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Seine Recherchen nach einem neuen
Betätigungsfeld führten den Franzosen nach Baden-Baden, wo sein
Landsmann Antoine Chabert (1774 - 1850) im damaligen Konversationshaus (heute
Kurhaus) einen nur noch bis
zum Oktober 1837 laufenden Pachtvertrag besaß. Seine Pacht betrug
damals 29.000 Gulden im Jahr, zahlbar
jeweils vor Beginn der Saison. Antoine Chabert
war, was weniger bekannt ist auch Inhaber
der Spielbanken Wiesbaden, Ems,
Langen-schwalbach und Schlangenbad.
Bénazet der als Experte
für das Roulettespiel und sein Organisationstalent bekannt war konnte
mit einer beein-druckenden Bewerbung, er bot 100.000 Gulden zum Einstand
und je 45.000 Gulden für jedes der 15 Jahre Pacht das Großherzogliche Ministerium
überzeugen, insbesondere Großherzog Leopold war vom Franzosen Jacques Bénazet,
der dem Großherzogtum so erhebliche Einnahmen versprach überaus angetan.
Er profitierte dabei auch vom frühen Tod von Joseph Antoine Chabert, dem
ältesten Sohn von Antoine Chabert, der bei einem Reitunfall in Paris am
25.01.1838 ums Leben kam. Sein Sohn sollte nach Chaberts Wunsch die
weitere Leitung der Badener Spielbank übernehmen.
Jacques Bénazet erhielt wie schon zuvor
Antoine Chabert, der sich nach diesem
Schicksalsschlag von seinen Geschäften
komplett zurück zog, einen Pachtvertrag über 15
Jahre.
Bénazet stellte sich dabei als echter Glücksfall
für die Kurstadt, in der zum damaligen Zeitpunkt ca. 5600 Menschen
lebten heraus. Sein Bestreben die
Attraktivität der Kurstadt zu erhöhen
beschränkt sich nicht nur auf das Casino an
dem er schon im Winter 1838
Verschönerungen und Erweiterungen vornahm. Bénazet
der allenfalls ein gebrochenes Deutsch
sprach, verpasste der Stadt insgesamt ein
französisches Flair.
Der gewitzte
Geschäftsmann lud auf eigene Kosten Journalisten und bekannte Künstler
aus Paris für Theateraufführungen nach Baden-Baden und stattete sie
sogar mit dem für die Spielbank notwendigen Kleingeld aus. Es dauerte nur wenige
Jahre und Baden-Baden wurde zu "Faubourg de
Paris", einer
französischen Stadt, das Badeblatt (heute Badisches Tageblatt), Hotels samt Speisekarten
(in fast allen Hotels, die was auf sich
hielten) erschienen in französischer
Sprache, Kleidung, Haarschnitt ja sogar die
Sprache wurde Französisch.
Dem für den
"Siècle" schreibenden Eugène Guinot lässt er
1845 für 60.000 Franc "Ein Sommer in
Baden-Baden" schreiben. Die Schrift, die in
deutsch, französisch und englisch
veröffentlicht wird, kann so als frühes
Werbeprospekt bezeichnet werden, zumal die
Gästezahlen in den kommenden Jahren
anstiegen. So wurden im Jahr 1809 insgesamt
1876 Gäste gezählt, im Jahr 1843 waren es
schon 23.828 Gäste in der Kurstadt.
Bénazet wird auch der Ausbau der
Lichtentaler Allee,
den er wohl größtenteils aus eigener Tasche bezahlt hat, der
Finanzierung des Kurorchesters wie vieler weiterer Einrichtungen verdankt.
So überwies er Teile der Einnahmen bei
Veranstaltungen im Conversationshaus oder
die Einnahmen aus Feuerwerk und
Festkonzerten zum Jährlichen Geburtstag des
Großherzogs an die Stadtkasse damit diese
Rücklagen für den Bau eines Krankenhauses
anlegen konnte.
Mit den
Mitteln der Spielbankabgabe konnte die
Kurstadt
Baden Baden
den Straßenbau vorantreiben, an
der durch die Gelder regulierten Oos ein
Fluss-Schwimmbad (heute Bertholdbad)
errichten, 1843 die
Trinkhalle erbauen und
1845 die Anbindung der Eisenbahn in den
Stadtbahnhof
ermöglichen.
1846
beteiligte sich Jacques Bénazet am Bau eines
Gaswerkes, die Einführung von Gasbeleuchtung
hatte er schon ein Jahr zuvor in Angriff
genommen. Am 13.03.1848 starb der
erste Mäzen der Bénazet Familie im Alter von 69 Jahren hochgeehrt, der
große Mäzen der Stadt hatte fast alle seine
Pläne verwirklichen können, einer seiner
größten Wünsche, in Baden-Baden eine modern ausgestattete große Badeanstalt ins
Leben zu rufen, scheiterte, obwohl Bénazet für alle Kosten
aufkommen wollte, am badischen Ministers von Blittersdorf.
Ihm war beim privaten Hausbau die Einwilligung der Stadt vorenthalten
worden. So rächte sich der Hohe
Regierungsbeamte aus privaten Motiven an der
Kurstadt. Erst
im Jahr 1851 wurde auf dem Marktplatz am
Quellenursprung ein kleines städtisches
Dampfbad errichtet.
Für seine
Verdienste an der Stadt Baden-Baden erhielt
Jacques Bénazet am 09.10.1840 die
Ehrenbürgerwürde
der Stadt Baden-Baden. Mit seinem
Sohn Edouard Oscar folgte ein weiterer Pächter der
Spielbank Baden-Baden. |