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Die Geschichte der Merkur Bergbahn in Baden Baden

Finanziell schlecht stand es um die renommierte Kurstadt Baden-Baden nachdem Reichskanzler Otto von Bismarck 1872 mit dem Reichsgesetz zur Schließung der Spielbanken auch die Spielbank in Baden Baden geschlossen hatte. Die verantwortlichen der Kurstadt strebten danach, den finanziellen Ausfall der Schließung, die auch die wirtschaftliche Existenz der Stadt gefährdete, durch andere städtische Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten zu ersetzen.

Viele Projekte kamen damals auf den Tisch, eines der vielversprechendsten war die Idee des Holländers S.van Baalen, Eigentümer der Villa Hollandia. Ihm schwebte eine Bergbahn hinauf auf den Baden Badener Hausberg Merkur vor. Der vermögende Holländer führte Ende 1873 sogar erste Gespräche mit der in der Schweiz sitzenden "Internationalen Gesellschaft für Bergbahnen".

Eine Eingabe an den Gemeinderat am 28 September 1874 wurde wohlwollend aufgenommen, der Gemeinderat reagierte ungewöhnlich schnell und stellte Mitte November, um die Vorarbeiten zu Beschleunigen die Summe von 600 Thaler zur Verfügung.

 

 Mitte 1875 dann wurde dem Baden Badener Gemeinderat die von der "Internationalen Gesellschaft für Bergbahnen" erstellten Pläne vorgelegt, die Bergbahn sollte entgegen dem heutigen Standort, nach den Plänen der Gesellschaft schon anfangs der Seufzerallee beginnen. 473 Meter sollten über eine Strecke von 3900 Meter überbrückt werden, und das mit einer Maximalsteigung von 22%. Zu beachten dabei natürlich, das die Lokomotiven zu dieser Zeit mit Dampfkesseln betrieben wurden. Die Baukosten für das Projekt wurden von S. van Baalen mit einer Summe von 1800000 Mark angegeben, dabei war aber neben Bahn und Bahnhof auch ein Gipfelhotel mit eingerechnet.

1876 verabschiedete die großherzogliche Regierung ein Gesetz über den Bau und Betrieb einer Bergbahn auf den Merkur. Das Projekt sollte als Privatunternehmen betrieben werden, ein jährlicher Zuschuss von 10000 Mark möglich sein.

Und das war es dann auch, weitere Informationen oder Fortschritte zum Projekt einer dampfbetriebenen Eisenbahn zum Merkur waren nicht mehr zu vernehmen. Erst 1881, fünf Jahre später ist wieder etwas datiert, in einem Schreiben an den Stadtrat erinnerte der mittlerweile nicht mehr vermögende Holländer S. van Baalen an den damaligen Beschluss der Regierung. Eine finanzielle Grundlage konnte aber nicht mehr gefunden werden.

Der erste Spatenstich naht

Aus den Köpfen der Baden Badener war die Merkur Bergbahn jetzt natürlich nicht mehr raus zubringen. So kam es, dass am 25. April 1907 ein gewisser R. Holzapfel beauftragt wurde ein Gutachten einzureichen, das den Bau einer Bergbahn wieder aufnahm. Die Bahn sollte nach Gutachten von R. Holzapfel nicht mittels veraltetem Wasserlastsystem sondern mit Strom betrieben werden, dazu war aber zuerst die Erstellung einer Zubringerlinie zur Talstation notwendig, da nur so eine finanziell vernünftige Elektrifizierung der Seilbahn möglich ist.

Die Kalkulation brachte auch zutage, das sich wohl kaum eine private Gesellschaft finden wird, die ein solches Projekt in Eigenregie betreiben würde. Die Stadt sollte eine Garantie zur Sicherung der Rentabilität der Seilbahn, die nach Rechnung Holzapfel von 83 Prozent Auswärtiger und 17 Prozent Badener genutzt wird leisten.

Am 16. Dezember wurde die Zubringerlinie zur Talstation, vom Leopoldsplatz zum Merkurwald bewilligt. Der Bürgerausschuss bewilligte dafür die Aufnahme eines Kredits von 10000 Mark.

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Am 10. Juni 1911 bewilligte der Bürgerausschuss die Aufnahme eines Kredits über 451000 Mark, damit wurde der Bau der Merkur Bergbahn endlich ermöglicht. Nach maßgeblicher Beteiligung der Stuttgarter Herren Baurat Eberhard und Reg.-Baumeister Wasser (Tiefbau) und Professor Henes (Hochbau) erfolgte im Mai 1912 der erste Spatenstich der Merkur Bergbahn. Jetzt ging es schnell voran, schon im Juni wurde die Zubringerlinie fertig gestellt, Am 1 August 1912 der Bau des Wirtschaftsgebäudes auf dem Merkurgipfel begonnen.

Dann endlich am 16. August 1913 wurde der Betrieb der Merkurbahn unter Anwesenheit zahlreicher, sogar internationaler Gäste von Oberbürgermeister Fieser eröffnet. Als Referent für die Regierung sprach Geheimrat DR. Wiener der Stadt Glückwünsche zum gelungenen Werk aus. Über der Merkurbahn schwebte das aus der Zeppelinwerft in Baden-Oos untergebrachte Luftschiff "Viktoria Luise".

Jetzt noch zu bemerken die Fahrpreise der Bergbahn im Jahr 1913, eine einfache Fahrt zum Merkurgipfel kostete 1,20 Mark. Günstiger zu erhalten war mit 0,80 Mark eine Talfahrt. Eine Hin- und Rückfahrt gab es für 1,50 Mark.

Die Merkur Seilbahn im zweiten Weltkrieg

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Der Merkurbahnhof Auf dem Weg zur Talstation Die Merkurbahn und Bahnhof am Gipfel
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Blick von der Bahn nach Baden Baden Blick von der Bahn nach Baden Baden Blick vom Gipfel auf die Battertfelsen
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Blick vom Gipfel auf Schloss Alt-Eberstein Blick vom Gipfel auf Baden Baden Mitte Aufgeforstet nach Lothar Sturm 1999

 

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