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So kann Markgraf Ludwig Wilhelm in den
nächsten Jahren zwar keine großen Erfolge in der Form ruhmreicher gewonnener
Schlachten vorweisen, sein wahrer Erfolg wird es die Franzosen trotz
unterlegener Truppen abgewehrt oder durch das Austeilen ständiger kleiner
Schläge davon abgehalten hat die eigenen Stellungen anzugreifen. So zogen die
Franzosen 1693 sich wieder über den Rhein zurück, lange währt der Friede ab
nicht, der Spanische Erbfolgekrieg, der um das Erbe des kinderlosen letzten
spanischen Habsburgers, König Karl II. von Spanien, geführt wird, beginnt. Dieses
Mal kämpft eine Allianz aus kaiserlichen Truppen und England gegen Frankreich
und Bayern.
Erzherzog Karl, der zweite Sohn von Kaiser
Leopold I. wird von diesem als Erbe des spanischen Zweigs der Habsburger
auserkoren, auf Seiten der Franzosen ist das Philipp von Anjou, der Enkel von
Ludwig XIV. und auf Bayrischer Seite der Kurprinz Joseph Ferdinand von Bayern,
Sohn des Kurfürsten Maximilian II.
Um die Vereinigung der Franzosen mit den Bayern
zu verhindern wurde unter Markgraf Ludwig Wilhelm eine Armee aufgestellt, der
Markgraf eroberte am 9. September 1702 das damals Französische Landau in der
Pfalz. Im Oktober 1702 konnte in einer Schlacht eine Vereinigung mit den Bayern
vorerst verhindert werden.
Im Jahr 1703 geht die französische Armee unter
Marschall Villars auf Höhe der Stollhofener Linien wieder über den Rhein, ein
erster Versuch im Februar war gescheitert, dieses mal gelingt eine Vereinigung
der Truppen mit Bayern.
Erst 1704 erhalten die Truppen im badischen
Unterstützung durch Prinz Eugen und dem Engländer, dem Herzog von Marlborough.
Die Bedrohung durch die Bayern wird ausgeschaltet, auch die Franzosen werden
besiegt und befinden sich auf dem Rückzug.
In der Schlacht gegen die Franzosen am 2. Juli
1704 in Schellenberg bei Donauwörth wird der Markgraf schwer verwundet, dies und
seine zahlreichen inneren Erkrankungen veranlassen den Markgrafen seinen Abschied von
der Armee zu nehmen. Der wird ihm aber nicht genehmigt, die Krankheiten sind, so
glaubt vor allem der Herzog von Marlborough, nur vorgeschoben.
Als dann, am 5. Mai 1705 Kaiser Leopold I.
stirbt, übernimmt sein Sohn Kaiser Joseph voll Tatendrang und Energie die
Nachfolge. Der will die mittlerweile aus dem Reich gedrängten Franzosen
endgültig besiegen und plant einen Angriff, den Markgraf Ludwig
Wilhelm auf Grund der erschöpften eigenen Kräfte seiner Truppen
kategorisch ablehnt. Der "zaudernde und unentschlossene" Generalleutnant fällt
in Ungnade, ist aber gezwungen an der Seite des Duke of Marlborough und Prinz
Eugen den Feldzug zu beginnen, seine Kriegsverletzung am Oberschenkel zwingt ihn
aber zu einer mehrwöchigen Unterbrechung, was den Duke of Marlborough veranlasst
sich beim Kaiser auf das Erbitterste zu beschweren. Der Kaiser schäumt und gibt
dem Markgrafen die Schuld am fehlgeschlagenen Feldzug, der rechtfertigt sich in
einem langen Schreiben.
Am 31. Oktober 1706 reicht Markgraf Ludwig
Wilhelm endgültig seinen Abschied von der Armee ein, er bezieht sein noch nicht ganz fertig gestelltes Schloss
in Rastatt, im Alter von 52 Jahren, stirbt der unter dem Namen Türkenlouis
bekannte Markgrafen am 04. Januar 1707.
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