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Apfel – Apfelbaum

Äpfel sind mit einem mit einem pro-Kopf-Verbrauch von rund 30 Kilo auf Platz 1 bei den beliebtesten Obstsorten der Deutschen, Äpfel sind gesund und schmecken. Wer kennt ihn nicht den Spruch “An apple a day keeps the doctor away”.

Vielleicht etwas zu optimistisch, aber Äpfel sind wirklich sehr gesund, sie enthalten wichtige Inhaltsstoffe, darunter die Vitamine B1, B2, B6, E und C. Nicht zu vergessen, Äpfel enthalten für unsere Verdauung wichtige Ballaststoffe wie Pektin, daneben gibt es weitere sekundäre Pflanzen- und Mineralstoffe wie Kalium, Eisen, Jod und Zink. Die so wichtigen Polyphenole sind bei den Sorten aus dem Supermarkt leider größtenteils herausgezüchtet, aber dazu später mehr.

Äpfel für die Gesundheit

Einen Apfel sollte man mit der Schale essen, denn 70% der Vitamine und Nährstoffe sind in oder unmittelbar unter der Schale versteckt. Wer es mag, sollte einen Apfel komplett essen, auch im Kerngehäuse finden sich viele Vitamine und Nährstoffe.

Ein Apfel für die Verdauung

Ein Apfel kann unsere Darmtätigkeit ganz unterschiedlich beeinflussen. Ein fein geriebener Apfel bindet durch sein Pektin Wasser und ist daher bei Durchfall bestens geeignet. Das Pektin entfaltet seine Wirksamkeit besonders gut, wenn Sie den Apfel mit Schale reiben und dann ca. 15 Minuten stehen lassen.

Aber Achtung, ein roher Apfel auf nüchternen Magen kann unseren Darm ganz schön in Schwung bringen.

Apfelblüte in StreuobstwieseEin Apfel gegen Stoffwechsel-Erkrankungen

Ein Apfel regt also unseren Stoffwechsel an oder bremst ihn, aber er kann noch mehr, ein Apfel reinigt das Blut. Er hilft zudem Stoffwechselerkrankungen wie Rheuma, Gicht oder Arteriosklerose zu vermeiden.

Als Frucht schlechthin symbolisiert Apfel und Apfelbaum die Themenbereiche Sexualität, Fruchtbarkeit und Leben, Erkenntnis und Entscheidung sowie Reichtum.

Der Kulturapfel

Äpfel die wir heute kaufen können sind alles Kulturäpfel (Malus domestica Borkh., Syn. Pyrus malus L.) sie gehören zur Familie der Rosengewächse. Zu den Rosengewächsen gehören sehr viele Arten wie die namensgebenden, als Zierpflanzen genutzten Rosen, aber auch viele bekannte Obstarten wie Apfel, Birne, Brombeeren, Erdbeeren und Himbeere sowie das Steinobst mit Kirschen, Zwetschge, Pflaume, Mandel und viele andere.

Apfelblüte:

Seit dem Jahr 1951 vermerken Wissenschaftler den Beginn der Apfelblüte in Deutschland (BRD). Die fängt im Oberrheingraben und im Kölner Raum an und weitet sich dann immer weiter aus. Festgestellt wurde: Die Blüte fängt heute ca. 15 Tage früher an, auch ein Beleg für den Klimawandel.

Alternanz bei Obstbäumen

Ein Apfelbaum entwickelt seine Blütenanlagen für das folgende Jahr schon im August des vorhergehenden Jahres. Trägt der Baum viele Früchte, fehlt die Kraft für die Blütenbildung. Auf ein gutes Jahr folgt somit immer ein schlechteres Jahr.

Ein Vorgang den man an vielen Obstbäumen, insbesondere bei Kultur-Apfel und Kultur-Birne aber auch an Zwetschgen beobachten kann, häufig ausgelöst durch Einflüsse der Witterung.

Besonders anfällig für Alternanz sind die Apfelsorten Boskoop, Delbarestivale, Edler von Leipzig und Elstar.

Ein Apfelbaum alleine macht noch keinen Apfel

Für die Bestäubung ist dann ein Baum einer anderen Sorte wichtig, in Plantagen mit gleichen, sortenreinen Apfelbäumen gibt es daher immer einige Bäume einer anderen Sorte. Die sind dann aber nur im Apfelkern, nicht aber im Fruchtfleisch zu finden. Es gibt auch Bäume auf denen Teile zweier Sorten gepfropft werden, diese Bäume befruchten sich selbst.

Alte Sorten

Unter der Bezeichnung „Alte Apfelsorte“ versteht man Sorten, die vor etwa 1940 entstanden sind. Manche sind – aufgrund lokaler klimatischer oder kultureller Umstände – regional noch von Bedeutung, manche nurmehr vereinzelt in Obstbauversuchsanlagen zu finden.

Letztlich sind auch alte Sorten Kulturäpfel, und die wurden aus verschiedenen Sorten aus Wildäpfeln gezüchtet. Das kann auch heute noch gemacht werden, bis daraus durch langjährige Selektion eine neue Sorte entwickelt wird die in den Handel kommt, kann das bis zu 70 Jahre dauern. Werden Kulturäpfel gekreuzt geht der Vorgang (mit ca. 30-40 Jahre) schneller. Wildäpfel sind oft nur kirschgroß, sie bestehen hauptsächlich aus Kernen und sind stark sauer.

Alte Sorten besitzen mehr wertvolle Polyphenole als neue Sorten aus dem Supermarkt. Polyphenole sind Antioxidanten z.B Farbstoffe, Aromastoffen oder Gerbstoffe. Aufgeschnitten reagieren Apfelhälften z.B mit Sauerstoff, sie werden braun. Verbraucher möchten das nicht, so wurde das weggezüchtet, somit fehlt der gesunde Wirkstoff. Um sich trotzdem zu schützen produziert der Apfel Abwehrproteine, diese können allergische Reaktionen auslösen. Heutige Apfelsorten sind daher nicht mehr so gesund wie die alten Sorten.

Alte Sorten sind säuerlicher, neue Sorten sind  in der Regel süßer…

Apfel-Allergiker reagieren auf alte Sorten viel weniger, die Polyphenole helfen sogar andere Allergien zu lindern.

Pflanzenschutzmittel

Oftmals sieht man in Streuobstwiesen oder alten Apfelanlagen Hochstämme, also hohe Apfelbäume wachsen. Der Aufwand in solchen Streuobstwiesen, deren Äpfel oftmals überwiegend für den Eigenbedarf produziert werden, ist hoch, weshalb meist ganz auf Spritzmittel verzichtet wird.
Um den Einsatz von Pflanzenschutzmittel kommt aber kein Apfelproduzent herum, auch im Biobetrieb muss gespritzt werden. Die Bio-Äpfel die wir im Supermarkt kaufen können wachsen zumeist in Plantagen mit Niederstammanlagen. Da stehen auf einem Hektar oftmals bis zu 2 000 niedrige Apfelbäume. Auf solchen Monokulturen breiten sich schnell Krankheiten oder Schädlinge aus, auch der Bio-Landwirt muss sein Einkommen sichern, auch hier helfen nur Spritzmittel.

Rückstände (Spuren) von Pestiziden werden im Bio-Obst aber nur wenige gefunden, so enthält konventionelles Obst bis zu 500 mal mehr Pestizide.

Das liegt auch daran, dass Äpfel zu den am meisten gespritzten angebauten Pflanzensorten gehören, weil Äpfel sehr lange bis zur Reife brauchen. Im Durchschnitt wird in deutschen Apfelplantagen 21 Mal pro Jahr gespritzt, mit mehreren Wirkstoffen gleichzeitig. 90 Prozent der Spritzungen gelten Pilzen (Fungizide), Spritzungen gegen tierische Schädlinge (Insektizide) sind weitaus seltener.

Im Gegensatz zum konventionellen Anbau wird im BIO-Betrieb nur das gespritzt was auch in der Natur vorkommt, leider oft nicht weniger aggressiv. Ein Beispiel ist Kupfer, der ist an sich ungefährlich, im Boden reichert er sich aber an. Somit wird das Bodenklima gestört, was Regenwürmer und Mikroorganismen schaden kann.

Auch wenn gesagt werden kann, im Bio-Betrieb werden für die Insekten und Bodenbewohner Pflanzenschutzmittel nur in geringem Maße verwendet, Ziel sollte sein, resistentere Sorten zu züchten die weniger Pflanzenschutzmittel brauchen. Ideal sind aber auch alte Sorten, da sie wesentlich besser gegen Schädlinge aufgestellt sind.

Nach der Ernte – Äpfel lagern

Früher wurden Äpfel im Keller gelagert, die Äpfel die wir im Supermarkt kaufen können, werden in großen Kühllagern aufbewahrt. So bleiben die Vitamine besser erhalten, die Polyphenole sogar wieder etwas erhöht. Wollen wir die erhalten, sollten Äpfel bis zum Verzehr am besten im Kühlschrank, möglichst in einer gelochten Folie gelagert werden.

Quellen
https://www.alb-gold.de/aktuelles/gut-essen/detail/apfel-der-deutschen-liebstes-obst.html
https://www.perenterol.de/durchfall-essen-dos-donts.html
https://schrotundkorn.de/ernaehrung/lesen/aepfel-bios-spritzen-anders.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Rosengew%C3%A4chse
Quarks . Folge 24 - Frisch gepflückt: Wie es um den regionalen Apfel steht
Apfel-Allergie: Sind alte Apfelsorten verträglicher als neue? | Gut zu wissen | BR
https://de.wikipedia.org/wiki/Alternanz_(Obstbau)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturapfel
Marktcheck: Äpfel: Das gesunde Lieblingsobst der Deutschen

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