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Lohn von Kaiser Leopold I. für seinen Kampf gegen die Türken
ist die Ernennung des Markgrafen in den Rang
des Generalleutnant, ein Militärischer Rang, den vor ihm nur vier weitere
Befehlshabern im Kaiserlichen Heer erreicht haben. Auch bei der in der damaligen Zeit üblichen "Verheiratung"
ist der Kaiser behilflich, mit der erst 15-jährigen Sibylla Augusta von
Sachsen-Lauenburg, der späteren Erbauerin von
Schloss Favorite im Rastatter Ortsteil Förch findet der 35-Jährige
verdiente Kriegsherr seine Ehegefährtin. Auch wenn es wie zu dieser Zeit üblich
eine reine Standeshochzeit ist, findet sich das Paar schnell sympathisch und im
weiteren Verlauf der Ehe auch in echter Liebe zueinander. Die Hochzeit findet am
27. März 1690 in der Raudnitzer Schlosskapelle statt.
Nach dem Ende der "türkischen Gefahr" erhält
der Markgraf das Oberkommando der Armee am Oberrhein, wo er aber nicht mehr an die
großen Erfolge seines Feldzuges gegen die Türken anknüpfen konnte, zumal es sich
in der Heimat aufgrund der Übermacht der Franzosen vorwiegend um einen
Verteidigungskrieg handelt, der ganz andere taktische Erfordernisse bedurfte.
Kaiser Leopold I., mit dem der Markgraf sich
"leicht überworfen hat" nachdem dieser ausgerechnet seinen Erbfeind Herzog Ernst
August von Hannover 1692 seine so sehr gewünschte Kurwürde zuteil werden lies, tat gut daran dies zu
verweigern, konnte doch diese Standeserhöhung keinerlei substanziellen Vorteile,
dafür aber großen Ärger mit der zweiten badischen Linie der evangelischen
Markgrafen in Durlach einbringen. Die ablehnende Haltung Markgraf Ludwig
Wilhelm gegenüber seinem Kaiser sollte noch Folgen haben, bei seiner
Kandidatur zur polnischen Königskrone, die endlich die erhoffte Standeserhöhung
bringen soll, verweigert Kaiser Leopold I. seine Unterstützung. Der Kaiser hat kein Vertrauen mehr in die Loyalität des
Markgrafen, auch wenn er ihm die Krone aufgrund seiner großen Verdienste als
Heerführer "gerne gönnen" würde.
In der Schlacht gegen die Franzosen am 2. Juli
1704 in Schellenberg bei Donauwörth wird der Markgraf schwer verwundet, dies und
seine zahlreiche innere Erkrankung veranlassen den Markgrafen seinen Abschied von
der Armee zu nehmen. Der wird ihm aber nicht genehmigt, die Krankheiten sind so
glaubt der Hof nur vorgeschoben. Als dann, am 5. Mai 1705 Kaiser Leopold I.
stirbt, übernimmt sein Sohn Kaiser Joseph voll Tatendrang und Energie die
Nachfolge. Der will die mittlerweile aus dem Reich gedrängten Franzosen
endgültig besiegen und plant einen Angriff, den Markgraf Ludwig
Wilhelm kategorisch ablehnt. Der "zaudernde und unentschlossene"
Generalleutnant fällt in Ungnade, ist aber gezwungen an der Seite des Duke of
Marlborough und Prinz Eugen den Feldzug zu beginnen, seine Kriegsverletzung am
Oberschenkel zwingt ihn aber zu einer mehrwöchigen Unterbrechung, was den Duke
of Marlborough veranlasst sich beim Kaiser auf das Erbitterste zu beschweren.
Der Kaiser schäumt und gibt dem Markgrafen die Schuld am fehlgeschlagenen
Feldzug, der rechtfertigt sich in einem langen Schreiben.
Am 31. Oktober reicht Markgraf Ludwig
Wilhelm endgültig seinen Abschied von der Armee ein, er bezieht sein noch nicht ganz fertig gestelltes Schloss
in Rastatt, im Alter von 52 Jahren, stirbt der unter dem Namen Türkenlouis
bekannte Markgrafen am 04. Januar 1707.
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