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| Kaltenbronn - ein
beliebtes Ausflugsziel
Der
kleine Ort im mittleren Nordschwarzwald, zugehörig zur
Gemeinde Gernsbach liegt etwas unterhalb der Passhöhe „Schwarzmiss“
(933 m) zwischen Bad Wildbad, Enzklösterle und Gernsbach
auf etwa 860 m ü. NN und damit im Zentrum des größten
zusammenhängenden Waldgebiets Baden-Württembergs.
Naturräumlich gehört Kaltenbronn zum Gebiet 151 „Grindenschwarzwald
und Enzhöhen“. Für Besucher zu beachten, aufgrund der
Höhe des Ortes ist die Temperatur hier immer ein
bisschen niedriger als im Tal, also nicht zu "luftig"
anreisen.
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Die
Anfahrt
Anreisende über das
Murgtal zweigen auf der B 462 zwischen Hilpertsau und
Weisenbach in Richtung Reichental ab und fahren weiter
steil bergauf bis zum
Kaltenbronn. Zahlreiche gut
ausgeschilderte Parkplätze, wobei die am Infozentrum und
Skilift am nächsten liegen, an schönen Wochenenden
leider schon frühzeitig heftig umkämpft sind, bieten
Platz für viele mit dem Auto anreisenden Besucher.
Später Kommende müssen eventuell einen kleinen Fußmarsch
in Kauf nehmen.
Mit dem Bus gibt es direkte Busverbindungen Richtung
Kaltenbronn, von Gernsbach (Linie 242), Bad Wildbad und
Enzklösterle (Linie 7780). |
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| Das Reiseziel
zahlreicher Jagdgesellschaften!
Die kleine Häusergruppe
Kaltenbronn verdankt ihre Entstehung der fürstlichen
Jagd. Der als Türkenlouis bekannte
Markgraf Ludwig Wilhelm errichtete schon im Jahr 1700 eine Jagdhütte.
Schon bald wurde an der Stelle der Jagdhütte ein
Jagdhaus, aufgrund der Beliebtheit des Ortes erhielt das
Jagdhaus im Jahr 1761 das Schankrecht. Aus dem Jagdhaus
wiederum geht das Kurhotel hervor, welches heute als
Hotel Sarbacher bekannt ist.
Kaltenbronn war lange Zeit das Reiseziel zahlreicher
Jagdgesellschaften, darunter viele prominente Gäste der
Zeit. Adelige, Politiker und Vertreter des Militärs,
später auch der hohen Wirtschaftsvertretern gehörten zu
den Gästen früherer Jagdgesellschaften. Nach heutiger
Sicht traurig ist, das der letzte
Luchs im heimischen
Wald um 1850 bei Kaltenbronn erlegt wurde. Mit Beginn des 20 Jh. wurde
der Kaltenbronn auch zu einem beliebten Erholungs- und
Urlaubsziel im mittleren Nordschwarzwald. |
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Auch heute noch
ist Kaltenbronn Anziehungspunkt für Erholungssuchende. Es gibt
ein
Wildgehege mit Rotwild, zahlreiche Wanderwege entlang der
Hochmoore und Bannwälder, die zwischen drei und neun Kilometern
Länge haben, auch barrierefreie für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer,
sowie gute Wintersportmöglichkeiten. Die Skilifte Kaltenbronn
sind direkt neben dem Hotel Sarbacher zu finden, und die
zahlreichen Attraktionen bieten den
Erholungssuchenden und Sportbegeisterten in
Kaltenbronn
ein lohnendes Ausflugsziel. Mountainbiker, vom Anfänger bis zum
Profi kommen hier voll auf ihre Kosten. Es werden auf
abwechslungsreichem Terrain, atemraubende Anstiege, rasante
Abfahrten bei herrlichen Aussichten geboten.
Der Hohlohturm
Für alle die es ruhiger angehen
lassen möchten, wird eine bei gutem Wetter traumhafte Aussicht
vom 984 m.ü.NN gelegenen Kaiser-Wilhelm-Turm, besser bekannt als
Hohlohturm geboten. Vom Schwarzwaldverein im Jahre 1897
angelegt, unterliegt der Turm im Laufe seiner
Geschichte Veränderungen, 1856 aus Holz und 15 Meter hoch wurde
der Hohlohturm Jahre 1887 erneut und mit einer Höhe von 20
Metern aus Stein gebaut . Die höher gewachsenen Bäume sorgen
1968 für eine Aufstockung, heute misst der Hohlohturm 28,6
Meter.
Orkan Wiebke (1991) und Orkan Lothar (2001) sorgten auf ihre
Weise für eine Rundumsicht vom Hohlohturm und belohnen uns mit
einem grandiosen Blick zur Schwäbischen Alb, den Nordvogesen,
den Bergen des Odenwaldes und dem Pfälzerwald. Am südlichen
Horizont kann man bei hervorragender
Sicht auch ein paar Gipfel der Schweizer Alpen und den Feldberg
erkennen. |
Kaltenbronn, eines der wenigen noch naturbelassenen
Hochmoore Deutschlands |
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In den Kaltenbronner Wäldern finden sich vier
Hochmoorseen, den kleinen und großen Hohlohsee, den
Hornsee und den Wildsee.
Entstanden sind die Moore auf dem Kaltenbronn am Ende
der letzten Eiszeit, also bereits vor mehr als 10000
Jahren. Auf dem Buntsandsteinuntergrund konnten sich
Torfmoose und Sauergräser entwickeln, bedingt durch hohe
Niederschläge und geringe Lufttemperaturen. Unter
Luftabschluss wandelten sich Sprossen und
Wurzeln die abstarben stetig zu Torfen um. Dadurch wuchs
der Moorkörper im Laufe der Zeit immer höher und die
darauf wachsenden Pflanzen verloren nach und nach den
Kontakt zu den Nährstoffen des Gesteinsuntergrundes und
müssen mit den nur wenigen Nährstoffen, die in den
Niederschlägen wie Regen und Schnee enthalten sind,
auskommen. Inzwischen ist die Torfschicht der Moore auf
dem Kaltenbronn auf ca. 8 Meter angewachsen. |
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Es gibt nicht viele
solcher anspruchslosen Gewächse, vorwiegend Torfmoose,
Zwergsträucher und Wollgräser. An den Rändern der
offenen Moorflächen wächst der von Natur aus artenarme
Moorkiefernwald. Sie wächst strauch-förmig oder mehr oder
weniger als aufrechter Baum. Die Moor-Kiefer wird durch
andere Baumarten verdrängt, wenn die Moore entwässert
werden und ist somit eine der wenig gefährdeten
Baumarten in Baden-Württemberg. In der heutigen Zeit
bieten die Moore einzigartige und seltene Lebensräume
für hochspezialisierte Tier- und Pflanzengemeinschaften.
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Wanderung auf dem
Rundweg 1 zum Wildsee Ein
besonderes Erlebnis ist die Wanderung auf dem Rundweg 1,
beginnend am Info-Zentrum in Kaltenbronn. Der mit einer
gelben Raute ausgeschilderte
Wanderweg in Richtung Wildseemoor
geht nach etwa 100 m
bergauf, rechtsseitig das
Wildgehege mit Rotwild, Rehen
und Hirschen, um dann rechts abzubiegen. Der Weg
führt nur ganz geringfügig ansteigend vorbei am
Wildgehege und nach etwa 1,8 km erreicht man die
Leonardhütte, die ca. 906 m ü. NN liegt.
Direkt nach der
Leonardhütte ist eine Messlatte angebracht, die die
Moorhöhe über Jahrtausende vor Christi anzeigt. Auf dem
Weg nach rechts geht es dann weiter auf einem Bohlen-
und Holzdielensteg, rechts und links geschützt mit einem
Holzgeländer, durch das mit Heidelbeersträuchern,
Heidekraut und Wollgräsern, Moos, Moorkiefern, Birken u.
a. Bäumen und auch totem Holz, alles naturbelassen,
bewachsenen Moor zum Wildsee. Die abgestorbenen Bäume vermitteln
einen Urwaldeindruck.
Das die
Besucher das Hochmoor und den Wildsee nur über
Bohlenwege durchqueren können verhindert in dem
hochsensiblen Ökosystem nicht nur Trittschäden auf dem
Schwingrasen, auch kleinste Nährstoffe die Besucher
hinterlassen und in den Boden eindringen, könnten die
Moorlandschaft auf Dauer verändern.
Das tote Holz in
Bannwäldern bietet Lebensraum für viele Käferarten und
Pilzarten. Der Kaltenbronn ist im Übrigen das größte
Bannwaldgebiet in Baden-Württemberg. Auf dem genannten
Holzbohlenweg erreicht man den Wildsee, der aus der Nähe
zu betrachten ist. Eine Holzbank lädt zum Verweilen ein,
der Ausblick über den See ist faszinierend, er liefert
wunderschöne Motive zum Fotografieren oder könnte zum
Aquarellmalen inspirieren und ein paar Wildenten kommen
gerne in die Nähe des Menschen. |
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| Über Holzbohlen
geht es in das Hochmoor
Der Holzbohlenweg endet
nach etwa 1 km vom Wildsee
Kaltenbronn entfernt bei der
Weißensteinhütte und trifft auf den bekannten Mittelweg,
die rote Raute mit dem
senkrechten weißen Balken. Nach Kaltenbronn sind es von
diesem Standort auf dem Mittelweg aus ca. 4,5 km,
begehbar und auch für Mountenbiker befahrbar auf einem
gut ausgebauten Waldweg, vorbei an einer kleinen
Aussichtsplattform, der Jägersteigschaukel. Dieser
Aussichtspunkt bietet lediglich einen Ausblick auf
Bäume. An der Saatschulhütte, 907 m, bei der sich
Mittelweg und auch ein regionaler Wanderweg treffen sind
es noch 1,8 km, auf etwas absteigendem Weg, bis
Kaltenbronn zurück. |
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| Insgesamt
ist dieser Rundweg 1 etwa 8,5 km lang, wenig anstrengend
und für die
Wanderung ungefähr 2,5 Stunden zu rechnen. |
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