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Naturschutzgebiet SchliffkopfDie Grindenflächen Schliffkopf       Google Maps

Sie liegt im Nationalpark Schwarzwald, die urwüchsige Landschaft des Schwarzwaldes, besonders die nicht bewaldeten Grinden im Nordschwarzwald faszinieren von jeher Besucher und Naturliebhaber. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts erwandern Naturliebhaber, damals als Sommerfrischler oder Luftschnapper bezeichnet diese herrliche Natur. In diesem Artikel möchten wir nicht auf das Schliffkopfhotel, nur auf das Schliffkopfgebiet, einem der schönsten Fleckchen im Nationalpark Schwarzwald eingehen.

Das Naturschutzgebiet Schliffkopf liegt im Kreis Freudenstadt auf dem Gebiet der Gemeinde Baiersbronn, erreichbar ist der Schliffkopf über die Schwarzwaldhochstraße, es liegt in der Nähe des Lotharpfades zwischen Ruhestein und Zuflucht.
Der auf 1.054 m ü.NN. gelegene Schliffkopf liegt seit Mai 2014 im Nationalpark Schwarzwald, er war davor schon Teil des Naturraum Grindenschwarzwald und Enzhöhen, seit dem 24.September 1938 ist das Gebiet als Schutzgebiet ausgewiesen. Der Schliffkopf ist somit das älteste Schutzgebiet auf den Höhen des Nordschwarzwald. Der Schliffkopfbergrücken besteht aus einem Untergrund aus Buntsandsteinm, der besonders während der letzten Eiszeit durch Wind und Eis geformt wurde und so seine heutige Form erhalten hat..

Intensive Sonneneinstrahlung während des Tages lässt Schmelzwasser in Gesteinritzen eindringen, durch den Frost bei Nacht gefriert das Schmelzwasser, es sprengt so tiefe Klüfte und Spalten in die Felsoberfläche. Herab fallende Felsblöcke lagern sich als Blockhalden ab und geben der Landschaft die urwüchsige Form.
Nach der letzten Eiszeit besiedeln Pflanzen die felsige Landschaft, die entstehende Humusauflage rundete letztendlich die Hochfläche ab. Im Laufe der Jahrtausende entstehen auf dem Schliffkopf wilde urwüchsige Wälder.

Gedenkstein Dinkelacker Ausgedehnte Wälder, unberührte Landschaft

Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen lässt seinen Helden in seinem 1668 erschienenen Schelmenroman "Der Abentheuerliche Simplicissimus" auch den Schliffkopf besuchen und so beschreiben "Ist ein wüstes Arabien und unfruchtbar, nichts als Tannenzapfen". In einer Urkunde aus dem Jahr 1679 steht über den Schliffkopf "Grausame Wälder, nichts als Klipp und Fels, in die man wohl hineinkäme, aber nicht mehr herausfinde."
Viel hat sich bis Mitte der 20er Jahre des 20. Jahrhundert da nicht geändert, die Landschaft konnte sich fast ungestört von den Menschen entwickeln, nur wenige Wanderer waren unterwegs auf wenigen ursprünglichen Pfaden und dem "Grenzweg", der die Grenze zwischen Baden und Württemberg folgte.

Grindenbeweidung Schliffkopf SchafeDer Mensch verändert die Landschaft

Im 14. Jahrhundert verlangt das Anwachsen der Bevölkerung einhergehend mit einem Ansteigen der Viehzahlen nach neuen Weideflächen, die Tal-Lagen reichen dafür nicht mehr aus, so beginnen im Mittelalter die Menschen die Schwarzwaldhöhen zu bewirtschaften, der auf dem Schliffkopf vorkommende lockere Baumbestand und die doch flacheren Hänge eignen sich ideal als Weidefläche. Es erfolgt eine Brandrodung und immer größere Herden von Rindern, Schafen und Ziegen führen etwa ab dem 15. Jh. zu massivem Nährstoffentzug und Bodenverdichtung. Dadurch vernässen die Böden, versauerten die nährstoff- und kalkarmen Oberbödenm was im Laufe der Zeit zu Moorbildung führt. Langsam entstand so das heute noch sichtbaren Landschaftsbild der Grinden. Feuchte Heideflächen, stellenweise nur mit Latschen = Bergkiefern (Pinus mugo) oder Fichten bewachsen. Besonders im Herbst leuchten die Flächen aus Borsten- und Pfeifengras in intensiven Farben, Moorheiden mit Sträuchern der Heidel-, Preisel- oder Rauschbeere wechseln mit scheidigem Wollgras, gewöhnlicher Moosbeere und Rosmarinheide.

Erst im 20. Jh. erfolgt das Ende der intensiven Beweidung auf dem Schliffkopf, Der Mensch führt die Stallhaltung und die Heumadh ein, das Mähen der Grindenfläche geht bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhundert, dann wird auch die "Madh" eingestellt.

Da hat der Freizeitmensch den Schwarzwald schon lange für sich erobert, die touristische Erschließung durch Wanderer und Ausflügler, die schon ab dem 19. Jh. beginnt, verlangt nach dem Erhalt der offenen Grindenfläche. Um die Artenverarmung zu verhindern, den Baumbewuchs, besonders das Verbreiten von Birken und Fichten und Pfeifengras weiterhin zu beschränken, wurden nun die Schliffkopfflächen zur Gewinnung von Heu bis in in die 1960er Jahre regelmäßig gemäht.

KreuzotterLebensraum zahlreicher Tierarten

Die Grindenflächen sind bevölkert von Spezialisten, zu finden sind Auerhühner, Zitronengirlitze, Wiesenpieper, Kreuzottern es gibt seltene Heuschreckenarten, dazu kommen verschiedene Zugvögel, Spechte, Amphibien und Reptilien. Dazu bedrohte Fledermäuse und zahlreiche Insekten und Spinnenarten.

Die Schliffkopf-Aktion

Um die Grinden zu erhalten erteilt im Jahr 1965 das zuständige Regierungspräsidium Südwürttemberg-Hohenzollern die Erlaubnis in das Schutzgebiet einzugreifen. So wird 1966 die Schliffkopf-Aktion ins Leben gerufen, später auch der Hornisgrindepflegetag. Freiwillige Helfer von Bergwacht, Schwarzwaldverein und anderen Naturschutzvereinen gehen unter Anleitung von Fachleuten mit Astscheren, Äxten und Motorsägen bewaffnet jedes Jahr daran, die Grinden mechanisch offenzuhalten. Aufkommende Fichten- und Laubholzbäumchen werden aus den Grindenflächen entfernt. Dazu kommt die schwierige Aufgabe unkontrolliert entstandene Trampelpfade, die im Borstenrasen kreuz und quer durch unbedarfte Wanderer oder ehemals militärischer Nutzung entstanden sind wieder zu beseitigen.

Schwarzwälder HinterwäldlerDie Beweidung wird wieder aufgenommen

Im Jahr 1997 startet ein ursprünglich auf 5 Jahre festgesetztes Pilotprojekt, auf 16ha Grindenfläche gegenüber dem Schliffkopfhotel weiden jetzt wieder Rinder, die die Fläche freihalten sollen. Dafür werden eine alte vom Aussterben bedrohte Rasse die Schwarzwälder Hinterwäldler aus leichten robusten Tieren mit gerade mal 1,35 Metern Schulterhöhe ausgewählt. Was Anfangs als Pilotprojekt gestartet wurde ist heute auch aus Kostengründen zum Standart geworden, neben 30 Rindern sorgen viele hundert Schafe und einige Ziegen bei jedem Besuch der Grinden für waldfreie Fläche. Wer etwas Glück hat kann beim Besuch der Schliffkopf-Grinden den Schäfer/Schäferin erleben, der mit den Tieren, Schafen und Ziegen die Landschaftspflege betreibt.

Der Schliffkopf-Ranger

Im Frühjahr 1993 nimmt der erste Schliffkopf-Ranger Jörg Klüber, seinen Dienst im Naturschutzgebiet "Schliffkopf" auf. Der Hauptamtliche Naturschutzwart der BNL Karlsruhe wird mit der Umsetzung des Besucherlenkungskonzeptes betraut. Zusammen mit den örtlichen Forstämtern und Gemeinden, dem Landratsamt und den örtlichen Vereinen bildete er die Arbeitsgruppe "Schliffkopf", die auf Grundlage des "Besucherlenkungs- und Sensibilisierungskonzeptes" die Umsetzung der Besucherlenkungsmaßnahmen vorbereitet. So können heute Besuchergruppen mit dem Schliffkopfranger bei einer Wanderung wichtige Informationen zum Schutzgebiet aufnehmen.

Der Schliffkopf im Dritten Reich

Die Nazis erbauen eine Festung, mit dem Westwall soll eine 630 Kilometer lange unbezwingbare Verteidigungslinie, bestehend aus schweren Flaggeschützen und Bunkeranlagen entstehen, die Schwarzwaldhöhen, so auch der Schliffkopf sind Teil des Westwalls. Dazu kommt die strategische Bedeutung der Schwarzwaldhochstraße, es werden Flagstellungen und Bunkeranlagen erbaut deren Reste heute noch zu sehen sind. Zudem wurde von der "Organisation Todt" auf Führeranweisung neben dem Schliffkopf Gedächtnishaus unter der Bezeichnung "Anlage T" (Tannenberg) ein kleiner Führerbunker erbaut. Der Bunker wurde zwar mit allem erdenklichen Luxus für den Führer fertig gebaut, der Führer hat den Bunker aber nie bewohnt. Das Inventar und die aus edlem Holz und Leder ausgeschlagenen Wände wurden gleich wieder entnommen und in das eigentliche Führerhauptquartier in der Nähe der Alexanderschanze verfrachtet, dessen Schicksal war nicht minder peinlich, aber das an anderer Stelle....

Aussichtsplattform SteinmäuerleNach dem Krieg

Nach dem Krieg gibt es vom Südwestfunk den Versuch einen 46 Meter hohen Sendemast auf dem Schliffkopf zu erstellen, ein vorhandener Bunker sollte als Technikraum verwendet werden, dazu war ein Wohnhaus für die Bedienungsmannschaft geplant. Der Bau konnte verhindert werden, auch weil die französischen Besatzer auf der Hornisgrinde eine Genehmigung und einfachere Lösung boten. So steht der Sendemast heute weithin sichtbar auf dem Gipfel der Hornisgrinde.

Die touristischen Erschließung des Schliffkopfgipfel

Ein weiteres Kapitel nimmt das einstige Gedächtnishaus und heutige Schliffkopfhotel sowie das vom Schwäbischen Schneeschuhbund erstellte "Schwäbischen Heldenmal" ein.

Dazu kommt die Schliffkopf Aussichtsplattform mit einem großen Buntsandstein, der Information über den Namen und Lage der Schwarzwaldberge gibt. Interessant auch eine die von Azubis des Forstreviers Allerheiligen im Rahmen des Life-Projekt erbaut Plattform aus Holz, die eine weitere Aussicht auf die Schwarzwaldhöhen gibt.

Das alljährliche Grindenfest

Das Nationalpark-Hotel Schliffkopf und das Naturschutzzentrum laden einmal im Jahr an einem Wochenende zum traditionellen Grindenfest ein. Das „Grindenfest“ auf dem Schliffkopf möchte seine Besucher über die Grindenbeweidung informieren, die Beweidung feiern, und die hervorragenden Produkte der Grindenbeweidung vorstellen.
Im Rahmen des Grindenfestes wird neben Exkursionen zu den Weidetieren, ein kleiner Bauernmarkt angeboten in dem Imker, Stricker, Seiler, Töpfer, Filzer und Drechsler ihre Produkte aus der Region zum Verkauf anbieten. Es gibt ein Kinderprogramm, die Schliffkopf-Spielarena, Schafscheren und mehr.
Das Grindenfest ist ein Fest für die ganze Familie, das Nationalpark-Hotel Schliffkopf versorgt die Besucher mit Spezialitäten vom Weiderind und Grindenlamm.

Da erfahrungsgemäß die Parkplätze beim Schliffkopf und an der Schwarzwaldhochstraße knapp werden können, empfiehlt es sich, das Grindenfest als Wanderer, mit dem Rad oder mit dem Bus zu besuchen.

Wanderwege die über den Schliffkopf führen

Skifernwanderweg
Schliffkopfrundweg
Westweg
Murgleiter endet am Gipfel
Wanderhimmel Höhenweg
Seensteig
Renchtalsteig 

Informationen zum Urheberecht

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  Schliffkopf im Winter



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