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Die BattertfelsenDie Battertfelsen beim Schloß Hohenbaden - Baden-Baden

Bei schönem Wetter sind die Battertfelsen ganzjährig ein beliebter Ort für Spaziergänger und Wanderer. Diese erfreuen sich an der Natur, der eindrucksvollen Felsformation und an der alten Ruine Hohenbaden. Zudem bieten die Felsen am oberen Rundweg auch für Spaziergänger einen grandiosen Panoramablick über Baden-Baden, den Schwarzwald und die Rheinebene. Lässt es das Wetter zu, bietet der Kletterfelsen verlockende Routen für Anfänger und Fortgeschrittene an Felsen von 15 – 60 Metern Höhe.

In diesem Artikel finden Sie:

Die Felsen für Spaziergänger und Wanderer
Die Felsen für Kletterer
Die Ruine des alten Schloss Hohenbaden
Das Naturdenkmal Batterteiche
Das Naturschutzgebiet und geologische Denkmal Battert
Der Bannwald am Battert
Die Tier und Pflanzenwelt am Battert
Die Blockhalden am Fuß der Kletterfelsen
Die Kletterfelsen zur Zeit der Kelten
Die Erschließung der Kletterfelsen in der Zeit der Romantik
Die Entstehung der Gesteinsschichten im Erdmittelalter:
Die Entstehung der Kletterfelsen in der Erdneuzeit:
Quellen


Die Felsen für Spaziergänger und Wanderer

Spaziergänger und Wanderer können ihre Touren von mehreren Orten aus starten. Ortsunkundige fahren am besten zum alten Schloß Hohenbaden, dann befindet man sich sozusagen schon mittendrin.

alter Buchenwald beim BattertEs empfiehlt sich die Anfahrt von Baden-Baden über die Schloßbergtangente, Alter Schloßweg zum Alten Schloß Hohenbaden. Die Linie 215 der BBL fährt von April bis Oktober sonntags jeweils um 13.15 und 16.15 Uhr ab Augustaplatz zum Alten Schloss.

Oder man beginnt die Tour an der Wolfsschlucht, von dort führt ein etwa 3 Kilometer langer Weg zum Alten Schloß Hohenbaden, der aber durchaus ein paar lohnenswerte Punkte aufzeigt. Der Wanderweg im Wald führt vorbei an der Engelskanzel und der Gedenktafel für den Dirigenten Wilhelm Furtwängler, unterwegs gibt es einen schönen alten Buchenwald, viele Douglasien, einige dicke alte Eichen und viel, ökologisch besonders wertvolles, Totholz zu sehen. Wer die Zeit und ein bisschen Fitness hat, sollte unbedingt den längeren Weg wählen.

Weitere Highlights der Tour entlang des Felsenweges sind das Alte Schloß Hohenbaden und die Aussichtsplattform an der Ritterplatte. Geht man weiter, gibt es auf dem Battertfelsen einen beeindruckenden Baum zu sehen. Die Batterteiche, der als Naturdenkmal eingestufte Baum gilt mit ca. 600 Jahren als der älteste Baum im Stadtkreis Baden-Baden. Die uralte Eiche steht auf einer Höhe von ca. 550 Metern ü NN, die massive uralte Eiche hat sogar den Lothar Sturm im Jahr 1999 ohne Schäden überstanden.

Wichtig, zur Batterteiche führt eine aus Natursteinen und Felsen angelegte Treppe, die ist besonders abwärts nicht einfach zu begehen. Ein „entschärfter“ Weg führt um diese Felsentreppe herum, dabei wird die Batterteiche aber ausgelassen. Wer nicht ganz so gut zu Fuß ist, die Eiche aber unbedingt sehen möchte, sollte die Treppe besser aufwärtssteigen. Dabei zuerst durch das Schloß Hohenbaden durchgehen, am hinteren Tor den Pfad aufwärts laufen.
Aber auch Nordic Walking und Wanderfreunde finden geeignete Wege rund um die Battertfelsen.

Für Nordic Walking, natürlich auch für Wanderer gibt es von der Caracalla Therme in Baden-Baden ausgehend drei ausgeschilderte Wege, die je nach Kondition zwischen vier und acht Kilometer lang sind, wobei bis zu 330 Höhenmeter zu überwinden sind.

Klettern am Battert in Baden-BadenDie Felsen für Kletterer

Nach den Felsen im Donautal ist der Battertfelsen das zweitgrößte Klettergebiet im Land. Auch wenn die Felsen am Battert mit nur ca. 60 Meter Höhe schon äußerlich nicht mit einem Hochgebirge vergleichbar sind, so sind sie doch das bedeutendste Klettergebiet das der Schwarzwald zu bieten hat.

Die Felsen bieten für alle etwas
Die Felswände, Graten, Felsvorsprünge, die Kamine mit zahlreichen Rissen und Spalten im Felsen bieten alle Schwierigkeiten bis zum IX. Grad. Der Battertfelsen bietet sich so als ideales Trainingsgelände für alpine Touren an.

Die im Moment schwierigste Kletterstelle, die am Battert zu erklettern ist, ist "Der Block" mit dem Schwierigkeitsgrad 10- bis 10. Der Boulderblock wurde von Wolfgang Widder 1989 erstbegangen und 1995 von Alex Wenner erstmals wiederholt.

Für Anfänger
gibt es den Predigtstuhl Westwand, dort sind mehrere Klettermöglichkeiten von II bis IV möglich. Dazu gibt es den Bismarckgrat, Kuhweg, die Villnößer Nadel und einige weitere Klettermöglichkeiten.

Ganzjährig gesperrt ist die Blockhalde unterhalb der Badener Wand, bitte beachten Sie, dass es weitere brutzeitbedingte Felssperrungen gibt.
Der Arbeitskreis Battert, eine Naturschutzinitiative von Kletterern für Kletterer, bietet weitere Informationen für Interessierte unter http://www.klettern-nordschwarzwald.de/battert.html

Schloß Hohenbaden Aussicht auf den BergfriedAlte Schloss Hohenbaden

Nachweislich als Markgraf von Baden wird erstmals Hermann II. im Jahr 1112 bezeichnet. Um sich vom einfachen Volk abzutrennen und um eine gute Umsicht über ihr Territorium zu erhalten errichtete der Markgraf und seine Söhne im 12. Jahrhundert die hochmittelalterliche Burganlage auf dem Battert. Anfangs wurde ein Wohnbau, auch Hermannsbau genannt, und der Bergfried, der höchstgelegene Punkt des Areals, erbaut.

Unter Markgraf Bernhard I. wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts die Burganlage erweitert, es wurden unterhalb der Oberburg Teile angebaut, heute wird dieser Teil als Unterburg bezeichnet.

Schloss Hohenbaden war bis zur Verlegung der Residenz ins Neue Schloss Baden im Jahre 1479 der Hauptsitz des Markgrafen. Weitere Infos zum Alte Schloss Hohenbaden!


BatterteicheDas Naturdenkmal Batterteiche

Nur wenige Meter unterhalb der oberen Batterthütte, beim Abstieg entlang des Felsenweges gibt es auf dem Battertfelsen einen beeindruckenden Baum zu sehen. Die Batterteiche, ein als Naturdenkmal eingestufter Baum gilt mit vermutlich ca. 600 Jahren als der älteste Baum im Stadtkreis Baden-Baden. Der Baum steht auf einer Höhe von ca. 550 Metern üNN und die massive uralte Eiche hat sogar den Lothar Sturm im Jahr 1999 ohne Schäden überstanden. Weitere Infos zum Naturdenkmal Batterteiche!

Das Naturschutzgebiet und geologische Denkmal Battert

Der Battertfelsen beim Schloß Hohenbaden, durch die Entstehung des Oberrheingrabenbruchs zu Tage gekommen wird am 30. Juni 1981 zum Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca.35 ha.

Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Battertfelsen beim Schloß Hohenbaden."

Quelle: Auszug aus dem Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg

Es umfaßt östlich des Schlosses Hohenbaden im wesentlichen Teile der Abteilungen 12, 15 und 16 des Staatswalddistriktes I Badener Forst zwischen dem Oberen Felsenweg bzw. dem Waldweg zwischen Waldabteilung 11 und 15 im Norden und einer durch Wege oder Schneisen markierten Linie ca.120 m unterhalb des Unteren Felsenweges im Süden.

Würdigung
Östlich des Schloßes Hohenbaden steigen die Battertfelsen bergan.
Die Felsgruppe in 490 bis 565 Meter ü. NN besteht aus Porphyr-Konglomeraten des Oberrotliegenden und ist durch Erosion zu einem eindrucksvollen Labyrinth zerklüftet worden.
Die Gesteinsschichten liegen nahezu horizontal.Am Fuße der Felsen fallen ausgedehnte, teilweise vom Wald überwachsene Blockschutthalden zu Tal. Ein Altholzbestand aus Bergahorn, Buche, Tanne, Eiche, Hainbuche, Bergulme und Linde umgürtet die Felsgruppe.In der Krautschicht fällt die Stechpalme auf.
Außer der Felsenbirne treten zwar keine Besonderheiten hervor, aber als standorttypische und naturnahe Einheit gewinnt die Waldgesellschaft als Teil des Schutzzweckes

Bedeutung
Vor allem das Alter des Bestandes und einzelner Exemplare stellt Qualität als Lebensraum dar.
Auf alte, teilweise brüchige Eichen sind gefährdete Arten wie Hirsch- und Rosenkäfer angewiesen.
Auch der selten gewordene Sägebock findet hier seinen Lebensraum.
An Reptilien beherbergt der ökologische, von Wald und Felsenwänden geprägte Komplex zwei nach der Roten Liste der Bundesrepublik Deutschland als stark gefährdet bzw. gefährdet eingestufte Arten, wie Mauereidechse und Schlingnatter.
Noch immer lebt der Ruhm des Battertfelsen als Brutbiotop des vom Aussterben bedrohten Wanderfalken fort.
Erst im letzten Jahrzehnt hat das Bergsteigen die Vogelart vertrieben.
Der Konflikt zwischen Naturschutz und der Erholungssuche allgemein bleibt bestehen, solange das landschaftlich in der Tat besonders schöne Berggebiet mit seinem weiten Ausblick der Kurstadt als beliebtes Ausflugsziel dient.

§ 3 Schutzzweck
Schutzzweck ist:
· die Erhaltung der geologisch und erdgeschichtlich bedeutsamen Felsengruppe des Battert und seiner Umgebung;
· die Erhaltung wertvoller Pflanzenstandorte und Lebensstätten der Tierwelt, insbesondere seltener Insekten und Reptilien;
· die Erhaltung der auf den Blockhalden wachsenden naturnahen Waldteile mit ihren eindrucksvollen Baumbeständen;
· die Erhaltung des Battert als naturnahes Naherholungsgebiet.

Der Bannwald am Battert

Den Bannwald gibt es noch nicht so lange, am 04 Juni 2002 werden Teile des Staatswaldes zwischen Ebersteinburg und Schloss Hohenbaden durch die Forstdirektion Freiburg unter Schutz gestellt.

In § 3 Schutzzweck lautet wörtlich übernommen:

Schutzzweck des Bannwaldes ist
• die unbeeinflusste Entwicklung eines stark vom Sturm beeinträchtigten, Buchen-Mischwaldökosystems, das repräsentativ für die Vorbergzone des Nordschwarzwaldes ist, mit seinen Tier- und Pflanzenarten zu sichern sowie die wissenschaftliche Beobachtung der Entwicklung zu gewährleisten. Von besonderem Interesse ist die wissenschaftliche Beobachtung der natürlichen Wiederbewaldung der Sturmflächen.
Dies beinhaltet den Schutz der Lebensräume und -gemeinschaften, die sich im Gebiet befinden, sich im Verlauf der eigendynamischen Entwicklung des Waldbestandes ändern oder entstehen.
• die Sicherung der verschiedenen Felsengruppen des Battert als bedeutender Lebensraum für auf Felsen spezialisierte Tier- und Pflanzenarten und als markanter Landschaftsteil;
• die Erhaltung des Battert als naturnahes Erholungsgebiet.

Eichhörnchen im Naturschutzgebiet um die BattertfelsenDie Tier und Pflanzenwelt am Battert

Die im Naturschutzgebiet und Bannwald Battert vorkommende Tier- und Pflanzenwelt ist für die Umgebung, die hauptsächlich aus Wirtschaftswald besteht, einzigartig.

Ein Altholzbestand, der größtenteils aus Laubbäumen wie Bergahorn, Buche, Tanne, Eiche, Hainbuche, Bergulme und Linde besteht, umgürtet die Felsgruppe. Bäume aller Altersgruppen sind zu finden, vor allem die alten, teilweise brüchigen Eichen bieten Lebensraum vieler gefährdeter Arten wie Sägebock, Hirsch- und Rosenkäfer. Zahlreiche liegende Totholzstämme sind mit seltenen oftmals nur wenige Millimeter großen Käfern besiedelt, die hier Nahrung und Kinderstube finden.

Etwas weiter oben in der Nahrungskette finden sich am Battert einige Amphibien und Reptilien, auch die in Deutschland als stark gefährdet bzw. gefährdet eingestufte Mauereidechse und Schlingnatter sind vertreten.

Noch vor wenigen Jahren waren die Battertfelsen als Brutbiotop des vom Aussterben bedrohten Wanderfalken bekannt, leider wurden die seltenen Greifvögel durch das Bergsteigen vertrieben.

Die Blockhalden am Fuß der Kletterfelsen

Wer den unteren Felsenweg läuft wird am Fuß der Kletterfelsen ausgedehnte Fels und Geröllbereiche finden, diese Blockhalden entstehen durch Gesteinsausbrüche und Felsstürze. Die Battertfelsen sind seit Jahrmillionen Wind und Wetter ausgesetzt, besonders Wasser, das in die Gesteinsschichten eindringt und in Frostperioden gefriert, birgt eine große Sprengkraft. Abgesprengte Felsteile stürzen herab und bilden eine große Block- und Geröllhalde. In vergangenen Jahrhunderten wurden diese Steine oft abgetragen und für Bauvorhaben verwendet.

Heute sind die Blockhalden an denen Bäume und Sträucher kaum Möglichkeiten zum Anwachsen finden streng geschützt, sie bilden Lebensraum für Moose und Flechten. Besonders interessant ist hierbei die leuchtend gelbe Schwefelflechte. Wo sich im Laufe der Zeit etwas Humus ansammeln konnte finden sich Farne, Gräser, Kräuter und einige wenige Sträucher und Pionierbäume.

Die Blockhalden mit den unterschiedlich großen Gesteinsbrocken sind Habitat für einige selten gewordene Tierarten. In den kleinräumigen Habitaten sind einige Insekten, Käferarten, Spinnen, Feuersalamander aber auch Reptilien wie Zauneidechse, Mauereidechse zu finden.

Die Entstehung der Gesteinsschichten im Erdmittelalter

Da wir keine Geologen sind, eine stark vereinfachte Version die unserem Kenntnisstand entspricht: Will man die Entstehung und das Aussehen des Battert verstehen, muss man weit ausholen. Die Ursprünge der Gesteine, die heute den Battert bilden nehmen ihren Anfang in der Zeit des Karbon (vor etwa 360 – 300 Millionen Jahren) und des Perm (vor etwa 300 – 250 Millionen Jahren).

Es ist die Zeit in der die Landmassen der Erde auf zwei Kontinenten, als Gondwana und Laurussia bezeichnet, verteilt sind. Durch die Kollision und Vereinigung dieser beiden Kontinente zu einem Superkontinent als Pangäa bezeichnet, entsteht so etwas wie eine Schweißnaht. Ein riesiges Gebirge, das vielleicht das höchste Gebirge war, das die Erde jemals gesehen hat, bildete diese Schweißnaht.

Gebirge Entstehung und Erosion

Das betraf große Teile der Erde, aber bleiben wir beim Battert im Schwarzwald. Ist ein Gebirge entstanden, ist es direkt auch der Erosion ausgesetzt, Gesteinsschutt entsteht.

Der in dieser Zeit entstandene Gesteins-Schutt besitzt eine rötlich-violette Färbung, was anzeigt, dass zumindest über einen längeren Zeitraum ein trockenes Wüstenklima vorherrschte. Deutschland befand sich damals nur wenig nördlich des Äquators. Nur in diesem heißen Klima reagiert das im Gestein vorhandene Hämatit (Eisenoxid), das diese Färbung hervorruft, mit dem Sauerstoff der Luft. In dieser heißen Wüste kommt es zu Phasen von Starkregenfällen, die gewaltige Schutt und Sandmengen in die Täler spülen.

Das Gebirge wird im Laufe der Jahrmillionen (vor etwa 280 Millionen Jahren) also wieder abgetragen. Der rötlich gefärbte Schutt als „Rotliegendes“ bezeichnet füllt das Tal in Form von horizontal geschichteten Sedimentgesteinen.

Etwa zur gleichen Zeit setzt ein intensiver Vulkanismus ein, Lava und Gluttuffe durchdringen die Gesteinsschichten von unten und ergießen sich über diese.
Mit Beginn der Trias Zeit vor etwa 250 - 240 Millionen Jahren wird die Landschaft dann vom Nordschwarzwald typischen Buntsandstein weitgehend eingeebnet. Die Schichten des Buntsandsteines entstehen durch vom Eisenoxid rot gefärbten Sand, der bei starken Regenfällen auch von weit entfernten Orten über weite Strecken in die noch vorhandenen Senken gespült wird.

Vor etwa 243 bis 235 Millionen Jahren wird das Klima wieder feuchter, von Norddeutschland kommend schließt das langsam eindringende Meer die Schichtenfolge der Buntsandsteinzeit noch mit einer tonigen Schicht.

Es folgt die Muschelkalkzeit, vor zirka 200 bis 150 Millionen Jahren war Deutschland von den Flachmeeren der Jura überdeckt.
Soweit zum Zustand des Gebietes am Ende des Erdmittelalters. In der Erdneuzeit, sie beginnt in etwa mit dem Aussterben der Dinosaurier vor ca. 65 Millionen Jahren, entsteht die heutige Form der Kletterfelsen und der Battert.

Die Entstehung der Kletterfelsen in der Erdneuzeit

Mit der Entstehung des Oberrheingrabenbruchs, der unsere heutige Landschaft hervorgebracht hat bildet sich auch das Relief des Battert.
Durch das Absenken der Grabenscholle entsteht als Gegenreaktion eine Aufwölbung an den Grabenrändern, der Schwarzwald und die Vogesen entstehen.
Im Bereich des Battert bilden sich zur Grabenscholle hin zahlreiche Bruchstufen, südlich des Battert bildet sich ein Kessel in dem heute die Stadt Baden-Baden liegt.

Die Gesteinsschichten sind aber auch von zahlreichen kleineren Bruchkanten durchzogen, an denen vor etwa 35 Millionen Jahren heiße Dämpfe und Gase aus dem Erdinnern dringen. Diese reagieren mit den quarzreichen Mineralen im Gestein, was heiße Kieselsäure austreten lässt. Die Kieselsäure in dem so durchtränkten Gestein kristallisiert was das Gestein erhärtet, man spricht von Verkieselung.

Die weicheren Schichten des Jurameeres und der Buntsandstein entlang der Bruchkannten werden in den nächsten Millionen Jahren durch Erosion wieder abgetragen.

So kommen die Schichten der gehärteten Gesteine wieder zutage, diese sind sehr gut an den horizontal verlaufenden wechselnden Gesteinsschichten zu. Sie bestehen aus Gesteinen des Rotliegenden, Konglomeraten von Lavabruchstücken, Gneisen, Brekzien und Arkose Sandsteine (feldspatreiche Sandsteine).

Inschrift am Battertfelsen von 1839Der Battert und die Kletterfelsen in der Frühgeschichte der Menschen

Wann die Gegend um die Battertfelsen erstmal besiedelt wurde und ob es zu dieser Zeit schon Kletterer am Battert gab, darüber kann man nur Vermutungen anstellen. Aus dem 6. oder 5. Jahrhundert v. Chr. erhalten hat sich ein über 1000 m langer Ringwall aus Steinen, der wohl von der keltischen Urbevölkerung errichtet wurde. Der Schutzwall diente wohl zur Verteidigung gegen die Germanen aus dem Norden.

Nach dem Schutzwall zu suchen dürfte für Laien aber sehr schwer sein, zumal die Reste des Steinwalles durch Pflanzenwuchs kaum noch zu erkennen sind.

Die Erschließung des Battert in der Zeit der Romantik

Es war in der Zeit die heute als Biedermeierzeit bekannt ist, politische Einschränkungen veranlassen die Menschen sich in die eigenen Räumlichkeiten, aber auch in die Natur zurück zu ziehen. Die Zeit der romantischen Verklärung der Natur beginnt. In den 1830er Jahren ergreift diese Anschauung auch das Weltbad Baden-Baden. In der romantischen Felsenwelt des Battert, die bis dahin noch eine undurchdringliche Wildnis darstellt, werden Wege erschlossen.
Im Jahr 1839 wird die Weganlage mit ihren Felsentreppen durch den großherzoglichen Kammerherrn und Forstmeister Alexander Graf Broussel erschaffen, eine Inschrift am Felsen erinnert noch heute daran.

Die eigentliche jüngere Klettergeschichte der Battertfelsen

Die begann im Frühsommer 1887 mit Wilhelm Paulcke, einem damals 15 Jahre alten Gymnasiasten und Schüler am Gymnasium Hohenbaden Baden-Baden.
Er wird später als Geologe, Lawinenforscher und Pionier des alpinen Skilaufs sowie des militärischen Skibergsteigens in Europa bekannt. Auf ihn gehen maßgeblich die Gründungen des Deutschen (DSV), des Österreichischen (ÖSV) sowie des Mitteleuropäischen Skiverbandes (MESV) 1905 zurück.
Begeistert haben ihn vor allem die freistehenden Türme der Battertfelsen, die er teilweise im Alleingang beging. In den folgenden Jahren gab es immer wieder mutige, sportliche Menschen die eine weitere Route als Erstbegehung gingen. So sind einige hervorragende Alpinisten und Bergführer am Battert „groß“ geworden.

Informationen zum Urheberecht

Die in diesem Artikel eingestellten Bilder dürfen unverändert und unter Angabe der Quelle kopiert und zum Zweck der öffentlichen Berichterstattung in allen Medien weiterverarbeitet werden.

Quellen:

Bücher:
Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Karlsruhe / Jan Thorbecke Verlag ISBN 3-7995-5172-7

Internet alle eingesehen 03.11.2019:
https://rips-dienste.lubw.baden-wuerttemberg.de/rips/ripsservices/apps/naturschutz/schutzgebiete/steckbrief.aspx?id=919001000011
http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/2/2054.htm
http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/wuerdigung/2/2054.htm
http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_73/vo/100096.pdf
https://de.wikipedia.org/wiki/Variszische_Orogenese
http://baden-geotouren.com/geologische-exkursionen/15-rund-um-baden-baden/14-geologie-von-baden.html
https://visit.baden-baden.de/media/attraktionen/battertfelsen
http://www4.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/17010/geologische_naturdenkmale_karlsruhe.pdf?command=downloadContent&filename=geologische_naturdenkmale_karlsruhe.pdf
https://www.baden-baden.de/mam/files/aktuell/bekanntmachungen/2017/%C3%96b0127_signiert.pdf
http://www.battertfelsen.de/index.php?article_id=28
https://bnn.de/lokales/baden-baden/am-battert-in-baden-baden-klettern-wie-im-paradies
https://de.wikipedia.org/wiki/Battert
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Paulcke

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