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Die ausführliche Geschichte des Markgraf Ludwig Wilhelm

Ludwig Wilhelm wurde am 8. April 1655 im Hôtel de Soissons in Paris als Sohn des zukünftigen Markgrafen von Baden-Baden dem Erbprinzen Ferdinand Maximilian sowie der französischen Prinzessin Louise Christine von Savoyen-Carignan (Tochter von Thomas Franz von Savoyen, Fürst von Carignan und Maria von Bourbon-Condé, Gräfin von Soissons) geboren.

Die Ehe seiner Eltern war wie in diesen Kreisen damals üblich eine reine Zweckehe zur Standeserhöhung und sollte die Verhältnisse der badischen Markgrafenschaft zu den Franzosen verbessern, Gefühle spielten dabei keine Rolle. Die Verheiratung fand, auch das unter den damaligen Adeligen üblich "per procurationem" in Abwesenheit des Bräutigams 1654 in Paris statt. Nach der Hochzeit lies sich die frisch verheiratete Markgräfin Louise Christine aber nicht dazu bewegen, vom glanzvollen französischen Hof, wo sie als Hofdame Anna von Österreich, der Mutter von Sonnenkönig Ludwig XIV diente, nach Baden überzuwechseln. Ferdinand Maximilian reiste daher selbst nach Paris um die Ehe zu vollziehen und seine Gemahlin nach Baden heim zu holen. Dabei muss es aber wohl zu einer beleidigenden Bemerkung des Markgrafen über Luise Christine gekommen sein, wohl eher aber zu einer leichtfertigen Bemerkung, die der jungen Markgräfin sehr gelegen kam und es ihr so ermöglichte, sich einem Umzug in die Markgräfliche Residenz nach Baden zu verweigern. Eine herrschsüchtige Mutter, die ihre Tochter nicht ziehen lassen wollte unterstützte sie dabei redlich.

Die Ehe aber wurde vollzogen und so kam 8. April 1655 ihr Sohn zur Welt. Als Name des Kindes wurde Ludwig Wilhelm nach seinem Großvater Markgraf Wilhelm und seinem Taufpaten Ludwig XIV., dem König von Frankreich gewählt. Aber auch die Geburt des gemeinsamen Kindes konnte die Prinzessin nicht dazu bewegen mit ihrer kleinen Familie in die Markgräfliche Residenz nach Baden zu übersiedeln, selbst der vom Erbprinz Ferdinand Maximilian zur Vermittlung gebetene König von Frankreich Ludwig XIV. konnte die Prinzessin nicht zu gehorsam überreden.

So musste Erbprinz Ferdinand Maximilian unverrichteter Dinge ohne seine junge Familie nach Baden zurück kehren. Noch im Geburtsjahr des kleinen Ludwig Wilhelm lies er das Kind durch seinen Kanzler Krebs und Moritz de Lassolaye in die badische Markgrafenschaft entführen. Die Familie des Markgrafen residierte zu dieser Zeit im Neuen Schloss zu Baden-Baden, wo Ludwig Wilhelm nun ohne seine Mutter aufwuchs. Die Mutterrolle für Ludwig Wilhelm nahm dabei wohl Maria Magdalena von Oettingen-Baldern, die zweite Ehefrau von Großvaters Wilhelm ein. Weitere Bezugspersonen waren natürlich Großvater Markgraf Wilhelm und seine Onkels, Kinder aus des Markgrafen Wilhelm erster Ehe Leopold Wilhelm und Hermann sowie der Tante Anna. Aus des Markgrafen zweiter Ehe und etwa gleich alt wie Ludwig Wilhelm boten sich als Spielgefährten Stiefonkel Karl Bernhard und Stieftante Maria Anna Wilhelmine an. 

Erbprinz Ferdinand Maximilian setzte in den folgenden Jahren mehrere Schreiben auf, in denen er verfügte wie die Erziehung seines Sohnes im Falle seines vorzeitigen Ablebens erfolgen sollte. Er legte besonderen Wert auf eine religiöse Erziehung, die "gehorsam und respect" gegenüber dem Papst sein sollte, aber auch Tolerant gegenüber anderen Religionen. Aber auch den weltlichen Mächtigen der Welt, dem Deutschen Kaiser gedachte der Vater, der Junge Mann sollte "liebe zu Deichslandt dem Römischen reich und dem erwöhlten ... kayser getreiw zu sein". Auch sollte der Junge Ludwig Wilhelm unbedingt standesgemäß heiraten, denn durch keine Handlung könne er größeren Nutzen und Profit erhalten als durch eine Heirat.

Aber auch so genoss der junge zukünftige Markgraf eine standesgemäße fürstliche Erziehung, die von seinen Lehrern Johann Reinhard Vloßdorf und Cosimo Marzi Medici übernommen wurde. Auch in militärischen Dingen wurde Ludwig Wilhelm früh unterwiesen, mit seinem Onkel Leopold Wilhelm, einem kaiserlichen Feldmarschall und Onkel Hermann, der im Kaiserliche Herr als Gouverneur diente, konnte er hier die geeigneten Lehrer finden.

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