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Die Kindheit Ludwig Wilhelm hat ein Ende
Der tödliche Reitunfall seines Vaters am 4.
November 1669 war es, der die Kindheit des zukünftigen Türkenlouis beendete. Der
14.Jährige Ludwig Wilhelm wurde dabei selbst zum Augenzeugen diesen
folgenschweren Ereignisses. Aber damit nicht genug, zwei Jahre später, am 1.
März 1671 stirbt mit Onkel Leopold seine wichtigste Bezugsperson.
Die Erziehung des jungen Prinzen übernahm nun
sein Großvater Markgraf Wilhelm. Der diese, wohl auch aus Sorge um die Erbfolge
beschleunigte und seinen Enkel schon mit 15 Jahren auf die damals übliche
"Kavaliersreise" schickte. Begleiter des jungen Prinzen waren seine Lehrer
Johann Reinhard Vloßdorf und Cosimo Marzi Medici, die erste Station der Reise
wird Besancon, im Kloster "de la Visitation de Notre Dame" wird die Nonne und
Tante Katharina Franziska besucht. Jetzt erhält Ludwig Wilhelm ein Jahr
lang Unterweisungen in Sprachen, Juristerei und Mathematik, aber auch seine
militärische Ausbildung wird hier weitergeführt. Weiter ging die Reise über
Genf, Mailand und Florenz nach Rom, wo der junge Prinz sogar vom Papst empfangen
wurde. Im Jahr 1672 wurde, auch wenn noch nicht alle vorgesehenen Länder bereist
wurden, die Heimreise angetreten. Der Holländische Krieg, von Ludwig XIV.
initiiert um Holland zu bestrafen, das sich 1668 mit England und Schweden zur
Tripelallianz gegen ihn verbündet hatte, machte eine Weiterreise zu gefährlich.
Aber schon darauf folgenden Jahr wurde die
Kavaliersreise mit dem Besuch der deutschen Städte Düsseldorf, Mainz, Koblenz
und Köln fortgesetzt. Die weiteren Reisen wurden jetzt mehr zur zukünftigen
politischen und militärischen Weichenstellung der Markgrafenschaft Baden
genutzt, im Auftrag seines Großvaters besuchte der zukünftige Markgraf Kaiser
Leopold I. in Wien, wo er diesem seine Loyalität und Ergebenheit versicherte.
Eine Reise nach Nancy führte ihn zum französischen König Ludwig XIV., dem er die
Neutralität der Markgrafenschaft versicherte, sofern dieser selbige nicht
angreife.
Die militärische Karriere beginnt
Mit der Kriegserklärung Kaiser Leopold I. an
Frankreich im Mai 1674 beginnt die militärische Karriere des Ludwig Wilhelm.
Als Volontär tritt er in das kaiserliche Herr ein und kann an der Seite seines
Onkels Hermann der ein Artilleriekommando hatte, erste Erfahrungen sammeln. Der
erst 20 Jährige Ludwig Wilhelm zeichnet sich schnell durch große
Tapferkeit aus, bei der Belagerung der Festung Philippsburg im Jahr 1676, in der
die Stadt nach 32-jähriger Besetzung durch die Franzosen zurück erobert werden
konnte, wurde dem jungen Markgrafen die Ehre erteilt, Kaiser Leopold I.
in Wien die frohe Botschaft über den Sieg zu überbringen.
Als Dank ernannte ihn der Kaiser zum Obristen
und unterstellte ihm ein seinem Onkel Hermann unterstelltes kaiserliches
Infanterieregiment. im Jahr 1677 stirbt sein Großvater, da zu dieser Zeit die
Volljährigkeit erst mit 25 Jahren eintritt, brauchte Ludwig Wilhelm die
Zustimmung Kaiser Leopold I. um regierender Markgraf von Baden-Baden zu
werden. Diese wurde dem erst 22 Jährigen Markgrafen auch erteilt. Doch
zum Regieren kommt der junge Markgraf nicht, da er im Dienste des Kaisers
im Krieg bleiben wird.
Aber schon im Juni 1678 wird Markgraf Ludwig
Wilhelm bei Neuenburg verwundet, die zwingt ihn für einige Monate in seine Markgrafenschaft zurück zu kehren. Doch schon im Mai 1679 steigt der Markgraf
die militärische Leiter ein weiteres Stück rauf, Kaiser Leopold I. versetzt ihn
in den Rang eines Feldmarschallleutnant, dem vierthöchsten Offiziersrang der
damaligen Zeit.
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