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Gasthaus Vesperstube SchwanenwasenDer Schwanenwasen

Die Schwanenwasen gehören zu den weniger bekannten Standorten entlang der Schwarzwaldhochstraße. Wer von der Höhenstraße in Richtung Baden-Baden fährt hat beim Anblick der Schwanenwasen oftmals das Gefühl, dass dieses Gasthaus am Anfang der Schwarzwaldhochstraße ein klein wenig einen Dornröschenschlaf vollführt.
Von den ganz großen Zeiten der Höhenhotels an der Schwarzwaldhochstraße hat der Standort wohl auch nie profitiert. Das heute vorzufindende Gasthaus an der Schwanenwasen wurde erst in den 1960er Jahren errichtet. Es steht an der Stelle der Remise und Stallungen, die zum ursprünglichen 1927 abgerissenen Höhen- und Luftkurorthotel Schwanenwasen gehörten.

Der Schwarzwald als schützenswerte Natur

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wird der Schwarzwald nicht mehr nur als "feindlicher" Lebensraum betrachtet, er zählt jetzt als schützenswerte Natur, auch als Wander- und Erhohlungsraum. So erwandern Naturliebhaber, damals als Sommerfrischler oder Luftschnapper bezeichnet den Schwarzwald. Diese verlangten nach Verpflegungs- und Rastmöglichkeit, zu den ersten Hoteliers in den Höhenlagen des Nordschwarzwalds gehörten die Familie Weis auf dem Sand und die Familie Klump auf dem Ruhestein. Johannes Brenneisen aus Bühlertal möchte von diesem Kuchen ein Stück abhaben, im Frühjahr 1898 stellte er einen Bauantrag für ein Kurhotel am Standort Schwanenwasen.

Die unglückliche Geschichte des Höhen- und Luftkurorthotel Schwanenwasen

Noch im gleichen Jahr erfolgte der Bau, der endete für den Bauherren in einer Katastrophe, Aufgrund Schlamperei der Baufirma stürzten schon in der Bauphase Teile des Gebäudes ein. Von Amts wegen musste der Rohbau des Kurhotels abgerissen werden. Im Frühjahr 1899 wurde der Wideraufbau begonnen, Johannes Brenneisen hatte sich da wohl schon von seinen Hoteliersplänen verabschiedet, den Wideraufbau des Kurhotels mit 40 Gästezimmern übernahm der Hotelier  des Kurhotel Plättig Josef Martin Weis, aber auch er glaubte nicht an einen Erfolg des Hotels auf den Schwanenwasen, noch vor der Fertigstellung verkaufte er an den Baden-Badener Gastwirt Bernhard Laible.

Gastwirt Bernhard Laible hatte auch kein Glück mit seinem Luftkurorthotel auf dem Schwanenwasen, das Hotel rechnete sich wohl nicht und so verkaufte er bereits wieder im Jahr 1904 an die Wagenvermieterin Christina Ackenbei aus Baden-Baden. Die erhoffte sich mit dem zugehörigen Stallgebäude und Remise wohl einen guten Standort für ihre Wagenvermietung. Aber auch Christina Ackenbei verkaufte schnell wieder. 1906 ging das Hotel im Schwarzwald an das Gastwirtehepaar Maria und August End. Noch mehrmals wurde das Hotel auf den Schwanenwasen nach wenigen Jahren verkauft, verdient hatte mit dem laufenden Betrieb des Hotels wohl keiner, so wurde das Hotel samt Remise und Stallung in den 1920er Jahren abgerissen.

Das heutige Gasthaus auf den Schwanenwasen

So ganz zu Ende war der touristische Traum auf den Schwanenwasen aber noch nicht, in den 1960er Jahren wurde an der Stelle der einstigen Remise und Pferdestallung ein Neubau errichtet. Lange nicht so groß wie das einstige Hotel, aber den wirtschaftlichen Erfordernissen für eine Unterkunft und Gaststätte angepasster.

Aus der jüngeren Geschichte

Über ein Jahrzehnt hatten Heinz und Christa Baßler das Gasthaus auf dem Schwanenwasen geführt, aber auch sie mussten wegen finanzieller Probleme schließen.
Nach dreimonatiger Umbauzeit wurde im Juli 2012 das ehemalige Gasthaus Schwanenwasen als Waldschänke am Schwanenwasen mit fünf Fremdenzimmer wiedereröffnet. Das Konzept mit regionalen Spezialitäten und Themenwochen soll ganzjährig Gäste bringen. Im Sommer ist "Laufpublikum" in von vorbeifahrender Autofahrer und Mountainbiker sicher weniger das Problem, die klassischen Wanderer, die zur kurzen Einkehr vorbeikommen, werden hier sicher in der Minderzahl bleiben. Ob das zahlende Publikum für den Winter reicht muss sich herausstellen. Der seit 2014 bestehende Nationalpark Nordschwarzwald sollte da doch  vorteilhaft sein.

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