Drucken

Schwarzblaue ÖlkäferDer Schwarzblaue Ölkäfer

Der Schwarzblaue Ölkäfer (Meloe proscarabaeus) auch Maiwurm gehört zur Familie der Ölkäfer. Ölkäfer können bei Gefahr ein Wehrsekret erzeugen das den Giftstoff Cantharidin enthält. Die ölartige Substanz, die 10x giftiger als Strychnin ist, erzeugt auf der Haut Blasen und Geschwüre.

In früheren Zeiten wurde das aus den Käfern erzeugte Gift gerne für Giftmorde verwendet.

Ein Verwandter unseres Ölkäfers ist ein als „Spanische Fliege“ bekannter Käfer, sein in geringer Konzentration eingenommenes Gift wird gerne als Aphrodisiakum verwendet. So soll Casanova sich den Liebestrank mit Honig zubereitet haben.


Maiwurm

Merkmale

Der Schwarzblaue Ölkäfer wird 11 bis 35 Millimeter lang. Der aus einem Chitin-Panzer bestehende Käfer glänzt schwarzblau. Auch wenn er länglich gebaut ist wirkt er eher gedrungen. Seine Flügeldecken sind im Vergleich zu seinem Hinterleib sehr kurz.

Die Beine des Käfers und die fadenförmigen Fühler sind recht lang und kräftig gebaut. Die Fühler der Männchen sind in der Mitte deutlich geknickt. So müsste unser Exemplar hier ein Männchen sein.

Lebensweise

Die Käfer halten sich in der Regel am Boden auf wo sie sich von Pflanzenteilen ernähren. Viel interessanter sind jedoch die Larven, die sich als Parasit in den Nestern solitär lebender Wildbienen entwickeln.

Meloe proscarabaeusDie Weibchen des Ölkäfers legen 2000 bis 10000 Eier im Boden ab, nachdem die Eier im Boden überwintern haben schlüpfen die Larven. Ist die Larve aus dem Ei geschlüpft, klettert sie auf eine Blüte, wo sie auf eine passende Wildbiene wartet. Kommt diese vorbei, klammert sie sich an der Wildbiene fest und läßt sich in deren Nest tragen. Dort frisst die Junglarve zunächst das Bienenei und dann den Vorrat in der Zelle.

Für die weitere Entwicklung muss die Larve zurück in den Erdboden kriechen wo sie ähnlich wie ein Engerling überwintert. Im folgenden Frühjahr findet die Verpuppung statt die mit einem Jungkäfer endet.

Vorkommen

Man findet die Käfer von April bis Juni, oftmals auf Wiesen. Die Ölkäfer werden in Deutschland in der Roten Liste gefährdeter Arten als gefährdet eingestuft. Das liegt vorwiegend daran, dass der Lebensraum der Käfer, vor allem Wiesen, zunehmend verändert wird.

Fundort

Unseren Maiwurm konnten wir am Rand einer Streuobstwiese in Mösbach in der Ortenau fotografieren.

Informationen zum Urheberecht

Die in diesem Artikel eingestellten Bilder dürfen unverändert und unter Angabe der Quelle kopiert und zum Zweck der öffentlichen Berichterstattung in allen Medien weiterverarbeitet werden.



Quellen alle vom 26.01.2020

01.08.2019, von Axel - https://www.swr.de/blog/umweltblog/2010/01/19/fiese-giftmorde-mit-lustkafern/
https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzblauer_%C3%96lk%C3%A4fer
http://www.natur-lexikon.com/Texte/sn/001/00006-Maiwurn/sn00006-Maiwurm.html