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In diesem Türkenkrieg von 1663/1664, auch 4.
Österreichischer Türkenkrieg genannt, konnte Oberbefehlshaber Graf Raimondo
Montecuccoli unter der Teilnahme (Onkel) Leopold Wilhelm von Baden das
zahlenmäßig überlegene osmanische Hauptheer, welches sich auf dem Weg nach Wien
befand, in der Schlacht bei Mogersdorf aufhalten. Das führte zum 20-jährigen
Waffenstillstand von Eisenburg/Vasvár.
Im Januar 1683 ist der Friede zu Ende und der
Sultan holt zum Gegenschlag aus, im Sultanspalast in Konstantinopel erklärt
Sultan Mehmed IV. dem Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation den Krieg,
Kaiser Leopold I. fordert er auf "Uns in deiner Residenzstadt zu erwarten,
damit Wir dich köpfen können" Darauf wollte Kaiser Leopold I. allerdings
nicht warten, trifft mit seinem Stadtkommandanten Ernst Rüdiger Graf Starhemberg
Vorkehrungen einen Angriff der Türken abzuwehren und schließt mit Bayern und mit
Hilfe des Papst Innozenz XI., mit Polen eine Bündnis ab. Was die Festungsmauern
betraf, war schon nach der ersten Wiener Türkenbelagerung seit dem Jahre 1548
die Stadtmauern immer wieder dem aktuellen militärtechnischen Stand angepasst
worden. Als weitere Sicherheit wurden die nur 200 Meter von der Stadtmauer
entfernten Vorstädte von den Kaiserlichen Truppen in Brand gesetzt, um den
Osmanen nicht als Schutz und Stützpunkt dienen zu können. Markgraf Ludwig
Wilhelm erhält die Aufgabe, die Bevölkerung mit ihren Habseligkeiten in die
Stadt zu evakuieren. Kaiser Leopold I. bleibt aber nicht in der Stadt, siedelt
mit seinem Hofstaat, und der hochschwangeren Kaiserin mit ihren Kindern aus
Sicherheitsgründen von Wien nach Passau. Mit ihm verließen auch etwa 80.000
Einwohner die Stadt.
Am 3. Mai 1683 erreichte Sultan Mehmed IV. mit
seinem Großwesir Kara Mustafa Pascha und der türkischen Armee Belgrad. Herzog
Karl V. von Lothringen der Oberbefehlshaber der Kaiserlichen Armee versuchte
durch die Belagerung bei Neuhäusel die türkischen Truppen abzulenken und Zeit
für die Verteidigung Wiens zu gewinnen, gab aber die Belagerung am 9. Juni auf
und zog mit seinen Truppen nach Raab zurück. Am 7. Juli kommt es zu einem
erbitterten Kampf zwischen seiner Nachhut und den sie verfolgenden Türken, eine
aufkommende Panik unter den Reichstruppen konnte nur durch das persönliche
Eingreifen von Oberbefehlshaber Karl V. von Lothringen und Markgraf Ludwig
Wilhelm verhindert werden.
Am 14. Juli 1683 erreichten die Türken Wien und
schlossen es innerhalb von zwei Tagen von Süden, Westen und Norden ein.
Großwesir Kara Mustafa Pascha setzt ein Schreiben zur Kapitulation und Übergabe
der Stadt auf und ließ es nach Wien bringen, Graf Starhemberg aber lehnt die
Kapitulation ab. Er hoffte mit etwa 11.000 Soldaten und 5.000 Bürgern und
Freiwilligen bis zum Entsatz durchzuhalten. Fast zwei Monate müssen die
Verteidiger den bis zu 200.000 Belagerern standhalten, bis am 11. September das
eilends zusammen getrommelte 75.000 Mann starke Ersatzheer mit Soldaten aus
Venedig, Bayern, Sachsen, Franken, Schwaben, Baden, Oberhessen und Polen unter
Polenkönig Johann Sobieski eintrifft. Markgraf Ludwig Wilhelm nimmt als
Kommandant eines Dragonerregiments an der Befreiung Wiens teil.
Die gelingt nur, weil Großwesir Kara Mustafa
Pascha es versäumt hat zur Sicherung seiner Truppen die Höhen des Wienerwalds
mit Verhauen ungangbar zu machen. Ein Angriff in den Rücken der Türken gelingt,
da die hauptsächlich Truppen der Kavallerie zur Verfügung haben, die türkische
Infanterie hatte sich in mit den Verteidigern der Stadt in deren Laufgräben in
erbitterte Kämpfe verbissen und war so gebunden.
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