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Die Geschichte des Markgraf Ludwig Wilhelm

Erbprinz Ferdinand Maximilian setzte in den folgenden Jahren mehrere Schreiben auf, in denen er verfügte wie die Erziehung seines Sohnes im Falle seines vorzeitigen Ablebens erfolgen sollte. Er legte besonderen Wert auf eine religiöse Erziehung, die "gehorsam und respect" gegenüber dem Papst sein sollte, aber auch Tolerant gegenüber anderen Religionen. Aber auch den weltlichen Mächtigen der Welt, dem Deutschen Kaiser gedachte der Vater, der Junge Mann sollte "liebe zu Deichslandt dem Römischen reich und dem erwöhlten ... kayser getreiw zu sein". Auch sollte der Junge Ludwig Wilhelm unbedingt standesgemäß heiraten, denn durch keine Handlung könne er größeren Nutzen und Profit erhalten als durch eine Heirat.

Aber auch so genoss der junge zukünftige Markgraf eine standesgemäße fürstliche Erziehung, die von seinen Lehrern Johann Reinhard Vloßdorf und Cosimo Marzi Medici übernommen wurde. Auch in militärischen Dingen wurde Ludwig Wilhelm früh unterwiesen, mit seinem Onkel Leopold Wilhelm, einem kaiserlichen Feldmarschall und Onkel Hermann, der im Kaiserliche Herr als Gouverneur diente, konnte er hier die geeigneten Lehrer finden.

 


Die Kindheit Ludwig Wilhelm hat ein Ende

Der tödliche Reitunfall seines Vaters am 4. November 1669 war es, der die Kindheit des zukünftigen Türkenlouis beendete. Der 14.Jährige Ludwig Wilhelm wurde dabei selbst zum Augenzeugen diesen folgenschweren Ereignisses. Aber damit nicht genug, zwei Jahre später, am 1. März 1671 stirbt mit Onkel Leopold seine wichtigste Bezugsperson.

Die Erziehung des jungen Prinzen übernahm nun sein Großvater Markgraf Wilhelm. Der diese, wohl auch aus Sorge um die Erbfolge beschleunigte und seinen Enkel schon mit 15 Jahren auf die damals übliche "Kavaliersreise" schickte. Begleiter des jungen Prinzen waren seine Lehrer Johann Reinhard Vloßdorf und Cosimo Marzi Medici, die erste Station der Reise wird Besancon, im Kloster "de la Visitation de Notre Dame" wird die Nonne und Tante Katharina Franziska besucht. Jetzt erhält Ludwig Wilhelm ein Jahr lang Unterweisungen in Sprachen, Juristerei und Mathematik, aber auch seine militärische Ausbildung wird hier weitergeführt. Weiter ging die Reise über Genf, Mailand und Florenz nach Rom, wo der junge Prinz sogar vom Papst empfangen wurde. Im Jahr 1672 wurde, auch wenn noch nicht alle vorgesehenen Länder bereist wurden, die Heimreise angetreten. Der Holländische Krieg, von Ludwig XIV. initiiert um Holland zu bestrafen, das sich 1668 mit England und Schweden zur Tripelallianz gegen ihn verbündet hatte, machte eine Weiterreise zu gefährlich.

Aber schon darauf folgenden Jahr wurde die Kavaliersreise mit dem Besuch der deutschen Städte Düsseldorf, Mainz, Koblenz und Köln fortgesetzt. Die weiteren Reisen wurden jetzt mehr zur zukünftigen politischen und militärischen Weichenstellung der Markgrafenschaft Baden genutzt, im Auftrag seines Großvaters besuchte der zukünftige Markgraf Kaiser Leopold I. in Wien, wo er diesem seine Loyalität und Ergebenheit versicherte. Eine Reise nach Nancy führte ihn zum französischen König Ludwig XIV., dem er die Neutralität der Markgrafenschaft versicherte, sofern dieser selbige nicht angreife.

Die militärische Karriere beginnt

Mit der Kriegserklärung Kaiser Leopold I. an Frankreich im Mai 1674 beginnt die militärische Karriere des Ludwig Wilhelm. Als Volontär tritt er in das kaiserliche Herr ein und kann an der Seite seines Onkels Hermann der ein Artilleriekommando hatte, erste Erfahrungen sammeln. Der erst 20 Jährige Ludwig Wilhelm zeichnet sich schnell durch große Tapferkeit aus, bei der Belagerung der Festung Philippsburg im Jahr 1676, in der die Stadt nach 32-jähriger Besetzung durch die Franzosen zurück erobert werden konnte, wurde dem jungen Markgrafen die Ehre erteilt, Kaiser Leopold I. in Wien die frohe Botschaft über den Sieg zu überbringen.

Als Dank ernannte ihn der Kaiser zum Obristen und unterstellte ihm ein seinem Onkel Hermann unterstelltes kaiserliches Infanterieregiment. im Jahr 1677 stirbt sein Großvater, da zu dieser Zeit die Volljährigkeit erst mit 25 Jahren eintritt, brauchte Ludwig Wilhelm die Zustimmung Kaiser Leopold I. um regierender Markgraf von Baden-Baden zu werden. Diese wurde dem erst 22 Jährigen Markgrafen auch erteilt. Doch zum Regieren kommt der junge Markgraf nicht, da er im Dienste des Kaisers im Krieg bleiben wird.

 

Aber schon im Juni 1678 wird Markgraf Ludwig Wilhelm bei Neuenburg verwundet, die zwingt ihn für einige Monate in seine Markgrafenschaft zurück zu kehren. Doch schon im Mai 1679 steigt der Markgraf die militärische Leiter ein weiteres Stück rauf, Kaiser Leopold I. versetzt ihn in den Rang eines Feldmarschallleutnant, dem vierthöchsten Offiziersrang der damaligen Zeit.

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