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Das
untere Schloss in Neuweier
Das untere
Schloss Neuweier liegt im Ortseingang
unterhalb des Elsenbergs. Das Schloss
Neuweier ist eine Tiefburg, eine der
schönsten Wasserburgen von Deutschland.
Westlich daneben liegt der etwas
vorgelagerte rechteckige
Wirtschaftshof. Die Vorburg erreicht man,
indem man durch einen ca. 4 m breiten
Torbogen am damaligen Gebäude der Stallungen
fährt. Über einen Steg und die Zugbrücke des
Wassergrabens kommt man dann in das Schloss.
In der gotischen Eingangshalle befinden sich
zwei gotische Spitzbogentore, ein
Kreuzrippengewölbe und der Schlussstein mit
Jahreszahl und Steinmetzzeichen des
Baumeisters Lux von Rangolstein aus Tirol.
Ein seltsamer Türsturz kann man über der Tür
zur Turmtreppe betrachten. Über einem
gotischen spitzzulaufenden Eselrücken winden
zwei Fabelwesen ihren schlangenartigen
Körper, auslaufend in einen geöffneten
Rachen eines Wolfskopfes. In der Mitte sind
ihre Enden zusammengebunden und ihre Haltung
richtet sich nach außen. Vom Graben aus ist
im südlichen Torturm das damalige
Burgverlies zu sehen. Der kleine achteckige
Treppenturm erhebt sich über die barocken
Mansardendächer in dem kleinen nicht
überdachten Innenhof. Um zu den drei
Stockwerken zu gelangen, führt eine
Wendeltreppe durch eine niedriges
Renaissance-Portal worüber das
Dalbarg-Cronbergsche Allianzwappen aus rotem
Sandstein zu sehen ist. Der alte Ziehbrunnen
aus dem Jahr 1562, überdacht von einer
Sandsteinplatte, steht neben diesem Treppen-
und Wartturm. An der Nordseite des Schlosses
fand man früher den Rittersaal, der vom
Innenhof aus zu erreichen war.
Die Ruine des
Rittersaals wird heute als überdachte
Terrasse des Schlossrestaurants genutzt. Zur
alten Kapelle gelangte man, indem man an der
Ostseite des Wasserschlosses entlang ging.
Davor stehen Grenzsteine mit den Wappen der
adligen Besitzer der Dalbergs, das
Allianzwappen Dalberg-Sickingen und Wappen
der Markgrafen. Der Wappenstein des
bekannten Johann Anton Knebel von
Katzenellenbogen sowie des Bischof von
Eichstett und Förderer des Schulwesens ist
in einer Fensternische der Kapelle zu
finden.
Die Ritter von Bach erwarben das untere
Schloss am Ortseingang von Neuweier im Jahre
1311 und besaßen es bis zum Jahr 1538, indem
es an die Schwiegersöhne von Cronberg und
von Dahlberg überging. Die Stammburg der
Ritter von Bach lag zwischen Bühl und
Kappelwindeck. Die Geschlechter Dahlberg und
Cronberg zählten zum damaligen Hochadel.
1547 wurde das Schlossgut reichsunmittelbar,
als Kaiser Karl V. die Freiheiten und Rechte
des unteren Schlosses bestätigte. Philipp
von Dalberg lässt 1548/49 das Schloss in ein
Renaissanceschloss umbauen und die Gebäude
der Bach’s integriert. Zum ersten Mal wurde
1598 eine Kapelle urkundlich erwähnt. Der
letzte Dalberg verstarb 1615. Die
Schwiegersöhne Johann Knebel von
Katzenellenborgen und Hans Wolf von Elz,
beide von rheinischem Hochadel, übernahmen
nach 1615 das untere Schloss. Im Jahre 1725
kaufte der kurmainzische Hofmarschall und
Geheime Rat Freiherr Franz Ludwig von Knebel
den Besitz von den Erben des Eberhard von
Elz nach dessen Tod.
Die zwei Markgrafschaften Baden-Durlach und
Baden Baden
wurden im Jahr 1632 von den
Schweden überrannt. Die kaiserlichen
vertrieben im Jahr 1634 die Schweden und
besetzten beide Markgrafschaften. Die beiden
Schlösser litten sehr durch die
Plünderungen, Sachschäden und Brände unter
der kaiserlichen Besetzung und mehrere
Besitzerwechsel schaden dem Schlossgut
erheblich.
Die Familie Rößler aus Baden-Baden übernahm
1869 das untere Schloss. Stilgerechte
Umbauten folgten, der zerstörte Nordflügel
wurde im Jahre 1909 wieder aufgebaut und das
Schloss wieder sein ursprüngliches ansehen.
1992 erwarb die Familie Joos das untere
Schloss und ließ es in aufwendigem Stil
renovieren.
Neben dem
unteren Schloss finden sich in Neuweier auch
die Reste eines vor 1200 im Auftrag des
Markgrafen von Baden gebauten älteren
Schlosses, das obere
Schloss Neuweier.
Die Geschichte der
Reblandgemeinde Neuweier im Überblick
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