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Mit dem Aufschwung der Kurstadt um die
Wende vom 18. ins 19. Jahrhundert wuchs auch der Bedarf nach geeigneten
Badeanlagen und Unterhaltungsräumen für die zunehmende Anzahl der Gäste.
Schon im Jahr 1765 wurde von dem Franzosen Chevilly ein hölzerner Bau,
ein Promenadenhaus errichtet. Das genügte aber schnell nicht mehr den
Anforderungen, so wurde es schon 1802 von
Friedrich Weinbrenner mit
einem Tanzsaal erweitert.
Aber auch das sollte nur Stückwerk
bleiben, Entlastung bringt für kurze Zeit das Jesuitenkolleg (heutiges
Rathaus), das durch den Umzug der Mönche nach Rastatt frei wird,
Baden-Badens erster
Ehrenbürger
Josef von Lassolaye kauft das
Gebäude für einen Preis um 20.000 Gulden. |
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Nach dem Vorschlag des Karlsruher
Architekten und Baudirektor Weinbrenner wird vom Baumeister Wagner und
Zimmermeister Barth ein Gesellschaftsraum (Wirtsraum) hergerichtet und
der Bau mit einem vierten Stockwerk erweitert. Am 16. Juni 1812 wird
unter Aufsicht der Behörde auch eine Spielbank eröffnet. Zur
Eröffnungsfeier erscheinen erstmals auch Mitglieder (Tänzerinnen und
Tänzer) der großen Pariser Oper.
Da abzusehen war, dass das
Jesuitenkollegium auch keine geeignete dauerhafte Lösung sein wird,
plant Weinbrenner schon 1807 den Neubau eines Promenadenhauses
(heute Kurhaus). Nach Weinbrenners Plänen zur Modernisierung der Kurstadt
erwirbt die Großherzogliche Badeanstalten-Commission am 27. Juli 1812
von Josef von Lassolaye, sein beim Promenadehaus liegendes Hofgut samt
Gebäuden für 18000 fl., da „die Acquisition für
eine Baad-Anlage nützlich sei". Es war etwa das Gebiet des
heutigen Kurhauses, des Kurgartens und der
Trinkhalle.
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So sollte nun endlich der
gewünschte Bau
verwirklicht werden, vorgeschlagen wurde ein Kurhaus "so
wie es vor wenigen Jahren in Wiesbaden erbaut wurde". (Anmerkung:
Das alte Kurhaus in Wiesbaden wurde schon um 1905 abgerissen).
Weinbrenner wurde mit den Planungen betraut, dabei sollte das bestehende
Promenadenhaus in die Planung mit einbezogen werden. Als Baukosten
inklusive der Inneneinrichtung veranschlagte der Baumeister rund 93.000
fl.. Zahlreiche Änderungswünsche waren es, die erst eine dritte Überarbeitung
der Pläne für die Realisierung des Bauwerkes ermöglichten. Weinbrenner
übernimmt die Bauleitung, die Baumeister Berkmüller und Holb sind als
Unternehmer bekannt. |
Im Jahr 1821 beginnen die Arbeiten, das
bestehende Promenadenhaus wird um ein Stockwerk erweitert, das erst 1810
von Friedrich Weinbrenner gebaute erste eigene
Theater
in Baden-Baden,
einfacher Holzbau wird jetzt wieder abgerissen. Schon im Dezember 1823
steht der Rohbau und im Juni 1824 ist der Bau fertig.
Der stößt allenthalben auf Bewunderung,
Karl Friedrich Schinkel, der klassizistische Stararchitekt des
Königreichs Preußen sieht das anders, bei der Durchreise durch die
Bäderstadt schreibt er über den Bau "besuchten
wir noch im Zwielicht der Badepromenade und die neuen Badesäle, das
Theater und die dazugehörigen Hallen von der ungeschickten Architektur
Weinbrenners. Die Lage dieser Partie ist jedoch trefflich gewählt; man
hat das ganze Amphiteater der Stadt, das Schloß darüber, höher hinauf
den Waldberg mit den Ruinen des alten Schlosses auf der Spitze vor sich".
So wurden in dem aus
drei Teilen bestehendem Gebäude exklusive und großzügige Räume
geschaffen. In der Mitte der vom Berliner Maler Fritze und dem
Karlsruher Maler Orth ausgemahlte Kurhaus, dessen Pfeiler, Säulen und
Wände marmoriert wurde. In den Flügeln des Baues wurden ein Theatersaal
für 600 Personen, Räumlichkeiten zum Speisen und Unterhaltung, Bälle und
Kammerspiele, aber auch Kunstgalerien und ein Lesekabinett sowie zwei
Spielsäle für das Würfelspiel "Hazard-Spiel" und zwei Roulette
untergebracht.
Das gesellschaftliche Leben der Bäderstadt erlebte durch das
Konversationshaus auch "Maison de conversation" genannt, einen
entscheidenden Auftrieb und den Aufstieg zu einem der bedeutendsten
Kurorte Europas. Die untergebrachte Spielbank, die heute als eine der
schönsten Spielbanken der Welt zählt, erhielt mit dem Franzosen Antoine Chabert einen geeigneten Pächter. Sein Vertrag wurde auf 15 Jahre
begrenzt, sein Nachfolger Jacques Bénazet sollte sich für Baden-Baden
als Glücksfall erweisen.
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Nachdem der
französische König Louis Philippe in Frankreich das Glückspiel verboten
hatte, war der Mitpächter der Pariser Spielbank Jacques Bénazet
gezwungen sich nach einem neuen Tätigkeitsfeld umzusehen. Die Badener
sahen in dem Experten für das Roulettespiel den geeigneten Nachfolger
für den Franzosen Antoine Chabert.
Jacques Bénazet erhält so 1839 die
Konzession für das Casino und stellte sich dabei als echter Glücksfall
für die Kurstadt heraus. Sein Bestreben die Attraktivität der Kurstadt
zu erhöhen beschränkt sich nicht nur auf das Casino, an dem er in den
nächsten 10 Jahren Erweiterungen vornahm, ihm wird auch der Ausbau der
Lichtentaler Allee,
den er wohl größtenteils aus eigener Tasche bezahlt hat, den Bau der
Trinkhalle, wie vieler weiterer Einrichtungen verdankt. |
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Der
Spielbetrieb im Kurhaus um das Jahr 1830 |
Im Jahr 1848 starb der
erste Mäzen der Bénazet Familie hochgeehrt, mit seinem Sohn Edouard
Oscar folgte ein weiterer Pächter der Spielbank Baden-Baden. In den
folgenden Jahren gab es weitere Umbauten im Konversationshaus, der
Zentrale Spielsaal für das Roulettespiel war nicht mehr in der Lage alle
Spieler aufzunehmen, auch wurde bedingt durch die unterschiedliche
gesellschaftliche Stellung eine Trennung derselben notwendig.
Um 1850 entstanden für
das Casino neue prächtige Räume im Stil französischer Schlößer, der
"rote Saal", der "Salon Pompadour", der "Florentiner Saal" und der
Wintergarten "weißer Saal" entstehen, das im rechten Flügel
untergebrachte Theater wurde den neuen Spielsälen geopfert und bekam
einige Jahre später von Edouard Oscar Bénazet ein eigenes
Theater
Haus am Goetheplatz gestiftet. Um 1853 wurde der rechte Flügel
umgebaut, vier Gesellschaftsräume im Stil Ludwig XIV. bis Ludwig XVI und
eine Salonbühne werden eingebaut.
1867 stirbt Edouard
Oscar Bénazet und sein Neffe Jacques Dupressoir übernimmt die Leitung
der Spielbank, doch schon 1872 beendet Reichskanzler
Otto von Bismarck
mit dem Reichsgesetz zur Schließung der Spielbanken auch die Spiele in
der Spielbank Baden Baden die 60 Jahre andauern sollten.
Weitreichende Umbauten
im Jahr 1910,
Gelder waren durch die vorherigen Einnahmen der Spielbank ausreichend
vorhanden, im Kurhaus, damals immer noch Konversationshaus bezeichnet
sollten die Attraktivität des Hauses, auch Baden-Badens, erhalten.
Bei den Umbauten 1912
bis 1917 die von August Stürzenacker durchgeführt werden, wird der linke
Flügel des Kurhauses abgetragen und durch einen Neubau, der den
neuzeitlichen Bedürfnissen entspricht ersetzt. Das heutige Foyer mit der für das Kurhaus wertvollen breiten Treppe zum
Festsaal entsteht, hier wurde eine zum damaligen Zeitpunkt größten deutschen
Konzertorgel eingebaut, die allerdings in den 1960 Jahren bei weiteren
Umbauten wieder entfernt wird. Entfernt wird bei den Arbeiten 1912 bis
17 das vor dem Kurhausrestaurant befindliche Musikkiosk, hier gab das
Städtische Kur-Orchester während der Saison täglich drei Konzerte. Diese
wurden in die 1920er Jahren erbaute Konzertmuschel verlegt, wo sie noch
heute stattfinden. Zu dieser Zeit bekommt das Konversationshaus dann
auch seinen heute gültigen Namen Kurhaus Baden-Baden.
Eine
Ausnahmegenehmigung am 01.10.1933 ermöglicht dem Kurhaus während der
Naziherrschaft im Dritten Reich die Wiederaufnahme des Spielbank
Betriebs, Umbauten im damals noch geltenden Art déco Stil folgten.
Es folgen Umbauten im
Kurhaus 1955, 1971-72 sowie 1979-80. Im Jahr 1987 wird der linke Flügel
im Kurhaus durch ein Feuer erheblich beschädigt. Im Kurhauskeller finden
sich seit Herbst 2000 Automatenspiele. Davor befand sich im
Kurhauskeller der Club Taverne, eine gerne besuchte Diskothek.
Zur offizielle Internetpräsenz des
Kurhaus Baden-Baden geht es
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