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Die Sanierung des Neuen Schlosses Baden-Baden / Stand 12.2012     Google Maps

Luxushotel in altem Gemäuer

Mit dem Verkauf der ehemaligen Markgrafenresidenz, dem Neuen Schloss in Baden-Baden, soll in ferner Zukunft ein Fünf-Sterne-Hotel in den alten Mauern entstehen. Es ist geplant, Tradition und Moderne zu verbinden und bis 2013 werden die ersten Gäste im geplanten luxuriösen Hotel erwartet.

Aus der Vergangenheit

Das Neue Schloss in Baden-Baden, der Name trügt, ist es in Wirklichkeit doch steinalt, wurde erstmals im Jahre 1388 erwähnt und diente vom 15. bis 17. Jahrhundert als Sitz der Markgrafen von Baden. Das heutige denkmalgeschützte Gebäude wurde in der Vergangenheit mehrmals umgebaut sowie erweitert. Das Schloss hat mehrere Markgrafen gesehen und diente im 19. Jahrhundert den Großherzögen als Sommerresidenz. 1911 geht das Neue Schloss in den Privatbesitz des Hauses Baden. Markgraf Max von Baden ist der letzte adelige Besitzer des Anwesens. Wegen finanzieller Schwierigkeiten kann das "in die Jahre gekommene Gebäude" nicht renoviert werden und 1995 werden große Teile des Inventars zur Versteigerung angeboten.

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Im Jahre 2003 wird das Neue Schloss in Baden-Baden an Mubarak Abdul-Aziz Al Hassawi, Inhaber einer kuwaitischen Firmengruppe, verkauft.

Pläne für die Zukunft

Schon sechs Jahre vor dem Verkauf des Neuen Schlosses verliebte sich die Tochter des Käufers, Fawzia Al Hassawi, in die Stadt Baden-Baden und wollte zunächst nur für sich selbst eine Wohnung in der Kurstadt erwerben. Die Al Hassawi-Gruppe, die ihren Sitz in Kuwait hat und international in der Hotel- und Immobilienbranche tätig ist, sieht den Kauf des Neuen Schlosses und dessen Umbau zum Luxus-Hotel für eine durchaus lukrative Investition an. Des Weiteren ist ein Neubau im Schlossgarten geplant, welcher Raum für zusätzliche Zimmer bieten soll.

Standpunkt der Eigentümerin Fawzia Al Hassawi

Die Tochter des Gründers der Al Hassawi-Gruppe, steht den Plänen Ihres Vaters positiv gegenüber und auch sie sieht die Renovierung des Schlosses als Beginn einer neuen Zukunft. Die Schlossherrin betonte des Weiteren: "Es wird ein für die Bürger der Stadt und die Gäste aus aller Welt zugängliches Hotel entstehen, dessen Geschichte und auch dessen aktuelles Konzept und Design in Deutschland einmalig sein wird." Außerdem versicherte die Eigentümerin, dass dem Umgang mit der historischen Bausubstanz größte Sorgfalt entgegen gebracht werden soll. Es seien einige Umbauten sowie auch Erweiterungen nötig, damit eine langfristige wirtschaftliche Nutzung sichergestellt sei. Für das Projekt "Neues Schloss" veranschlagt die Al Hassawi-Gruppe für die Instandsetzung rund 18 Millionen Euro. Dazu kommen rund 60 bis 80 Millionen Euro als Investition für die künftige Hotelanlage. Alle Arbeiten an Schloss und Anlage sollen von Fachkräften aus der Region ausgeführt werden. Die Schlossherrin weiß um die sorgfältige Arbeit der deutschen Handwerker. Selbstverständlich wird dem Denkmalschutz größte Beachtung geschenkt.
Die Al Hassawi-Gruppe sieht in dem Schloss eine außergewöhnliche Immobilie und es wurde klar zum Ausdruck gebracht, wie stolz man ist, ein solch wichtiges Kulturdenkmal für die Nachwelt zu erhalten.
Es wird etwas "Einmaliges" geschaffen, wo die Erhaltung von historischer Bausubstanz in Kombination mit Luxus an erster Stelle steht.

Aus Sicht der Stadt Baden-Baden

Sowohl Oberbürgermeister Gerstner als auch der Gemeinderat begrüßen das Engagement der Eigentümerin, das Schloss vor dem Verfall zu retten. Mit der Sanierung und Erweiterung der Schlossanlage erfährt die Kurstadt eine Aufwertung und bietet eine zusätzliche Attraktion für Einheimische und Gäste an. Mit der Eröffnung des Luxushotels werden außerdem rund 150 neue und feste Arbeitsplätze geschaffen.

Im Jahre 2009 stellt Fawzia Al Hassawi den Bauantrag

Nach dem Verkauf des Neuen Schlosses entsteht zunächst für Außenstehende der Eindruck, dass sich nicht viel an der Realisierung des Bauprojektes tut. Dennoch wird hinter den Kulissen eifrig geplant sowie gearbeitet und 2009 ist es dann endlich so weit:

Die Schlossherrin stellt den Bauantrag für das bevorstehende Projekt. Oberbürgermeister Gerstner versichert der Investorin, dass die Stadt Baden-Baden alles tun wird, um die Baugenehmigung zeitnah auszuhändigen.


Stadt Baden-Baden erteilt die Baugenehmigung

Jetzt ist es amtlich, die Baugenehmigung für das Hotel-Projekt "Neues Schloss" wurde erteilt und die Übergabe erfolgte im April 2010 direkt durch den Oberbürgermeister der Stadt an die neue Eigentümerin. Die denkmalschutzrechtliche Genehmigung wurde bereits im Januar erteilt und so konnten wichtige Vorbereitungsarbeiten schon begonnen werden. Als Leiter der Renovierungsmaßnahmen steht der Architekt Prof. Bernd Kogel aus Karlsruhe. Man ist zuversichtlich – dass das Schloss nun bald wieder im alten Glanz erstrahlen wird. Mit dem Umbau wird eines der wertvollsten Baudenkmäler Deutschlands vor dem Verfall bewahrt und für die Öffentlichkeit wieder zugänglich sein.
Die Investoren gehen davon aus, dass die Umbaumaßnahmen in rund drei Jahren abgeschlossen sein werden.

Die symbolische Grundsteinlegung

Die symbolische Grundsteinlegung erfolgte gemeinsam mit Oberbürgermeister Gerstner und Regierungspräsident Dr. Rudolf Kühner. Fawzia Al-Hassawi gibt damit den Startschuss zum Umbau des Schlosses und versichert aufgrund der langjährigen Erfahrung, die Realisierung der geplanten Hotel-Nutzung.

Auch Baden-Badens Tourismus-Chefin Brigitte Goertz-Meissner zeigt sich zuversichtlich. Das Luxus-Hotel könne durchaus auch für Tagungen und Hochzeiten genutzt werden. Allem voran sei es in erster Linie wichtig, den richtigen Hotelbetreiber zu finden.

Neues Schloss Baden-Baden während der SanierungDie Arbeiten sind in vollem Gange

Die Arbeiten am Dach haben bereits begonnen und sollen nun auch in den Wintermonaten fortgeführt werden. Während der Renovierungsmaßnahmen stößt man des Öfteren auf Unvorhergesehenes, wie beispielsweise Pilzbefall am Dach, was das Austauschen vieler Balken nach sich zieht. Außerdem wurde im Dezember 2010 nun endlich eine befriedigende Lösung für das 150 Jahre alte Gartenhaus gefunden. Das Gartenhaus soll an eine andere Stelle versetzt werden.

Sollten die Arbeiten am Schloss weiter nach Plan verlaufen, ist man zuversichtlich, im Jahre 2013 die ersten Hotelgäste begrüßen zu dürfen.
Auch ein Jahr später, im Winter 2011, sind die Baumaßnahmen der Zeit entsprechend gut vorangekommen und auch die Kosten wurden weitgehend eingehalten. Mittlerweile sind die ersten nachgebildeten Ziegel verbaut und die Trümmer des ehemaligen Dagobertstturmes wurden vermessen, um diesen historischen Turm eventuell wieder aufbauen zu können.

Veränderungen der bisherigen Planung

Im Juni 2012 steht es fest – die kuwaitische Familie zieht sich aus der Finanzierung zurück, und Fawzia Al Hassawi sieht sich gezwungen, den bisherigen Bauantrag zu verändern. Es sollen auf viertausend Quadratmetern des Neubaus 15 bis 18 Service-Appartements gebaut werden, um die finanzielle Situation zu stabilisieren.
Die Stadt Baden-Baden will jedoch nur dann die Genehmigung hierfür erteilen, wenn ein verbindlicher Hotelbetreiber gefunden wird und die Renovierung am historischen Bauwerk zeitgleich fortgeführt wird.
Oberbürgermeister Gerstner sieht die Planung der Wohnungen in Kombination mit einem Hotelbetreiber, nicht als unüberwindliche Hürde und betont unterdessen, den Wunsch das Schloss wiederzubeleben, stehe für die Stadt an erster Stelle.


Die Bürger melden sich zu Wort

Die Veränderung im Bauantrag lässt bei den Bürgern der Stadt nicht nur positive Stimmen laut werden. Bei einer Umfrage in der Innenstadt äußern viele Passanten ihren Unmut und melden deutliche Bedenken an. Viele Bürger sind der Ansicht, dass die neue Schlossherrin dieses Vorhaben bereits im Vorfeld geplant habe. Außerdem vertreten manche Bürger die Meinung, dass der Gemeinderat gar nicht wisse, wie die finanzielle Situation der Eigentümerin wirklich aussieht. Andere Bürger wiederum würden die Veränderung begrüßen, da die Stadt Baden-Baden von den Gästen lebt und durchaus auch Vorteile erkennbar wären.

Droht dem 500 Jahre alten Wahrzeichen der Stadt Baden-Baden das Ende?

Diese Frage stellt sich der Immobilienmakler und Initiator vom Freundeskreis Neues Schloss Baden-Baden Martin Ernst, der den Veränderungen sehr kritisch gegenübersteht und seine Gedanken in ganzseitigen Anzeigen in der örtlichen Presse mitteilt.
Des Weiteren hinterfragt er das Vertrauen, welches Oberbürgermeister Gerstner einer ausländischen Firma entgegenbringt, die bis heute keine bankgarantierte Finanzierungsbestätigung erbracht hat.
Er weist ebenso darauf hin, dass der Erlös von 30 Millionen Euro, den der Verkauf der Luxusappartements bringen soll, nur ein Drittel des fehlenden Geldes für das Hotel-Projekt darstellt.
Der Freundeskreis Neues Schloss Baden-Baden, startet eine Kartenaktion, wo Bürger die Gelegenheit haben ihre Meinung kundzutun und sich gegen die Änderung im Bebauungsplan auszusprechen. Im Zeitraum von vier Wochen gingen über 650 Einwendungen bei der Stadtverwaltung ein. Die Karten werden nun geprüft und dann dem Gemeinderat vorgelegt.

Oberbürgermeister Gerstner zeigt sich weiterhin positiv

"Sie hat mein Vertrauen", so äußerte sich Oberbürgermeister Gerstner und sieht eine große Chance mit der weiteren Zusammenarbeit der arabischen Geschäftsfrau. Außerdem weiß er zu berichten, dass Fawzia Al Hassawi mit drei Interessenten als Betreiber für das geplante Luxushotel verhandle.

Doch ein adäquater Hotelbetreiber ist bisher leider noch nicht konkret in Sicht, was weitere negative Stimmen nach sich zieht.

Neue Perspektive für das Schloss-Hotel

Die internationale Hyatt-Hotel-Gruppe soll nun der neue Betreiber für das geplante Luxus-Hotel in der Baden-Badener Altstadt sein. Das Rätsel ist nun gelöst und ein weiterer Meilenstein gesetzt. Viele atmen auf, die Freude ist groß, ist man doch mit dieser Entscheidung einen Riesenschritt beim Hotel-Projekt" Neues Schloss" weitergekommen. Neben Oberbürgermeister Gerstner, der sich sehr zuversichtlich zeigt, ist auch bei Tourismuschefin Brigitte Goertz-Meissner nur Freude angesagt. Sie sieht die Hotel-Gruppe Hyatt für die Stadt Baden-Baden als durchweg positiv an und weiß, dass durch das entstehende Hotel neue Gäste gewonnen werden können.

Die US-amerikanische Hotelgruppe Hyatt will sich mit Fawzia Al Hassawi gemeinsam an das Schloss-Hotel wagen. Nun gilt es noch die rechtlichen Voraussetzungen, bezüglich des Gemeinderates der Stadt Baden-Baden, zu schaffen. Die Änderungen des Bebauungsplanes sollen dahingehend verändert werden, dass den Käufern der Service-Appartements ein dauerhaftes Wohnrecht bewilligt wird. Andererseits muss auch die arabische Geschäftsfrau Bedingungen der Stadt erfüllen, ganz vorne steht die Betreiberfrage für das Luxus-Hotel, die nun ja geklärt ist. Des Weiteren gilt es einen öffentlich-rechtlichen Vertrag zu unterzeichnen, der die städtischen Forderungen absichert.
Die Arbeiten an Alt- und Neubau müssen weitergehen, das heißt parallel verlaufen und die Eigentümer der Appartements dürfen erst dann einziehen, wenn die Renovierungen abgeschlossen sind und das Hotel eröffnet ist. Doch auch in diesen Punkten sei man sich weitgehend bereits einig geworden.
Die getrübte Stimmung der letzten Zeit soll nun einer Positiven weichen, und ganz wichtig scheint dem Architekten Professor Bernhard Kogel auch die Transparenz in allen Dingen.

Die geplante Eröffnung des Fünf-Sterne-Luxus-Hotel für das Jahr 2013 ist nun definitiv vom Tisch. Es kann nicht mit einer Eröffnung vor 2015 gerechnet werden. Nun heißt es abwarten, bis der Gemeinderat seine Zustimmung gegeben hat, damit die Investorin, mit der Einreichung des Baugesuches für den Neubau, den Startschuss geben kann. Dies ist für das kommende Jahr geplant.

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