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Im Café (ohne Verzehrzwang) mit Lesesaal
kann der Interessierte in bequemen Fauteuils
die internationalen Tageszeitungen studieren
und dabei gerne seinen Kaffee oder Espresso
trinken.
Die Halle entstand auf Anregung der Badeärzte
Dr. August Georg Kramer (Ehrenbürger der
Stadt Baden-Baden) und
Dr. Anton Guggert, der Anfang/Mitte des 19.
Jahrhunderts in Baden-Baden tätig war und
dessen Behandlungsweisen viele Kurgäste nach
Baden-Baden zog. Die Trinkhalle sollte den
in der Stadt weilenden Gästen, die den in
der zur damaligen Zeit sehr beliebten
Trinkkuren nachgingen, einen Ort zum
verweilen geben. Die damaligen Trinkkuren
beschränkten sich aber nicht nur auf
Thermalwasser, auch Molke von Ziegen, Kuh
oder Stutenmilch wurde bei den Trinkkuren
eingenommen.
Erbaut wurde
die Trinkhalle 1839-43 vom Karlsruher
Oberbaudirektor Friedrich Hübsch, einem
Schüler des berühmten Friedrich Weinbrenner
unter der Verwendung von Sandstein, Marmor,
Backstein und Terrakotta. Die Trinkhalle ist
im romanischem Stil erbaut, die nach Osten
offene Halle ist ca. 90 Meter lang, die
Giebel werden von 16 korinthischen Säulen
getragen. Vom Bildhauer Franz Xaver Reich
wurde nach einem Entwurf von Christian
Lotsch das Dreicks-Giebelfeld mit
kunstvollen Reliefs verziert, es stellt die
Heilung Kranker durch die Quellnymphe dar.
Das Giebelfeld
über den Eingangstüren ist mit einem
Freskogemälde von Gleichauf geschmückt, das
die Wirkung der Thermen darstellt. An der
Wandelhalle kann der Besucher 14 Wandbilder
des Malers Jakob Götzenberger (1800-66)
betrachten, die Motive aus der Badischen
Sagenwelt zeigen. Die "künstlerisch
Anspruchsvollen" Motive sollten auf Wunsch
von Großherzog Leopold als heitere Sagen
dargestellt werden, die "heitere Geschichten
von allgemeinen Interesse" darstellen und
den Kurgast so beim "wandeln" unterhalten
sollen.
Diese sind
wie folgt verwirklicht worden:
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Kloster zu Lichtenthal: |
Nonnen
und Einwohner suchen in der Kirche
Schutz vor dem Feind und beten vor
einem Marienbild um Rettung. |
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Altes
Schloss
Hohenbaden: |
Auf
dem Turm des alten Schlosses
erscheint der Markgräfin Katharina
die Jungfrau Maria und verheißt ihr
Erlösung von der Pest, wenn sie ihre
Kinder dem Dienste der Kirche weihen
würde. |
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Wasserfall zu Allerheiligen: |
Ein
Rabe entwendet den Ring eines
Zigeunermädchens , wodurch großes
Unglück über dasselbe hereinbricht. |
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Schloss Windeck: |
Die
Zauberhenne einer Hexe gräbt während
der Nacht einen tiefen Graben um das
Schloss und beschützt die Bewohner
so vor den Straßburgern, die ihren
Bischof befreien wollen. |
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Felsen: |
Wie in
Schillers "Alpenjäger" sucht eine
Fee, hier die Fee des
Battert,
ihr weißes Reh vor dem Geschoss
eines Jägers zu schützen. |
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Gast-
und Badehaus zum Badreit: |
Badreit ist das älteste Gasthaus der
Stadt Baden-Baden, ein Pfalzgraf der
hier zur Kur weilte, wurde so
schnell von seinem Leiden befreit,
dass er, zum größten Erstaunen
seines Wirts, bald reiten
konnte. |
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Geisterhochzeit zu Lauf: |
Ein
junger Ritter vermählt sich mit
einem Gespenst, das in der Gestalt
eines Burgfräuleins sein Unwesen
treibt. Bei der Morgendämmerung
verschwinden die Geister und der
Ritter findet sich beim Erwachen in
einer verlassenen Ruine wieder. |
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Der
Fremersberg: |
Markgraf Jakob von Baden hat sich
auf der Jagd verirrt, er wird von
Eremiten gefunden und baut aus
Dankbarkeit den Franziskanern ein
Kloster. |
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Alt-Eberstein: |
Belagerung des Schlosses durch
Kaiser Otto. |
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Neu-Eberstein: |
Graf
Eberstein springt in die Murg, um
sich von den Württem-bergern zu
retten. |
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Engels- und Teufelskapsel: |
Engel
und Teufel erscheinen auf dem
Felsenkamm des Gebirges, welches das
Oos- und Murgtal von einander
trennt. Sie versuchen die
vorbeigehenden anzulocken, der Engel
(das Christentum) besiegt den Teufel
(das Heidentum). |
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Wildsee: |
Die
Wassernixen locken einen Schäfer
trotz Warnungen in den See. |
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Mummelsee: |
Der
Mummelsee mit nächtlichem Reigen der
Nixen, die bei Tagesanbruch vom
Geist des Wasserreiches in die Tiefe
zurück gerufen werden. |
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Burkhard Keller: |
Burkhard Keller von der
Yburg wird
der Sage nach von der "weißen Frau"
betört. Die Frau soll noch heute an
dem Kreuzwege bei Kellers Bild
erscheinen. |
Die Künstler
Moritz von Schwind und dem Mannheimer
Galeriedirektor Jakob Götzenberger legten
Entwürfe vor, Götzenbergers Entwurf lag mit
8000 Gulden nur
bei einem geringen Betrag des Mitbewerbers
der 32000 Gulden verlangte. Und so wurde sein Entwurf übernommen, nur
ist dieser weder Anspruchsvoll noch heiter
geworden, was heute noch von manchem Badener
bedauert wird.
Vor der
Trinkhalle steht eine Büste von Kaiser
Wilhelm I., der mit seiner Gattin Kaiserin
Augusta über 40 Jahre regel-mäßiger Gast in
Baden-Baden war. Bildhauer Joseph von Kopf
fertigte sie aus einem Marmorblock, der, so
konnten wir in einem alten Band der
"Braumüllers Badebibliothek" lesen, vor 2000
Jahren dem Kaiser Augustus von der Insel
Paros gesandt wurde. Der berühmte Künstler
machte der Stadt dieses Denkmal zum
Geschenk. Die Stadt baute ihm aus
Dankbarkeit ein Atelier in der Werderstraße
2, unter der Bedingung, dass er die
Sommermonate in Baden verbringen und an
gewissen Tagen dem Publikum den Zutritt zu
seinem Atelier gestatten sollte.
Kaiser Wilhelm
I. stand Kopf selbst Modell und soll bei
einem Besuch im Atelier seinen Bart zur
Seite gestrichen haben und Kopf dabei noch
Spuren der Verletzung, die ihm beim
Attentat
vom Studenten Oskar Becker 1861 in der
Lichtentaler Allee
verursacht und geblieben sind gezeigt haben.
Allerdings mit der Aussage "Die dürfen Sie
aber bei der Büste nicht machen".
Weitere Bauten von
Friedrich Weinbrenner finden Sie hier!
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