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Ambrosia artemisiifolia L., Beifußblättrige Ambrosie

Ambrosia artemisiifolia kommt ursprünglich aus Nordamerika, dort ist sie als Ragweed bekannt. Heute findet man die Pflanze aber fast überall in den USA, auch in vielen Ländern der EU.

Die als hochallergen bekannte und gefürchtete Beifuß-Ambrosie hat sich in den letzten Jahren in ganz Deutschland ausgebreitet. Die Pflanze gilt als der Hauptverursacher des Heuschnupfens an dem im Sommer Millionen von Menschen leiden, sie steht daher in vielen Ländern auf der schwarzen Liste der zu bekämpfenden Pflanzen.

Weitere Namen der Pflanze, die zu den Korbblütengewächsen (Asteraceae) gehört, sind Beifußblättrige Ambrosie, Aufrechtes Traubenkraut und Beifußblättriges Traubenkraut. Von der Gattung Ambrosia gibt es weltweit etwa 40 Arten.

In Europa kommen insbesondere das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) sowie seltener das Dreiblättrige Traubenkraut (Ambrosia trifida) und das Ausdauernde Traubenkraut (Ambrosia psilostachya) vor, alle Arten sind Neophyten.

Standorte/Wuchsbedingungen
Die Beifuß-Ambrosie gehört zu den licht- und wärmeliebenden Pflanzen. Da sie auf ausreichende Niederschläge im Sommer angewiesen ist, gibt es sie im sommertrockenen Mittelmeerraum und in den Alpen nicht. Sie stirbt jedes Jahr nach den ersten stärkeren Frösten ab.

Erkennungsmerkmale
Die einjährige Pflanze ist von Grund an reich verzweigt, je weiter es nach oben geht umso mehr verzweigt sie sich. Wird sie voll besonnt und hat sie genügend Platz, wächst sie stark in die Breite. Typisch für die Ambrosia ist die kerzenleuchterartige Anordnung der Blütenstände.

Die doppelt fiederteiligen Blätter sind auf der Blattoberseite grün, auf der Blattunterseite ebenfalls grün, aber etwas heller. Der Stängel ist stark behaart und grün, er verfärbt sich im Laufe der Zeit rötlich. Das Hauptwachstum der Pflanze beginnt erst Ende Juni, dann wird die Ambrosia bei uns zwischen 0,2 Meter und 1,5 Meter, bei entsprechender Konkurrenzsituation oder gut mit Wasser versorgten Böden auch schon mal 2 Meter groß.

Die Pflanze ist einhäusig, männliche und weibliche Blüten sind getrennt voneinander auf einer Pflanze vorhanden. Sie bildet zwischen Juli und Oktober Blüten, die unscheinbaren, männlichen Blütenstände befinden sich am Ende der behaarten Triebe. Die weiblichen Blüten sind in Knäueln in den Achseln von Blättern angeordnet. Die meist einzige weibliche Blüte mit ihrem unterständigen, zweifächrigen Fruchtknoten wird von der behaarten vier- bis siebenzähnigen Körbchenhülle halb umschlossen. Die stark reduzierten Blütenkronblätter der weiblichen Blüte sind ohne Lupe nicht zu erkennen. Ihr Griffel trägt zwei Narben.

Die Pollen der männlichen Ambrosia werden in der Regel frühmorgens vom Wind verbreitet, wobei eine einzelne Pflanze bis zu einer Milliarde Pollen verbreiten kann. Allergiker reagieren bereits ab einer Konzentration von sechs Pollen pro Kubikmeter Luft empfindlich, bei elf Pollen pro Kubikmeter wird schon von einer starken Belastung gesprochen. Vergleicht man das mit Gräserpollen, ist das enorm, hier wird erst bei einer Konzentration von mehr als 50 Pollen pro Kubikmeter von einer starken Belastung gesprochen.

Die Ambrosia verbreitet ihre Pollen von Juli bis September/Oktober, es wurden sogar schon Pflanzen gesichtet die bis zum ersten Frost im November blühen. Das ist um so ärgerlicher, da Allergiker jetzt nachdem andere Pflanzen abgeblüht haben, nochmals verstärkt belastet werden.

Wird die Pflanze befruchtet, findet die Samenreife ab Oktober statt. Meist reifen die Samen erst über den Winter aus, ein vorhergehender starker Frost fördert noch die Keimungsrate. Die Samen können fast 40 Jahre keimfähig bleiben.

Wie gelangt die Ambrosia artemisiifolia L. nach Deutschland

Als unerwünschter „Beifang“ im Vogelfutter und mit dem Saatgut der Sonnenblumen werden Ambrosia-Samen auch heute noch nach Deutschland eingebracht.

Erstmals nach Deutschland eingeführt wurde Ambrosia im Jahr 1860, Getreidelieferungen in Hamburg hatten Saatkörner der Pflanze beinhaltet. So trat sie verstärkt an Verladeplätzen in Hafenanlagen und Bahnhöfen auf. Wie viele andere Pionierpflanzen nach dem 2. Weltkrieg fanden wir sie auch auf nicht geräumten Schuttfeldern.

Mit ihrem invasiven Ausbreitungstempo hat sie sich Zeit gelassen. Bis Ende der 1970er Jahre gab es nicht allzuviele Stellen in Deutschland an denen die Ambrosia in größeren Beständen zu finden war. Erst seit Anfang der 1990er Jahre kann eine verstärkte Ausbreitung der Pflanze, besonders auf offenen Bodenstellen und an Straßenrändern festgestellt werden.

Unterscheidungsmerkmale / Verwechslungsgefahr

Die Beifußblättrige Ambrosie kann mit verschiedenen anderen Pflanzen verwechselt werden.

Gemeine Beifuß
Gemeiner Beifuss (Artemisia vulgaris L.), seine Blätter sind auf der Oberseite grün, die Blattunterseiten silbrig-weiß gefärbt. Die Stängel sind unbehaart, sieht man Ende Mai Pflanzen, die schon ca. 50 Zentimeter hoch sind, kann man in der Regel vom Gemeinen Beifuss ausgehen, da die Ambrosia zu dieser Zeit nicht höher als 20 Zentimeter ist.

Hundspetersilie
Hundspetersilie (Aethusa cynapium), ihre Laubblätter sind zwei- bis dreifach gefiedert mit fiederspaltigen, spitzen auf der Oberseite glänzenden Blättchen. Der Blütenstand ist doldenförmig, die Blüten weiß. Beim Zerreiben riechen die Blätter entfernt nach Knoblauch.

Rainfarn
Rainfarn (Tanacetum vulgare) seine Blätter duften wegen seiner ätherische Öle stark.

Ist die Ambrosie Pflanze giftig

Abgesehen von ihren Allergie auslösenden Pollen gilt die Pflanze nicht als Giftpflanze, für Menschen ist der Verzehr der Pflanze aber nicht geeignet.

Wie kann eine weitere Ausbreitung der Beifuß-Ambrosie verhindert werden

Damit eine weiter Ausbreitung verhindert wird, ist es wichtig, die Pflanzen spätestens im August noch vor der Samenbildung zu entfernen. Besonders Gartenbesitzer sollten ihren Garten regelmäßig auf Ambrosia-Pflanzen kontrollieren und sie mitsamt der Wurzel ausreißen und entsorgen. Es wird empfohlen das Ausrupfen blühender Pflanzen mit Augen- und Atemschutz zu tätigen. Die Pflanzenteile sollten nicht in den Biomüll oder auf den Kompost geworfen, sondern im Restmüll entsorgt.

Quellen alle Dezember 2019

https://neobiota.bfn.de/handbuch/gefaesspflanzen/ambrosia-artemisiifolia.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Traubenkr%C3%A4uter
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/pflanzenwissen/05465.html
https://www.infoflora.ch/assets/content/documents/neophyten/inva_ambr_art_d.pdf
https://www.pflanzen-vielfalt.net/wildpflanzen-a-z/%C3%BCbersicht-r-z/traubenkraut-beifu%C3%9Fbl%C3%A4ttriges/
http://www.ambrosiainfo.de/

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