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Der Brandeckturm                    Google Maps

Der Brandeckturm steht auf dem gleichnamigen Berg und rund 1900 ha großem Landschaftsschutzgebiet Brandeck, das liegt im mittleren Schwarzwald im Ortsteil Zell-Weierbach oberhalb und östlich von Offenburg. Der Brandeck ist mit 686 m ü. NN die höchste Erhebung auf der Gemarkung Offenburg.
Der Brandeckturm gehört zu den vielen Aussichtstürmen des Schwarzwaldverein, erbaut wurde der Aussichtsturm schon vor 120 Jahren. Wer den heutigen Turm mit alten Fotografien vergleicht, wird feststellen, das der Turm eine etwas andere Erscheinung hat. Das liegt natürlich größtenteils an der etwas überdimensionierten Solarmodulen an der Turmaußenseite und der Windkraftanlage auf dem Dach. Aber auch am Dach und an den Mauersteinen sind Veränderungen ersichtlich, auf diese Unterschiede gehe ich gleich näher ein, aber zunächst einmal die Geschichte des Turms.

Die Geschichte des Brandeckturm

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts erwandern Naturliebhaber, damals als Sommerfrischler oder Luftschnapper bezeichnet den Schwarzwald, im Jahr 1883 wird die Schwarzwaldverein Ortsgruppe Offenburg gegründet. Nur wenige Jahre nach der Gründung beschließt die Ortsgruppe  im Jahr 1889 einen Aussichtsturm auf dem Brandeck zu erstellen, der soll nach Überlegungen des Vereins zuerst in Holz, dann in Stahl gebaut werden. Nachdem beide Versionen ad acta gelegt wurden, kommt die Diskussion auf den Turm in Beton oder Mauerwerk zu errichten, die Entscheidung für einen Aussichtsturm aus Stampfbeton gibt im Jahr 1894 Oberförster Stürmer.
Ein Stampfbeton-Turm besteht aus auf dem Brandenkopf vorkommenden Porphyrsteinen und Sand, so werden 110 Kubikmeter Porphyrgestein mit 90 Kubikmeter Sand vermischt. Ein Bauunternehmen   übernimmt für den Betrag von 4000 Mark die Errichtung des 23 Meter hohen Brandeckturms. So wird innerhalb von neun Wochen bis zum 30. September 1895 der erste Stampfbeton-Turm in Süddeutschland auf dem Brandeck errichtet. Die Einweihung eines neuen Turms des Offenburger Schwarzwaldverein konnte so unter reger Beteiligung der Bevölkerung am 13. Oktober 1895 stattfinden.

Der neue Turm macht schnell Probleme

Die Entscheidung den Brandeckturm aus Stampfbeton zu errichten erweist sich aber bald als nicht optimal, das Material besitzt nicht die gleiche Witterungsbeständigkeit wie andere aus Buntsandstein errichtete Aussichtstürme des Schwarzwaldvereins. im Jahr 1961 muss der Außenputz des Brandeckturm erstmals renoviert werden. Zudem erhält der Turm ein Dach. Nur wenige Jahre später werden die 118 Stufen der Wendeltreppe im Turminnern erneuert.  

Ein weitere Hiobsbotschaft im Jahr 1981 trifft den Schwarzwaldverein bis ins Mark, die Fassade des aus Stampfbeton erbauten Turms wird brüchig, abstürzende Fassadenteile gefährden Besucher, die Baurechtsbehörde der Stadt Offenburg gibt die Auflage einen Schutzzaun im Abstand von acht Metern zu errichten. Eine Lösung könnte eine Verblendung des Turms mit einem weiteren Mauerwerk bringen, die Kosten für diese Ummantelung werden auf 70000 DM beziffert. Der Schwarzwaldverein mit dieser hohen Summe überfordert sucht finanzielle Hilfe bei Behörden und Bevölkerung, Nachdem die Finanzierung gesichert ist erhält der Turm ein Verblendmauerwerk aus Maclit-Kunststeinen, die werden bis zur Aussichtsplatte hochgemauert und ausgefugt.
Im Zuge dieser Maßnahmen wird auch die Aussichtsplatte neu betoniert und die Dachkonstruktion erneuert. Die Kosten der Renovierung explodieren, dafür ist auch der früh einsetzende Winter verantwortlich, das Gerüst kann nicht mehr abgebaut werden da die Zufahrtswege durch den Schnee blockiert sind. Das alles treibt die Kosten auf die stattliche Höhe von 160000 DM. So schließt sich der Kreis und die Unterschiede am Dach und an den Mauersteinen die wir an alten Fotografien des Brandeckturm erkennen, sind erklärt.

Der Brandeckturm erhält moderne Technik

Die großen Solarmodulen an der Turmaußenwand und der Windkraftanlage auf dem Dach sind die Dinge die Wanderer seit 2009 "leider" zuerst am Brandeckturm auffallen, die Verbindung eines 120 Jahre alten Turms und moderner Technik dienen der Funkverbindung für die Ortenau-S-Bahn und der Busse der SWEG. Der Turm dient mit einer Digitalfunkanlage auch Polizei und Rettungsdiensten. Da es keine Stromleitung zum Turm gibt, wird die benötige Strommenge über diese Solarmodule und die auf dem Dach errichtete Windkraftanlage gewonnen.

Wie den Brandeckturm erreichen

Der bei Wanderer und Mountainbiker beliebte Aussichtsturm ist über verschiedene Wanderwege zu erreichen, auch vom Bahnhof Offenburg, für Mountainbiker sind das ca. 18 Kilometer, eine Rundwanderung von der Bahnhofsunterführung für Wanderer sind das ca. 16 Kilometer. Wer nicht gerne lange Strecken wandert fährt auf der Straße Hinterohlsbach über Ohlsbach zum Wanderparkplatz Brandeck-Lindle. Von hier aus geht es dann über teilweise steile und schweißtreibende 1,6 Kilometer zum Schwarzwaldturm. Für weitere aktuelle Wanderwege einfach mal googeln....
Wer den Brandeckturm erreicht hat, dem bietet sich bei klarem Wetter ein großartiger Rundblick auf Rheinebene, die Vogesen und die Schwarzwaldberge von der nördlich gelegenen Hornisgrinde aber auch bis zum Kandel im Süden. Um den Turm selbst wird bis auf ein paar massive Holzbänke und Tische nichts geboten, dafür ist die begehbare Fläche um den Turm auch zu klein.

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