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Naturschutzgebiet Wutachschlucht-Gauchachtal                        Google Maps

Bereits 1939 ausgewiesen (erweitert 1989) gehört die Wutachschlucht zu den ältesten Naturschutz-Gebieten in Baden-Württemberg. Dabei ist die ursprüngliche Erhaltung der einzigartigen Wildflusslandschaft der Wutach, die wegen ihren unterschiedlichen Gegebenheiten verschiedene Tier- und Pflanzen hervorbringt, besonders schützenswert. So sorgen in der Wutachschlucht besondere Klimaeinflüsse an Nord -und Südhängen zu unterschiedlichen Lebensbereichen. Das können extrem trockenen Bereiche, z.B. an den Kalkfelsen aber auch extrem nasse Bereiche in der Flussaue sein. Neben Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen dient die Wutachschlucht auch als Erholungsraum für Erholungsuchende. Dass sich die Besucher der Wutachschlucht an die Schutzvorschriften im Naturschutzgebiet halten, dafür sorgen seit viele Jahren ehrenamtliche Naturschutzwarte. Bereits 1995 wird diese wichtige Arbeit durch einen hauptamtlichen Naturschutzwart koordiniert und unterstützt.

Entstehung, Verlauf und Charakteristik

Die Wutach im Schwarzwald entsteht aus einer Quelle im Feldbergmassiv. Das Wasser der Quelle fließt die Karwand des Feldsee hinab und speist so den eiszeitlichen Karsee. Am Osthang des Feldberg-Massivs wiederum entspringt der Seebach dessen Wasser schon 10 Kilometer unterhalb in den Titisee fließt. Das Wasser am Ausfluss des Sees ist die Gutach, die sich unterhalb von Neustadt und Lenzkirch mit der Haslach vereint.

Ab hier wird aus dem Fluss zur Wutach „wütende Ach“. In seinem weiteren Verlauf durchfließt der Fluss auf rund 30 Kilometern Länge das Gebiet der Wutachschlucht von Westen nach Osten, um dann bei Aachdorf einen Knick nach Süden zum Hochrhein zu machen.

Die Wutach ist im Schluchtenbereich ein so genannter Wildfluss. In Jahrmillionen schneidet sich der Fluss bis zu 200 Meter tief durch verschiedenartige Gesteinsschichten. Sein Verlauf ist geprägt von jährlichen Hochwasser und den daraus erfolgenden Hangrutschungen, so konnte das Gebiet durch Menschenhand nie wirtschaftlich erobert werden. Angelegte Wege wurden überschwemmt, erbaute Brücken wurden weggespült, wirtschaftlich lohnte sich der Kampf gegen die Natur nicht, so konnte die Wutachschlucht sich in seiner Ursprünglichkeit erhalten.

Im Bereich der Gauchachmündung, die Gauchach mündet oberhalb der Wutachmühle in die Wutach, verändert sich das Bachbeet völlig. Die rutschfreudigen Keuperschichten (bröckelig zerfallende Gesteine) bieten dem Wasser der Wutach wenig Widerstand. Der Fluss wird breiter und ruhiger, kurz darauf verläst die Wutach das Naturschutzgebiet im Schwarzwald.

Artenvielfalt des Naturschutz-Gebietes Wutachschlucht

Das Naturschutz-Gebiet besitzt eine Fläche von 969 Hektar, zum Vergleich, der 2014 eröffnete Nationalpark Nordschwarzwald hat eine Fläche von 10.062 Hektar. Das Artenreichtum, das die Wutachschlucht als eine der letzten ursprünglichen Wildflusslandschaften Mitteleuropas besitzt, ist trotzdem beeindruckend. So finden sich in Wasser der Wutach Reptilien wie der Feuersalamander, Fischarten wie die Bachforelle, aber auch jede Menge an sonstigen selten gewordenen vom Wasser abhängige Insekten. Im Naturschutz-Gebiet finden sich an die 1200 Farn- und Blütenpflanzen, an die 1400 Käferarten und fast 600 Arten von Schmetterlingen. So sind mehr als 10.000 Arten an Wirbel-, Glieder- und Weichtiere vorhanden.

Die warmen Südhänge der Wutachschlucht bringen artenreiche Laubmischwälder hervor, darunter Berg- und Spitzahorn, Sommerlinden und Eschen. Unter den Bäumen gedeihen in der Natur selten gewordene Pflanzenarten wie Immenblatt, blauroter Steinsamen, Berg-Flockenblume, Frühlings-Platterbse, Türkenbund, in feuchteren Bereichen auch Märzenbecher und Bärlauch. In den durch Erosion entstandenen Felsspalten der Wutachschlucht wachsen alpine Pflanzenarten wie das Kalk-Blaugras, das Alpen -Maßliebchen oder die Zwerg-Glockenblume.

Die gegenüberliegenden Nordhänge sorgen für schattigere Lebensbereiche in denen feuchte und kühle Zonen dominieren. Hier wachsen unter Bergahorn und Bergulme Pflanzen wie die Hirschzunge und ausdauerndes Silberblatt. Auch hier finden sich Märzenbecher sowie Bärlauch und Lerchensporn und die Pestwurz. Sogar Orchideen wie der seltene gelbe Frauenschuh sind in der Wutachschlucht zu finden.

Einen eigenen Bereich in der Wutachschlucht bilden die Wutachschlucht-Wiesen, sie werden nach einem Pflege- und Entwicklungsplan von Verbuschung freigehalten, nach dem Aufgeben der landwirtschaftlichen Nutzung drohte den wertvollen Wiesen in der Wutachschlucht das Aus. Ziel der Pflegemaßnahmen ist es, seltene Pflanzen wie Arnika, Bärwurz und Heide-Nelke, aber auch die rund 40 Orchideenarten zu erhalten. Die Wutachschlucht-Wiesen ist Lebensraum für viele Tierarten, darunter zahlreiche Insekten wie Käfer und Schmetterlinge.

Wutach Naturschutzwarte und Ranger

Seit vielen Jahren kümmern sich ehrenamtliche Naturschutzwarte des Schwarzwaldvereins und der Bergwacht um die Einhaltung der Regeln im Naturschutzgebiet Wutachschlucht-Gauchachtal. Sie geben Wanderern auch Informationen und geben Verhaltensregeln vor. Im Jahr 1994 werden die Ehrenamtlichen durch einen „Wutach-Ranger“, einem hauptamtlichen Naturschutzwart unterstützt. Zu seinen Aufgaben gehören neben der Überwachung des Zustandes des Naturschutz-Gebiets Wutachschlucht auch die Öffentlichkeitsarbeit und Besucherlenkung.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Region

Nicht nur die Wutachschlucht mit ihrer überwältigenden Urlandschaft, mit ihren romantischen Schluchten und urwüchsigen Wäldern sind für einen Besuch in dieser Ferienregion im Hochschwarzwald lohnend.

Gauchachschlucht

Die Gauchachschlucht, auch als die kleine Schwester der Wutachschlucht bezeichnet, ist längst kein Geheimtip mehr, aber nicht minder erlebenswert, gegenüber der Wutachschlucht sind in der Gauachschlucht die Anzahl der Besucher überschaulicher. Die Gauchach entspringt südlich von Oberbränd, fließt bei Dittishausen und an Döggingen vorbei und mündet oberhalb der Wutachmühle in die Wutach. Auch die Schlucht der Gauchach ist aufgrund seines schwierigen Zugangs und seiner steilen Hänge naturnah geblieben.

Lotenbachklamm

Die Lotenbachklamm eignet sich hervorragend als Ein- oder Ausstieg für Wanderungen durch die Wutachschlucht. Der ca. 1,5 km lange Seitenarm der Wutachschlucht fließt anfangs noch ruhig zwischen Granitfelsen dahin. Das ändert sich schon nach einigen hundert Metern wo die Lotenbachklamm in einen tosendem Wasserfall übergeht. Der Wanderparkplatz Lotenbach ist  idealer Einstiegsort in die Lotenbachklamm, für eine Wanderung durch die Lotenbachklamm zur Schattenmühle braucht man ca. 20 Minuten.

Rötenbachschlucht

Die Rötenbachschlucht mündet nach 5,5 km in die Wutachschlucht. Dabei geht es durch eine abwechslungsvollen Naturlandschaft über 7 Brücken abwärts. Die Wanderung in der Rötenbachschlucht ist sportlich und durchaus eine Herausforderung, als Belohnung gibt es eine beeindruckende Felsenlandschaft und einen Wasserfall.

Haslachschlucht

Auch die Haslachschlucht hat den Beinahmen "kleine Schwester" der Wutachschlucht, die Schlucht führt von Lenzkirch zur Haslachmündung, wo sich Haslach und Gutach zur Wutach vereinen. Der Wanderweg Querweg Freiburg-Bodensee und der Schluchtensteig führen durch die Haslachschlucht. Die urige Landschaft der Haslachschlucht war schon um 1900 beliebtes Fotomotiv damaliger Ansichtskarten. Ein- und Ausstiege für Wanderungen in der Haslachschlucht sind gut ausgeschildert und werden vom öffentlichen Busverkehr angefahren.

Kirnbergsee

Der Kirnbergsee bietet ein Naturerlebnis ganz anderer Art, der Bergsee ist umgeben von herrlichen Blumenwiesen und ausgedehnten Wäldern. Obwohl der Badesee auf 785 m Höhe gelegen ist bietet er warmes Wasser und schön angelegte Strände. Verschiedene Freizeitmöglichkeiten wie Schwimmen, Surfen und Angeln stehen Besuchern zur Verfügung.

Wandern in der Ferienregion Wutachschlucht

Wandern im Schwarzwald Canyon, die Wutachschlucht bietet von Mai bis Oktober das einzigartiges Erlebnis in einer unberührten abenteuerlichen Wildnis zu wandern. Die überwältigende ursprüngliche Landschaft mit seinen Schluchten, Wäldern und Wiesen ist ein unvergessliches Erlebnis für jeden Wanderer. Wer sich in der Region nicht auskennt, das erste Mal in der Wutachschlucht ist, sollte sich für eine geführte Wanderung entscheiden.
Wer in der Wutachschlucht wandern will sollte entsprechend der anspruchvollen Wanderungen gute knöchelhohe Wanderschuhe besitzen, da Teile des Weges auch im Sommer rutschig sein können. Für bestimmte Bereiche ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.

Wanderzeiten

Wandern am Schluchtensteig ist von Anfang Mai bis Ende Oktober möglich. Bei Schnee/Frost kann wandern in der Wutachschlucht sogar lebensgefährlich werden. Im Sommer ist es in den Schluchtpartien schon mal kühl und schattig.

Wandern mit Hund

Es ist normalerweise kein Problem den Schluchtensteig mit dem Hund zu wandern, für Hunde besteht jedoch grundsätzlich Anleinpflicht. Bei der 119 km langen, in 6 Etappen unterteilten Wanderung auf dem Schluchtensteig gibt es in der Schleifenbachschlucht bei Blumberg (Etappe 2) einen sehr steilen Leiternabstieg (ca. 8 Meter hoch), der etwas schwierig sein kann, hier gibt es aber eine Umgehungsmöglichkeit. Ferner gibt es in der Wutachschlucht zwei Treppen mit Drahtgitterrost zu begehen. Hier machen Hunde erfahrungsgemäß etwas Probleme.

Nicht alle Wanderetappen sind für Kinder geeignet

Vorsicht mit kleineren Kindern gilt es für bestimmte Schluchtenabschnitte, hier müssen kleine Kinder an der Hand geführt oder ans Seil genommen werden. Tagesetappen sind in der Regel gut machbar, mehrtägige Wanderungen im Schluchtensteig sind für Kinder oft zu anstrengend.
Geführte Wanderungen bietet der Schwarzwaldverein aber auch der Wutachranger an, hier eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme:

Infostelle Schluchtensteig
Projektstelle Schluchtensteig
c./o. Landratsamt Waldshut
Gartenstraße 7
79761 Waldshut-Tiengen
Tel. +49 (0) 77 51 / 86 26 05
Fax +49 (0) 77 51 / 86 26 99
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