der
Lichtentaler Allee. Baden-Badens Ruf der "Sommerhauptstadt" Europas wird in
diesen Tagen gegründet.
Im Jahr 1871 gab es in Iffezheim erstmals ein
großes Internationales Taubenschießen, mit Preisen von bis zu 6.000 Francs. Das
Taubenschießen wurde aber schon 1882 aus Tierschutzgründen gesetzlich verboten.
Der Deutsch-Französische Krieg und die
Schließung der Spielbank 1872 hätte beinahe das Ende der Rennwochen bedeutet,
ein Weg wurde gesucht, die Finanzierung der Iffezheimer Rennen zu erhalten. Es
waren vor allem die Unterstützung Kaiser Wilhelms, des Großherzogs, des Fürsten
von Fürstenberg, des Herzogs von Hamilton und vieler weiterer edler Herren die
eine Weiterführung der Pferderennen ermöglichten. Im Herbst 1872, in den letzten
Tagen der Rennen wurde ein Ruf zur Gründung eines Internationalen Clubs gehört,
mit einem Kapital von 300.000 Mark wurde eine AG gegründet, die später in einen Verein umgewandelt wurde. Die Anlage, Gelände und Gebäude wurden der AG vom
Staat kostenlos überlassen. Zur Finanzierung sollten die Eintrittsgelder
verwendet werden, auch wurde eine Lotterie, die hauptsächlich aus Sachpreisen,
Erzeugnissen der Schwarzwälder und Pforzheimer Schmuckindustrie bestand ins Leben
gerufen. In den ersten Jahren klappte das wunderbar, dann 1884 musste erstmals
die Stadt Baden-Baden mit Geldern unterstützend tätig werden. Unter dem
damaligen Oberbürgermeister und heutigem Ehrenbürger der Stadt wurden 50.000
Mark bewilligt.
Nachdem in den 1880er und ersten 1890er Jahren
die Umsätze und Zahl der beteiligten Rennpferde zurück gingen, war es dem
langjährigem Präsidenten des Internationalen Clubs, dem Prinzen Hermann zu
Sachsen-Weimar zu verdanken, dass es wieder aufwärts ging. Großen Anteil an der
Erhöhung der Besucherzahlen war der Eisenbahn zu verdanken, die jetzt auch
Iffezheim anfuhr.
1899 wurde der Bau einer 45.000 Mark teuren
Berieselungsanlage für das Iffezheimer Geläuf beschlossen. Für die Damen der
Clubgesellschaft wird der Bau einer Teehalle zwischen Club- und Fürstentribüne
in Angriff genommen. 1913 konnte eine große Tribüne gebaut werden, um die
steigenden Besucherzahlen aufzunehmen. Seit 2003 steht übrigens Bernhard Prinz
von Baden an der Spitze des Internationalen Clubs.
Auch wenn die letzte Badener Rennwoche 1913 ein
großer Erfolg wird, der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) beendet die
Aufschwungsphase in Iffezheim.
Am 26. August 1921 kann unter schwierigsten Bedingungen wieder ein Rennen in
Iffezheim durchgeführt werden. Den Grossen Preis von Baden gewinnt OSSIAN mit
Otto Schmidt. "Otto-Otto" ist damit der erste deutsche Jockey, der im Grossen
Preis den Sieger über die Ziellinie bringt.
1933 wird die Spielbank wieder eröffnet, eine Ausnahmegenehmigung macht das
Glückspiel wieder möglich. Die Gelder der Spielbank hilft bei der Finanzierung
der Rennen, da ein Teil der Einkünfte aus dem Spielbetrieb dem Rennverein
zufließt.
Kurz vor dem 1939 stattfindenden deutschen
Einmarsch in Polen findet im Iffezheimer Renndorf noch einmal eine Rennwoche
statt. 1940 fallen die Rennen aus, 1941 gibt es nur vier Renntage und von 1942
bis 1944 werden die Iffezheimer Rennen nach Berlin-Hoppegarten verlagert.
Nachdem die Franzosen 1947 schon Offiziersrennen durchgeführt haben, wird die
Beschlagnahme der Iffezheimer Bahn am 15. Oktober 1949 aufgehoben. Kurz danach
darf der Club auch wieder seinen Namen "Internationaler Club" führen.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung startet am 24. August 1951 wieder eine
Rennwoche in Iffezheim, ein dreitägiges Meeting beginnt.
Mit den 1963 erstmals durchgeführten Jährlingsauktionen gibt es eine neue
Attraktion und einen neuen bedeutenden "Marktplatzes in Sachen Vollblut" in der
Bundesrepublik.
Das erste, drei Tage umfassende Frühjahrs-Meeting wird 1972 aus der Taufe
gehoben.
1974 werden so viele Pferde beim Grossen Preis von Baden gemeldet, das das
Rennen erstmals in seiner langen Geschichte in zwei Abteilungen gelaufen wird,
MARDUK und der französische Gast MEAUTRY sind die Gewinner.
Für große Aufregung sorgte 1980 Francesca
Pflüger, die als erste Frau in einem Gruppe I - Rennen in Iffezheim, dem Grossen
Preis von Baden, mitreiten durfte und am Ende Platz acht belegte.
Das Frühjahrs-Meeting und Juni-Meeting werden im Jahr 1985 auf ein sechs
Renntage umfassendes Frühjahrs-Meeting zusammengefasst.
Der Internationale Club beginnt 1998 eine internationale Partnerschaft mit dem
Rennverein in Meran, Italien.
2004 wird die Bénazet-Tribüne eingeweiht, die
Einführung des dreitägigen Sales & Racing Festivals findet im Oktober statt. Der
traditionsreiche Preis der Winterkönigin wird ab sofort in Iffezheim
entschieden.
Weltstar Elton John gibt 2007 ein Open Air-Konzert auf dem Iffezheimer
Rennplatz, der Rennverein will so zusätzliche Einnahmen zur Stärkung der Rennen
gewinnen.
Im Jahr 2008 konnte das 150-jährigen Bestehen
der Iffezheimer Galopprennbahn und Galopprennen gefeiert werden. Heute werden
vor den Toren Baden-Badens drei Meetings im Jahr veranstaltet mit insgesamt 15
Renntagen und 13 Gruppe-Rennen. Darüber hinaus gibt es Open Air-Konzerte, wie
z.B. mit Peter Maffay und Udo Jürgens und Chris de Burgh,
Events, Messen und Feiern. So kommen jährlich mehr als eine Viertel Million
Menschen auf den Rennplatz Iffezheim.
Präsidenten des Internationalen Clubs seit 1872
1872-1884 S. D. Carl Egon Fürst zu Fürstenberg
1884-1901 S. H. Hermann Prinz zu Sachsen-Weimar
1902-1903 S. D. Max Egon Fürst zu Fürstenberg
1908-1909 Engelbert Graf von Fürstenberg-Herdringen
1909-1914 S. D. Hans Prinz zu Hohenlohe-Oehringen
1920-1936 Carl Freiherr von Venningen-Ullner
1936-1937 Richard Haniel
1938-1947 Dr. Otto von Blanquet
1947-1955 Rudolf Graf von Spreti
1956-1967 S. D. Eugen Fürst zu Oettingen-Wallerstein
1967-1989 S. D. Carl Friedrich Fürst zu Oettingen-Wallerstein
1989-2003 S. H. Hartmann Freiherr von Richthofen
seit 2003 Bernhard S.K.H. Prinz von Baden
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