Botanischer Spaziergang für Naturbegeisterte Laien, Studierende und grüne Berufe
Ob der geschärfte Blick für Details im Studium, das gezielte Training für eine anstehende Feldbotanik-Prüfung oder einfach die pure Neugier an unserer Natur: Das präzise Erkennen von Pflanzenarten ist kein Hexenwerk, sondern Handwerk.
Oft reichen schon zwei oder drei markante Merkmale aus, um eine Art sicher zu bestimmen. Genau diese praktischen Kniffe stehen so in keiner Lern-App, man muss sie draußen in der Natur sehen und erleben.
Ein geführter botanischer Spaziergang bietet Naturinteressierten, Studierenden und Berufseinsteigern in grünen Berufen jetzt die ideale Gelegenheit, dieses Wissen praxisnah zu vertiefen.

Einen Storchschnabel erkennen viele Menschen auf den ersten Blick. Doch um welche der zahlreichen Arten handelt es sich genau?
Ein Beispiel:
Der Stein-Storchschnabel (Geranium columbinum) Er besitzt extrem lange, dünne Blütenstiele, die die dazugehörigen Blätter weit überragen. Die Blüten wirken dadurch sehr locker und „luftig“.
Schlitzblättriger Storchschnabel (Geranium dissectum) Die Blütenstiele sind im Vergleich dazu auffallend kurz. Die Blüten sitzen dadurch dicht gedrängt und schon mal tief im Laub verborgen.
Und wussten Sie, dass sich der gewöhnliche Hornklee und der Sumpfhornklee ganz leicht an wenigen Merkmalen voneinander unterscheiden lassen?

Gewöhnliche Hornklee (Lotus corniculatus)
Die Kelchzähne der noch geschlossenen Blütenknospen sind gerade nach vorne gestreckt und neigen sich an den Spitzen zusammen.
Der Stängel ist kantig und innen markig, also voll ausgefüllt (nicht hohl).
Die Teilblättchen zeigen auf der Unterseite keine deutlich sichtbaren Seitennerven.
Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus / uliginosus) Die Kelchzähne sind bei der Knospe deutlich sternförmig nach außen zurückgekrümmt.
Der Stängel ist gefurcht, deutlich kräftiger und innen hohl (röhrig). Das lässt sich leicht prüfen, indem man einen Stängel vorsichtig zusammendrückt oder durchschneidet.
Die Seitennerven der Teilblättchen sind auf der Unterseite deutlich als erhöhtes Netzwerk erkennbar.
Bei diesem Spaziergang tauchen die Teilnehmenden tiefer in die Welt der Pflanzenbestimmung ein. Neben den optischen Erkennungsmerkmalen vermittelt die Führung wichtiges Basiswissen über ökologische Zeigerwerte und die engen Beziehungen zwischen Pflanzen und Insekten. Auch historische und moderne Verwendungen in Küche und Heilkunde werden am Rande beleuchtet. Da es sich nicht um eine klassische Kräuterführung handelt, liegt der Fokus klar auf der Botanik, dennoch sind Kräuterexperten herzlich willkommen, denn auch für sie gibt es sicherlich noch Neues zu entdecken.
Die Veranstaltung versteht sich als praxisnahes Training und richtet sich an ein breites Publikum. Neben interessierten Laien spricht die Führung ausdrücklich Studierende, Auszubildende und Berufsanfänger aus der grünen Branche sowie alle an, die sich auf eine Zertifizierung oder Feldbotanik-Prüfung vorbereiten und ihre Artenkenntnis festigen wollen.
Eine Erkenntnis zu Pflanzen-Tierverbindungen
Warum finden wir am heimischen Großen Springkraut eigentlich so wenige Insektenarten, obwohl es schon immer hier ist?
Die Antwort liegt in der Evolution: Das Echte Springkraut ist bei uns ein echter Einzelgänger. Es ist der einzige Vertreter seiner Gattung in Mitteleuropa. Das bedeutet: Es fehlen ihm die engen Verwandten in unserer Flora.
In der Natur ist es oft so, dass Insekten sich leichter an eine neue Pflanze anpassen können, wenn sie deren ‚Verwandtschaft‘ schon kennen. Da das Springkraut aber völlig isoliert bei uns steht, konnten sich im Laufe der Jahrtausende nur sehr wenige spezialisierte Insekten an seine ganz speziellen Inhaltsstoffe anpassen.
Dieser Mangel an ‚Verwandtschaftshilfe‘ führt dazu, dass die ökologische Nische dieser Gattung bei uns einfach sehr schmal besetzt ist. Es gab schlicht keine Brücken-Arten, die anderen Insekten den Weg auf das Springkraut geebnet hätten.
Jetzt Interesse geweckt? Wer teilnehmen möchte, wird gebeten, nach Möglichkeit eine Lupe sowie ein Bestimmungsbuch oder eine entsprechende App mitzubringen.
Leitung: Christian & Kornelia Bollian, NABU-Gruppe Offenburg
Sonntag, 21. Juni 2026
Sonntag, 26. Juli 2026
Sonntag, 23. August 2026
Sonntag, 20. September 2026 (Fokus: Bäume und Sträucher)
Treffpunkt: jeweils 9.00 Uhr im Raum Offenburg, der genaue Treffpunkt wird bei Anmeldung bekannt gegeben
Dauer: Ca. 2–3 Stunden
Info: Bitte anmelden unter exkursion(at)nabu-offenburg.de
Amsel - Turdus Merula

Die Amsel (Turdus Merula), gerne auch Schwarzdrossel bezeichnet, aus der Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes) ist ein Singvogel und gehört zur Familie der Drosseln (Turdinae). Sie beginnt bereits etwa 45 Minuten vor Sonnenaufgang mit ihrem melodischen Gesang und manchmal bis in die Dunkelheit hinein. Man hört Sie während der Brutzeit von Februar bis Juli.
Merkmale/Aussehen:
Körperlänge ca. 24- 25 cm
Flügelspannweite ca. 34 – 39 cm
Gewicht 70 – 148 g
Männchen: diesjähriges Männchen schwarzbrauner Schnabel, adultes Männchen orangegelber Schnabel mit gelbem Augenring, Gefieder komplett schwarz
Weibchen: Jungvogel braun mit dunklem Schnabel, Oberseite hellbraun gefleckt, Unterseite dunkel gefleckt, adultes Weibchen dunkler Schnabel und dunkelbraunes Gefieder
Zugverhalten
Die Amsel ist ein Standvogel und Teilzieher und ganzjährig bei zu sehen.
Lebensraum
Ursprünglich ist die Amsel ein Bewohner des Waldes, ist inzwischen in Siedlungen, Parks und Gärten anzutreffen.
Brutbiologie:
Die Amsel ist bereits im 1. Lebensjahr geschlechtsreif. In 2 – 3 Jahresbruten baut Sie Ihr offenes Nest aus Halmen und kleidet es mit feuchter Erde und feinem Pflanzenmaterial aus. Den Brutplatz wählt Sie zum Beispiel in niedrigen Büschen, Hecken, Holzstapel oder auf einer festen Unterlage an Häusern. Ab März bis Ende Juni legt das Amselweibchen 4 – 5 bläuliche, oft braun gezeichnete Eier und brütet 11-16 Tage allein bis zum Schlupf. Die Jungen sind Nesthocker und bleiben 12 – 19 Tage im Nest und werden von beiden Elternteilen gefüttert. Nachdem Sie das Nest verlassen haben werden Sie noch außerhalb des Nestes gefüttert bis Sie mit 15 – 31 Tagen selbständig sind.
Gesang:
Melodisch und abwechslungsreich in vollen Tönen wirbt das Männchen um ein Weibchen. Klare sprunghafte Flötentöne wechseln sich ab mit kurzem Zwitschern und kleinen Trillern. Bei Gefahr warnt die Amsel laut mit einem metallischen „pli-pli-pli-pli-pli“.
Warnruf:
Metallisch klingendes „pli-pli-pli-pli-pli“.
Nahrung:
Das Nahrungsspektrum erstreckt sich von Regenwürmer, Insekten und Schnecken, die sie hüpfend am Boden sammeln, bis zu Beeren und Früchten. Im Winter sind die Amseln auch am Futterhaus anzutreffen.
Gefährdung:
Nach der Roten Liste.Deutschland. ist die Amsel nicht gefährdet.
Bedrohung durch Usutu
Im Jahr 2010 hat das Usutu-Virus zum ersten Mal die Amsel befallen und hatte unsere heimischen Amseln gefährdet. 2018 ist die Krankheit glücklicherweise zurück gegangen, hat sich aber leider 2024 wiederholt.
Quellen:
Nabu Webseite
Hans-Joachim Fünfstück /Ingo Weiß -Die Vögel Mitteleuropas im Porträt
Kosmos Naturführer – Welcher Vogel ist das
Wikipedia
Falken - Falco
Vorweg, Falken zählen nicht zu den Greifvögeln.
Falken haben meistens einen langen Schwan und spitze Flügeo. Sie sind eine Gattung aus der Famlie der Falkenartigen (Falconidae).
Nach Untersuchungen hat man festgestellt, dass Falken näher mit Papageien und Sperlingsvögel verwandt sind. Im Gegensatz zu den Greifvögeln bauen Falken selbst keine Nester. Falken brüten vielmehr in den Nestern anderer Vögel, so kann öfters beobachtet werden, wie Falken z.B. das Nest von Elstern übernehmen. Das Gezeter der Elster ist dabei nicht zu überhören, meistens müssen sie sich letztlich den Falken aber geschlagen geben. Aber auch Felsnischen werden gerne angenommen. Mittlerweile findet man die Falken auch in Städten, wo Sie gerne in Kirchtürmen in Balkonkästen oder auf Fensterbrettern brüten.
Weltweit zählt die Gattung der Falken 39 Arten, davon können 5 in Deutschland beobachtet werden, drei brüten auch in Deutschland, dies sind:
Turmfalke, Falco tinnunculus, brütet in Deutschland
Wanderfalke, Falco peregrinus, brütet in Deutschland
Baumfalke Falco subbuteo, brütet in Deutschland
Nicht in Deutschland brütend, aber schon mal zu sehen sind:
Rotfußfalke , Falco vespertinus, brütet in Osteuropa und Rußland, überwintert in Afrika und Südeuropa, Durchzügler in Deutschland
Merlin, Falco columbarius, brütet in Skandinavien und Rußland, überwintert in Mitteleuropa, Durchzügler in Deutschland.
Ausnahmen von Falken, die in Deutschland zu sehen sind:
Gerfalke, heimisch in Island und Norwegen, selten sind Jungvögel im Winter in Norddeutschland zu sehen
Würgfalke, heimisch in Europa und Osteuropa, Vorderasien, manchmal Sichtung in Österreich, selten in Deutschland
Lannerfalke, in Südeuropa und Nordafrika heimisch
Bei der Jagd halten die Falken oft von einem Ansitz bzw. der Turmfalke in der Luft stehend rüttelnd nach Beute Ausschau. Im Sturzflug ergreifen sie dann ihre Beute, die z.B. aus kleineren Säugetieren wie Mäusen, Vögeln, Reptilien oder Amphibien besteht.
Bei der Jagd nach Mäusen hilft ihnen, dass sie UV-farben, also ultraviolettes Licht (UV) sehen. Mäuse-Urin ist ist für die Vögel an seiner UV-Farbe erkennbar, so wird erkannt, wo die Mäuse ihre Wege durch das Gras angelegt haben.
Aber auch Mäuse scheinen das zu wissen, auch sie können UV-Licht sehen und legen so falsche Fährten um den Falken zu täuschen.
Ist die Beute gefangen:
Die Falken sind Bisstöter, sie erbeuten ihre Nahrung mit ihrem Falkenzahn, das ist eine Einkerbung im Oberschnabel, durch einen Biss in den Nacken. Die Füße sind nur zum Festhalten und Fangen gedacht. Einzig beim Wanderfalken kann es vorkommen, dass die Beute bereits durch den Aufprall beim Sturzflug. getötet wird.
Quellen:
youtube, Kalle Nibbenhagen, Alle Falkenarten Deutschlands sicher bestimmen
https://de.wikipedia.org/wiki/Falken
Hausrotschwanz - Vogel des Jahres 2025
Phoenicurus ochruros
Der kleine niedliche Vogel mit dem rostbraunen Schwanz hat es aufs Siegertreppchen geschafft und ist zum Vogel des Jahres 2025 gewählt worden.
Der Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros) ist ein Singvogel aus der Ordnung Sperlingsvögel (Passeriformes) und gehört zur Familie der Schnäpperverwandte (Muscicapidae).
Leicht zu erkennen ist er an seiner schlanken aufrechten Haltung und seinen hohen Beinen, und dann natürlich an seiner rostroten Schwanzunterseite. Gerne sitzt er auf Dachfirsten, Antennen oder Zaunpfählen, knickst und zittert dauernd mit dem Schwanz.
Merkmale/Aussehen:
Körperlänge ca. 13 – 15 cm
Flügelspannweite ca. 23 -27 cmGewicht 12 – 22 g
Schnabel: schwarz und spitz
Augen: schwarz
Gefieder: beim Männchen fast schwarz, beim Weibchen grau
Beine und Füße: lang, dünn und schwarz
Schwanz: rostrot mit dunkler Mitte
Steiß: weiß
Die Vogelart weist einen Geschlechtsdimorphismus aus was bedeutet, dass Männchen und Weibchen unterschiedlich aussehen
Mit etwa 14– 15 cm ist der Hausrotschwanz etwas kleiner als ein Sperling. Die Beine sind fast schwarz und hochhakig
Weibchen
Das Federkleid des Hausrotschwanz Weibchens ist schlicht mausgrau gefärbt, wobei die Flügel eine etwas braunere Tönung haben
Männchen
Das mausgraue Gefieder der meisten Männchen im 1.en Sommerkleid ist identisch der Weibchen und lässt sich nicht unterscheiden, sie tragen das sogenannte Hemmkleid. So kommt es vor, dass zwei gleichfarbige Hausrotschwänzchen die Jungen aufziehen.
Das weiterentwickelte 1.e Sommerkleid hat ausgeblichene braune Flügel. Das adulte Männchen hat eine grauschwarze Gefiederfärbung mit weißem Flügelfeld.
Im Prachtkleid ist das Gesicht, Kehle und Brust fast schwarz, Bauch und Oberseite mit einer grauen Nuance, in den hellgrauen Armschwingen ist das weiße Flügelfeld deutlich sichtbar.
Unverkennbar bei beiden Geschlechtern sind die rostbraunen Schwanzfedern in dessen Mitte sich ein dunkles Zentrum befindet
Lebensraum
Ursprünglich war der Hausrotschwanz ein Felsbewohner im Gebirge in einer Höhe bis über 3000m. Seit etwa 250 Jahren ist er auch im Tiefland und in Siedlungsräumen in der Nähe des Menschen anzutreffen.
Zugverhalten
Er ist bei uns ein Sommergast von März bis November, vereinzelt überwintert der Hausrotschwanz bei uns. Er zählt zu den Kurz- und Mittelstreckenflieger, sein Überwinterungsgebiet befindet sich hauptsächlich an der Mittelmeerküste Spaniens, den Tieflagen der Mittelmeerinseln, Italien, Griechenland, Kleinasien und Nordafrika bis zum Nordrand der Sahara
Brutbiologie
Die Geschlechtsreife des Hausrotschwanzes tritt im 1. Lebensjahr ein.
Im Bergland brütet der Hausrotschwanz an Felsen während er in der Ebene in den Siedlungen der Menschen brütet. Sein Nest baut er in Felsspalten, Mauernischen, unter Dächern. Sein Nest baut er aus Halmen oder nutzt alte Nester anderer Vögel in Nischen, Halbhöhlen, Felsvorsprüngen oder Mauervorbauten oder in geschlossenen Räumen. Ebenso nimmt er auch Halbhöhlen-Nistkästen an.
Zwischen April und September legt das Weibchen 4 – 6 weiße Eier in 1 – 3 Jahresbruten und brütet etwa 12 – 17 Tage bis die Jungen schlüpfen. Beide Elternteile füttern bis die Jungvögel nach 15 – 17 Tagen das Nest verlassen. Wenn die Jungen das Nest verlassen haben werden sie noch etwa 10 Tage von den Adulten Vögeln gefüttert, sind aber schon nach einer guten Woche selbstständig.
Nahrung
Der Hausrotschwanz ernährt sich hauptsächlich von Insekten, Spinnen und Beeren, allerdings ist er auch um Futterstellen herum zu beobachten.
Gesang
Stockdunkel ist es noch, wenn der Hausrotschwanz mit seinem Gesang, den er eine Stunde vor Sonnenaufgang er von einem hohen Ansitz aus beginnt. Er startet mit Pfeiftönen, wiederholt klappernd denselben Ton, es folgen etwa 2 Pausen, um dann knirschend die Strophe mit mehreren kurzen Pfeiftönen zu beenden. Seinen etwas scharf pfeifenden Ruf wiederholt er oftmals ungeduldig, wenn er sehr erregt ist, hängt er ein Schnalzen an.
Gefährdung
Der Hausrotschwanz gilt als nicht gefährdet.
Der Hausrotschwanz hat im Gegensatz zu anderen Vogelarten eine gute Überlebenschance. 90 % der Jungvögel fliegen aus, Fressfeinde sind gelegentlich der Sperber oder die Schleiereule. Größte Gefahr für den Hausrotschwanz stellt jedoch die Hauskatze dar sowie die Singvogeljagd im Mittelmeerraum.
Quellen:
Nabu Webseite
Hans-Joachim Fünfstück /Ingo Weiß -Die Vögel Mitteleuropas im Porträt
Kosmos Naturführer – Welcher Vogel ist das
Der Kosmos Vogelführer
Wikipedia
Kalle von Ornithologie für Anfänger – Der Hausrotschwanz
Braunkehlchen - Saxicola rubetra
Das Braunkehlchen ist ein Singvogel (Passeri) aus der Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes). Es zählt zur Gattung der Wiesenschmätzer (Saxicola) und Familie der Fliegenschnäpper (Muscicapidae). Das Braunkehlchen war Vogel des Jahres 2023, steht auf der Roten Liste der Brutvögel und gilt als stark gefährdet.
Entdecken kann man den kleinen Singvogel wenn er auf einem hochgewachsenen Pflanzenstil, einer Staude oder auf einem Zaunpfahl sitzt. Fliegt er weg, entdeckt man die weißen Schwanzseiten.
Vorkommen
Das Braunkehlchen brütet in Westeuropa bis in den Westen von Zentralasien. In Europa erstreckt sich das Brutgebiet von Nordspanien bis Norwegen über den Polarkreis hinweg. Brutplätze sind auch im Mittelmeerraum auf Korsika, im Apennin und in Nordgriechenland zu finden. Die südlich gelegenen Brutplätze liegen jedoch im Gebirge.
Zugverhalten
Das Braunkehlchen zählt zu den Langstreckenfliegern. Das Überwinterungsgebiet befindet sich in den Savannen und Graslandschaften südlich der Sahara in Ostafrika südlich des Äquators.
Bereits Ende August bis Anfang September die Braunkehlchen in Mitteleuropa weg – habe jedoch im Oktober 2021 bei uns noch welche angetroffen. Aus dem Überwinterungsgebiet treffen die ersten im März im Brutgebiet ein. Die Besetzung der Brutplätze kann aber bis tief in den Mai hinein dauern.
Lebensraum
Das Braunkehlchen benötigt offene und großflächige Feuchtgebiete, Streuobstwiesen die extensiv genutzt werden sowie Brachflächen und Ödland. Stauden aus dem Vorjahr und andere Ansitzwarten sind entscheidend für die Auswahl des Brutgebiets.
Brutverhalten
Brutzeit Mai – Juni, 1 Brut
Das Braunkehlchen wählt für das Nest offen gehaltene Landschaften mit unterschiedlichen Krautschichten um Nahrung zu suchen. Für die Wahl des Brutplatzes sind einzelne höhere Ansitzmöglichkeiten wie z.g. Halme, Büsche oder Zaunpfosten erforderlich.
Wählt das Braunkehlchen eine Wiese zum Brüten aus, wird das Neest auf dem Boden aufgesetzt oder in eine kleine Mulde eingelassen. Häufig wird es am Fkuß einer Staude oder einem kleinen Strauch aus getrockneten Pflanzen locker gebaut und mit dünnen Grashalmen ausgepolstert. Damit es auch gut versteckt liegt tarnt das Braunkehlchen das Nest von oben.
Das Weibchen legt ca. 5 – 7 grünlich-blaue Eier und brütet diese alleine aus, das Männchen hilft beim Füttern der Nestlinge.
Nestlinge bedeutet, dass die Vögel Nesthocker sind und in der Zeit vom Schlüpfen bis zum Flügge werden sind im Nest der Eltern leben (Nestlingszeit).
Die jungen Braunkehlchen verlassen das Nest bevor Sie fliegen können, verstecken sich in der Nähe des Nestes, erlernen die Flugfähigkeiten und selbstständige Nahrungsaufnahme. Eine neue Lebensphase beginnt, der Nestling wird zum Ästling.
Aussehen
Das Braunkehlchen ist mit einer Größe von ca. 12 – 14 cm kleiner als ein Sperling. Der Körperbau ist sowohl beim Weibchen als auch beim Männchen gedrungen mit kurzem Schwanz und langen schwarzen Beinen sowie einer blass-orangebraunen Brust und Kehle. Die Alt- und Jungvögel können auf der Brust feine Flecken haben. Der Bürzel ist hellbraun und dunkel gefleckt, die restliche Oberseite gestrichelt
Weibchen:
Die Außenseiten der Steuerfedern sind weiß, die Endbinde schwarz, die Flügel braun mit weißen Flecken. Das Gesicht zeichnet ein beige-weißer Überaugenstreif, Wangen sind braun, Scheitel braun-hellbraun gestrichelt, jeweils mit beige-weißer Umrahmung. Mit einem Hauch Orange ist der weißliche Bauch gefärbt.
Männchen:
Das Gesicht ist geprägt durch einen markanten weißen Überaugenstreif und weißen Kinnstreif. Wangen sind schwarzbraun, Scheitel schwarz-braun gestrichelt, jeweils mit weißer Umrahmung. Die Kehle und Brust sind orangegelblich gefärbt.
Gesang
Im Stimmkopf (Syrinx) werden Kratzig gepresste kurze Lautfolgen mit zwitschernden Abschnitten gemischt mit Imitationen erzeugt.
Warnruf
Bei Gefahr gibt das Braunkehlchen weiche kurze Pfeiftöne und schnalzende Laute von sich.
Nahrung
Insekten, Spinnen, Würmer, im Herbst auch Beeren
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Braunkehlchen
Detlef Singer – Die Vögel Mitteleuropas





