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Bismarckturm - Bismarcksäule in Ettlingen      Google Maps

Die Bismarcksäule in Ettlingen besser unter Bismarckturm bekannt liegt unweit der Ettlinger Innenstadt. Der Turm, der heute unter Denkmalschutz steht, befindet sich etwa auf halber Höhe des Robberghang am Berg Wattkopf. Der 17 Meter hohe Turm aus roten Sandsteinblöcken gehört zu einer ganzen Reihe von zu Ehren des 1890 entlassenen ersten deutschen Reichskanzlers Fürst Otto von Bismarck errichteten Bismarck-Denkmälern.

Im Gegensatz zu den meisten Aussichtstürmen im Schwarzwald gehört der Bismarckturm nicht zu den vielen Aussichtstürmen die der Badische oder Württembergische Schwarzwaldverein finanziert und errichtet hat. Die Geschichte des Bismarckturm bei Ettlingen ist eine andere, ursprünglich wurde der Turm auch nicht als Aussichtsturm geplant und realisiert.

Die Planung des Bismarck Denkmals als Feuersäule

Im August 1898, nur wenig Zeit war nach dem Tode Otto von Bismarcks ergangen, da ergeht in Karlsruhe der Aufruf für die Errichtung eines Bismarck-Denkmals.
Es waren Studenten der Universität Karlsruhe die im Semester 1899/1900 einen „Studentischen Ausschuss zur Errichtung einer Bismarcksäule“ organisieren, dabei war eine Denkmal geplant das als Feuersäule dienen soll.

Ein Waldgrundstück auf dem Wattkopf, das bereits seit Jahrzehnten von Studenten zur Sommersonnenwende für Fackelumzüge verwendet wurde eignete sich besonders gut als Standort der Feuersäule. Das wurde vom Forstmeister Rudolf Widmann aus Ettlingen, der hatte das ca. 600 Quadratmeter große Grundstück erst kurz zuvor erworben zur Verfügung gestellt.

Finanziert werden soll das als Feuersäule geplante Bismarck Denkmal durch Spenden verschiedener Bürger und Institutionen, daneben wurde verschiedene Veranstaltungen durchgeführt deren Erlöse dem Bau dienten. Auch die Stadt Karlsruhe spendete für das Bismarck Denkmal einen Betrag von 1.000 Mark, bei der Stadt Ettlingen findet das geplante Bauvorhaben wenig Begeisterung, Reichskanzlers Fürst Otto von Bismarck ist den katholischen Ettlingern nicht in guter Erinnerung. Es liegt aber auch nicht im Interesse der Stadt als bismarckfeindlich zu gelten, so übernahm Ettlingen die Anlegung der Zufahrtswege.

Der Bau der Bismarcksäule

Der Architekt Professor Friedrich Ratzel aus Karlsruhe ist für die Planung und Errichtung des 17 Meter hohen Denkmals mit quadratischen Grundriss (5,30 m x 5,30 m) verantwortlich, als Baumaterial werden rote Sandsteinblöcke verwendet die in der Nähe des Wattkopfes gebrochen wurden.
Die Bauarbeiten beginnen wohl Ende 1900, die Ausführung des Bismarckdenkmals mit Befeuerungsmöglichkeit übernahm der aus Ettlingen Spessart kommende Maurermeister Julius Schottmüller. Im oberen Bereich des massiven Bauwerks sind vier gedrungene zum Kapitell hin leicht verjüngende Dreiviertelsäulen. Das über den Säulen befindliche Kapitell trägt ein schmales Gebälk, darauf befindet sich eine Steinplatte, in die vier aus Kesselblech geschmiedete Feuerschalen eingelassen wurden.
Der Turm wird direkt in den Hang des Robberg gebaut, daher ist er auf der Rückseite nur ca. 15 Meter hoch, ein paar Treppenstufen führen nach unten auf die höhere nach Ettlingen zugewandten Seite, hier gibt es eine große Aussichtsplattform.
Im Turminneren war der Ausguck in Höhe der Säulen zu Befeuerungszwecken über eine Sandsteintreppe erreichbar, ein Aufstieg zu den Feuerschalen war über außen angebrachte Eisenbügel möglich.
An der niedrigeren Rückseite des Turms ist ein bei Gegenlicht leicht zu übersehendes Bismarck-Wappen angebracht, es wurde von einem Künstler aus Karlsruhe angefertigt. Das reliefartige herausgehobene Wappen besteht aus drei Eichenblättern und drei Kleeblättern.
Die Studenten hatten sich bei der Kostenkalkulation verrechnet, so fehlte bei der Schlusssteinlegung noch ein Restbetrag von ca. 10.000 Mark. Einige Professoren sprangen ein und streckten den Karlsruher Studenten den Betrag vor. Das sorgte bei den Bürgern in Ettlingen für Spott und brachte dem Bismarckturm sogleich den Spottnamen „Schuldenturm“ ein.

Die Einweihungsfeier der Bismarcksäule erfolgt am 21.06.1901, am Tag der Sommersonnenwende, dabei nahmen ca. 1.000 Studenten an einem Fackelzug zur Bismarcksäule teil. Dabei läuten alle Glocken der Ettlinger Kirchen, wer sich den Standort des Turmes einmal angesehen hat, der wird erkennen können wie spektakulär ein Feuer in den vier Feuerschalen von Ettlingen aus wirken kann. Dieses spektakuläre Ereignis war mit Unterbrechungen bis in die 1930er Jahre erlebbar.
Im Jahr 1998 erfolgt für 150000 DM eine Sanierung, dabei bleibt die alte Steintreppe zwar erhalten , sie wird jedoch mittels eines Gitters gesichert. Jetzt erhält der Bismarckturm eine neue stählerne Spindeltreppe die zum Ausguck nach oben führt. Auf der Höhe in der die gedrungenen Säueln beginnen wird ein stählerner Austritt geschaffen. Durch eine Tür ist die Besucherplattform erreichbar, es dürfen sich bis zu acht Personen auf der Plattform aufhalten.

Bismarckturm Öffnungszeiten:

Wer den Turm besteigen möchte sollte beachten, der Bismarckturm in Ettlingen ist jeden dritten Sonntag von April bis September sowie bei zu aktuell in der Presse veröffentlichten Zeiten begehbar. Es gibt aber die Möglichkeit im Ettlinger Museum, Tel. 07243/101-273 gegen eine Kaution von 25 Euro den Turmschlüssel ausleihen.

Wandern zum Bismarckturm in Ettlingen

Im April 2006 wurde ein 2,5 km lange Panoramaweg von der Innenstadt zum Wattkopf und wieder zurück ausgeschildert, der eignet sich wunderbar für einen Sonntäglichen Spaziergang. Der wirklich empfehlenswerte Weg ist besonders im ersten Teil unvergleichbar. Es geht vorbei an einem bis ins 16. Jahrhundert zurückreichenden Rebhang deren Trockenmauern auch Sandsteinmauern genannt den Hang begrenzt. Bemerkenswert dabei die vielen heute nur noch selten zu sehenden Kleinterrassen. Auf vielen Stationen klären Infotafeln über Sehenswertes auf.

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