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Essigbaum oder HirschkolbensumachEssigbaum (Rhus typhina)

Der Essigbaum auch als Hirschkolbensumach bezeichnet stammt aus dem Osten Amerikas und Kanada. Der sommergrüne Baum dessen unpaarig gefiederten Blätter leicht mit dem des Götterbaums zu verwechseln sind wird aber lange nicht so hoch. Er wird bei uns als Strauch oft nur 3 bis 5 Meter hoch, seine maximal erreichbare Höhe als Baum dürften 10 Meter sein. Er erreicht ein Alter von 60 bis 70 Jahren, einzelne Exemplare werden bis 100 Jahre alt.

Der Baum gilt als invasiv, so sind Neupflanzung, Vermehrung, Verwendung und Verkauf in der Schweiz verboten.

Standortansprüche
Er gedeiht schlecht auf nassen, zu sauren und zu kalkhaltigen Böden, ansonsten stellt er nur geringe Ansprüche an den Boden. Am besten wächst er auf nährstoffreichen Böden an sonnigen und warmen Südhängen. Als Baumart, die Sonne oder zumindest lichten Schatten bevorzugt, kommt er in dichten Wäldern nicht vor.

Rinde/Borke/Triebe
Beim Essigbaum ist die Rinde der jungen Zweige dicht braunfilzig behaart, erinnern an ein mit Bast bewachsenes Hirschgeweih erinnern. 
Sie enthalten einen weißen Milchsaft, der bei Verletzung austritt und an der Umgebung schwarz wird. Die Borke älterer Pflanzen ist gräulich und leicht rissig bis schuppig, die Rinde älterer Äste ist mit zahlreichen orange-braunen Korkporen (Lentizellen) besetzt.

Wurzeln
Essigbäume besitzen eine bis zu 2 Meter tiefe Hauptwurzel und stark verzweigte Seitenwurzeln, die sich in geringer Tiefe durch den Boden ziehen. Die Seitenwurzeln, die sich in einem Umkreis von bis zu 10 Metern um den Stamm befinden, bilden oftmals Wurzelbrut.

Blätter
Die Blätter sind auf der Blattoberseite glänzend grün, auf der von samtartigen Haaren besetzten Blattunterseite hell bis graugrün. Sie sind unpaarig gefiedert und wechselständig angeordnet. Die 9 bis 31 Fiederblättchen bilden zusammen ein bis zu 60 Zentimeter langes Blatt und besitzen einen ungleichmäßig gesägten Blattrand.

Essigbaum mit BlütenBlüten und Samen
Der Essigbaum, Blütezeit Juni/Juli, ist eingeschlechtlich und zweihäusig, es gibt somit weibliche Blüten und männliche Blüten am gleichen Baum. Da diese zu unterschiedlicher Zeit blühen erfolgt keine Selbstbestäubung, es erfolgt jedoch oftmals auch eine Fruchtbildung bei nicht erfolgter Befruchtung.

Im August-September stehen dann die unverwechselbaren kolbenartigen Fruchtstände, diese bestehen aus kleinen roten Steinfrüchte, umgeben von langen roten Haaren.

Sonstiges
Das Holz des Essigbaums ist leicht, weich und spröde. Es hat einen beinahe weißen Splint und einen grün gestreiften, orangefarbenen Kern. Eine wenig bekannte Eigenschaft des Holzes ist seine Fluoreszenz. Unter UV-Licht zeigt es ein starkes neongelbes Leuchten

Wie gelangt Essigbaum nach Europa

Die Art wurde Anfang des 17. Jahrhunderts als Garten- und Parkbaum nach Frankreich eingeführt, vermutlich wegen seiner dekorativen Früchte und der besonderen Herbstfärbung. Die Blätter des Baumes werden im Herbst erst gelb, später orange und im Oktober leuchtend karmesinrot.

Die positiven Eigenschaften des Essigbaums

- Für Insekten ist der Essigbaum als Bienenweide geeignet.

- Die Früchte des Essigbaumes dienen was der Name des Baumes verrät zur Herstellung von Essig. In der Türkei werden die getrockneten Samen als Gewürz verwendet.

- Die Fruchtstände des Essigbaums können zur Herstellung von Limonaden genutzt werden. Das als Indianische Essig-Limonade "Indian Lemonade" bekannte Erfrischungsgetränk ist reich an Vitamin C.

Essigbaum Blüten und BlätterDie negativen Eigenschaften des Essigbaums

- Wurzelbrut des Baumes kann aus den Gärten in die Natur übergehen, wo der Essigbaum dichte Bestände bilden kann, so verdrängt er die einheimische Pflanzenwelt.

Wie kann die Verbreitung des Essigbaumes verhindert werden

Die beste Möglichkeit ist natürlich auf die Pflanze im Garten zu verzichten. Verwilderte Jungbäume können herausgerissen und mit dem Restmüll entsorgt werden, ältere Bäume/Sträucher sollten geringelt werden.
Typisch sind die behaarten jungen Zweige und Unterseiten der Blätter.

Wichtig: Giftige Teile des Essigbaum

Essigbäume gibt es in verschiedenen Arten, einige davon können durch enthaltene Urushiole bei Hautkontakt starke allergische Reaktionen hervorrufen. Die bei uns als Zierbaum verbreiteten Arten enthalten dieses „ starke Hautgift“ nicht, vorhanden ist bei ihnen ein milchiger Pflanzensaft aus Gerbstoffen und Ellagsäure. Ellagsäure ist ein Polyphenol und im Grunde ein gesundheitsfördernder Stoff. Polyphenole kommen in alten Apfelsorten vor. In größeren Mengen aufgenommen dreht sich der Gesundheitseffekt leider, aber wer isst schon die Blätter des Essigbaumes. Kontakt mit dem milchigen Pflanzensaft kann aber auch hier Hautreizungen auslösen.

Auch als Tierfutter sind die Blattteile des Essigbaumes nicht geeignet, so treten nach dem Verzehr oft Vergiftungserscheinungen auf. Zudem führt der Milchsaft oftmals zu Entzündungen an Haut und Schleimhäuten.

Quellen alle Dezember 2019
Dokumentation über die häufigsten invasiven Neophyten der Schweiz - Herausgeber Erwin Jörg
http://www.neophyt.ch/pdf/Dokumentation_Neophyten.pdf
Ronald Mayrhofer - pflanzen-vielfalt.net
https://www.pflanzen-vielfalt.net/b%C3%A4ume-str%C3%A4ucher-a-z/essigbaum/
Der Essigbaum oder Hirschkolbensumach
https://de.wikipedia.org/wiki/Essigbaum
17 Artikel zu Essigbaum
https://www.gartenjournal.net/zierpflanzen/baeume/laubbaeume/essigbaum
Dr. Nicole Nöske , Dr. Luciana Zedda, - BUND KG Bonn
http://www.bonn.bund.net/uploads/media/Rhus_typhina.pdf

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