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Schlosshotel Bühlerhöhe

Die Bühlerhöhe "Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung"

Die Schwarzwaldhochstraße hat auch heute noch so einiges zu bieten. Was die großen Zeiten der Höhenhotels betrifft, sind die "goldenen Zeiten" leider lange schon vorbei. Bestes, beziehungsweise tragischstes Beispiel das Hotel an der Hundseck ,dessen unrühmliche Geschichte lange noch nicht zu Ende ist. Das Kurhotel an der Alexanderschanze hat die Wende gerade noch geschafft, das Gebäude wurde vom Land gekauft, es soll in Zukunft als Nationalpark-Rangerstation dienen.

Die Geschichte der Bühlerhöhe

Man schreibt das Jahr 1908, am 30. November dieses Jahres stirbt der preußische Generalmajor Wilhelm Isenbart plötzlich und unerwartet im Hotel "Cataract" im Ägyptischen Assuan. Seine Witwe Herta Isenbart (1871-1918) und der Generalmajor hatten erst wenige Jahre zuvor geheiratet. Nicht ohne handfesten Skandal, beide waren zum Zeitpunkt ihres Kennenlernens noch in einer anderen Ehe gebunden. Wohl bei einer Manövereinquartierung auf einem der Güter ihres Vaters haben sich die beiden kennen gelernt, wo wie es heißt, Herta Pringsheim geborene Schottländer "in wehenden Fahnen übergelaufen" ist.

Bühlerhöhe SchwarzwaldhochstraßeNicht ohne Folgen für die beiden, Herta Pringsheim wird von ihrem vermögenden Vater mit dem Pflichtteil des Erbes, immerhin noch 12 Millionen Mark abgefunden. Wilhelm Isenbart muss seinen Dienst in der Armee quittieren. Enttäuscht entzieht sich das Ehepaar dem gesellschaftlichen Leben in der Heimat. Längere Reisen führen an die Riviera und zur Winterzeit immer wieder nach Assuan in Oberägypten.

Ein Denkmal für Wilhelm Isenbart

Die trauernde Witwe hegte schnell den Plan, ihrem geliebten verstorbenen Gatten ein Denkmal zu setzen, ein Genesungsheim für Offiziere soll es sein. So erhoffte sich die trauernde Witwe auch eine Wiederaufnahme in die Gesellschaft, die ihr seit der Heirat mit Generalmajor Wilhelm Isenbart die Annerkennung versagte. Agenten wurden beauftragt um den richtigen Ort für das Genesungsheim zu finden. Ein in St. Blasien bestehendes Gebäude umzubauen wurde schon bald verworfen. Die trauernde Witwe wollte lieber auf einen noch unbebauten Grundstück ein neues Gebäude erstellen.

Kurhaus BühlerhöheDie Schwarzwaldhochstraße gibt es noch nicht, wohl aber die heutigen Straßenführung. So findet einer der beauftragten Agenten wohl den geeigneten Ort in der Nähe des in den 1880er Jahren errichteten Kurhotel Plättig. Das bewaldete Gelände, das einen großartigen Ausblick ins Rheintal und zu den Vogesen bietet begeistert Herta Isenbart sofort. Hier an dieser Stelle soll das Genesungsheim als ewige Erinnerung an ihren verstorbenen Gatten entstehen.

Juni 1911, so einfach ist das Bauvorhaben Genesungsheim aber nicht - das Bühler Rathaus war leicht zu überzeugen, zumal zum Genesungsheim auch ein Sanatorium mit Ärzten entstehen soll und ein Arzt in der Nähe war schon damals ein gutes Argument. Bei der Forstverwaltung stößt man jedoch auf Widerstand. Ein öffentliches Waldgelände das als beliebtes Ausflugsziel bekannt ist und sich über 38 Hektar erstreckt einfach für ein privates Projekt zu opfern, dazu sind die Verantwortlichen nicht bereit. Erst ein Kompromiss macht den Bau möglich, Herta Isenbart erwirbt nur so viel Land wie sie für Genesungsheim und Sanatorium unbedingt benötigt. Die Fläche, die für den Park vorgesehen ist, wird nur gepachtet, zwei im Vertrag bestehende Klauseln verlangen die angemessene Berücksichtigung regionaler Firmen beim Bau und den Bezug zur Stadt Bühl im zukünftigen Namen des Bauvorhabens.

Die Planung für das Bauvorhaben beginnt

Bühlerhöhe ParkanlageNachdem der geeignete Architekt gefunden ist, Wilhelm Kreis (1873-1955) soll der Architekt für das Bauvorhaben werden, er war zu dieser Zeit Direktor der Kunstgewerbeschule Düsseldorf und besonders für seine Bismarcktürme bekannt.

Die örtlichen Gegebenheiten und Wünsche der Bauherrin geben die Rahmenbedingungen vor. Das Baugelände besitzt ein starkes Gefälle, zudem verlangt der Ausblick ins Rheintal und zu den Vogesen die Lage der Zimmer und Gesellschaftsräume zur südlichen und westlichen Talseite. Diese sind erstmal auf zwölf Gäste mit Personal begrenzt, damalige Generäle hatten eine Menge dergleichen beschränkt. Eine Erweiterung der Anlage soll aber einfach machbar sein. Neben dem Haupt- und Nebengebäude soll unter Berücksichtigung der Parkanlage nach dem Willen Herta Isenbart ein "Gesamtkunstwerk" entstehen. Eine harmonische Eingliederung des Gebäudes plus verbauter Kunst in die Natur ist absolutes "Muss". Die Liebe der  Bauherrin zur Natursteht jedoch immer über den Kosten stehen, kein Baum wird unnötigerweise gefällt  Das Gebäude wird laut Baubeschreibung für Umgebung und Landschaft des Schwarzwaldes bei Bühl eine Sehenswürdigkeit und eine Zierde.

Mit einem ersten Entwurf konnte Kreis nicht die Begeisterung der Bauherrin erwecken, ein zweiter Entwurf hatte wohl mehr die Gegebenheiten der Landschaft berücksichtigt. Ein Rundbau, an dessen Seiten sich lang gestreckte Gebäude anschließen, konnte die trauernde Witwe begeistern.

Schloßhotel SchwarzwaldDer Bau der Bühlerhöhe kann beginnen

Der Bau des Offiziersheim muss vom Großherzlichen Bezirksamt genehmigt werden, die Erlaubnis für den Spatenstich kommt am 22 Februar 1912. Die Bauarbeiten beginnen, zuerst werden Unterkünfte für die Arbeiter errichtet. Diese fällen Bäume und begradigen Zufahrtswege, erstmal können so auch Diesel Lastkraftwagen Material auf die Höhe bringen. Der Einsatz moderner Hilfsmittel lassen das Bauvorhaben, das von der Bühler Bevölkerung alsbald als Spektakel verfolgt wird, schnell vorankommen.

Die in dieser Höhenlage vorkommenden meteorologischen Bedingungen erfordern eine entsprechende Berücksichtigung, so wurden Fundamente und tragende Außen- und Innenwände aus Bruchstein ausgeführt. Zum Schutz gegen Feuchtigkeit erhalten die Außenmauern an der Fassade eine 5 Zentimeter starke Luftpolsterung. Für die Fassade vom Kellergeschoß aufwärts verwendet Kreis roten Buntsandstein, der auf der Badener Höhe gewonnen wird.

Wilhelm Kreis passte das Bauwerk auf dem Kohlberg an der zukünftigen Schwarzwaldhochstraße der Höhenlandschaft an. Stilistisch ist die Bühlerhöhe ein Spätwerk des Historismus, die Talseite ist die eigentliche Hauptansichtsseite des Schlosses. Das Hauptgebäude, ein Rundgebäude ist ein dreigeschossiger Massivbau in dem die über zwei Stockwerke gehende Empfangshalle untergebracht ist, an dessen Seiten sich ein jeweils langer Seitenflügel im stumpfen Winkel anschließt. Hier finden sich im Erdgeschoß Repräsentations- und Gesellschaftsräume, der Flügelbau der Südseite ist vom Bäderflügel erweitert. Auf der anderen Flügelseite finden sich Wohnungen für Personal und Räume für Ärzte, dazu Küchenräume und Toilettenräume. Von der auf dem Westflügel liegenden Terrasse führt ein Verbindungsgang zum Aussichtsturm.

Bühlerhöhe BäderbereichDas Sanatorium auf der Bühlerhöhe

Der Bau des Sanatoriums geht besonders schnell voran, schon im Juni 1913 können die ersten Patienten aufgenommen werden. Vierzig Zimmer mit fließendem Kalt- und Warmwasser, elektrische Beleuchtung und Fahrstuhl entsprechend der neuesten Technik lassen den Aufenthalt für die Gäste des Sanatoriums zu einem angenehmen Erlebnis werden. Ärzte können ihre Patienten nach dem höchsten Standard der damaligen Technik versorgen. Gesellschaftsräume, Musikzimmer, Billardzimmer und Baderäume tragen zum hohen Standard der Einrichtung bei.

Die traurige Geschichte der Herta Isenbart

Herta Isenbart war 1871 als sozusagen mit goldenen Löffeln im Mund geborenes Kind sehr vermögender Eltern zur Welt gekommen. Ihr Vater Julius Schotthändler (1835 - 1911)  war der wohlhabendste Bürger Breslaus, zudem einer der erfolgreichsten schlesischen Getreidehändler. Julius Schotthändler besaß beste Beziehungen zu Königlich-preußischen Würdenträgern, überschüttet mit zahlreichen Ehrungen, so war er 1901 zum Ehrenbürger von Breslau ernannt worden. Einzig die Erhebung in den Adelsstand wurde ihm verwehrt, eine Ehre, die sich auch Herta Isenbart in der Zeit ihres Lebens so sehr gewünscht hatte.

Hofanlage BühlerhoeheDie Scheidung von ihrem ersten Ehemann Bankier Carl Pringsheim und die anschließende Vermählung mit Generalmajor Wilhelm Isenbart führt zum Ausschluss der Eheleute aus den so genannten Gesellschaftlichen Kreisen. Die Bühlerhöhe, das zum Andenken ihres verstorbenen Ehemanns gebaute Genesungsheim für Offiziere, sollte die Wideraufnahme in die Gesellschaft bringen, vielleicht sogar zur Erhebung in den Adelsstand führen, so plante Herta Isenbart die Bühlerhöhe an Kaiser Wilhelm II zu verschenken. Ihr Wunsch am Kaiserlichen Hof empfangen zu werden erfüllte sich im August 1912, doch der Kaiser wollte das wertvolle Geschenk nur annehmen, wenn durch eine zusätzliche Schenkung über 3 Millionen Mark auch die laufenden Betriebskosten gesichert würden.

Das war Geld, das die einst vermögende Frau nicht mehr aufbringen konnte,. Schon seit der Planung der Bühlerhöhe kommen der Offizierswitwe immer wieder Zweifel auf, sich mit dem Projekt zu übernehmen. Immer mal wieder wird umgeplant, an verschiedenen Stellen eingespart. Ein zinsloses Darlehen über 750000 Mark für den als Militärarzt ausgebildeten Dr. Schieffer, der das Sanatorium betrieb, kostete weiteres Geld aus dem Erbe. Aber zumindest das Genesungsheim und Sanatorium sollte bald eröffnen, wenn Herta Isenbart auch damit rechnete, die ersten zwei Jahre für den Betrieb aufkommen zu müssen.
Die Bühlerhöhe war fast fertig, da machte der 1. Weltkrieg alle Hoffnung zunichte, die Arbeiter packten ihre Werkzeuge ein, sie wurden eingezogen. Die Bühlerhöhe war bis auf wenige Menschen unbewohnt, überliefert ist folgende Anekdote: Herta Isenbart geht bedrückt durch das Gebäude, neben einer Hobelbank steht Curt Rüschhoff, verantwortlich für die Innenarchitektur. Herta Isenbart wirkte blaß und abwesend, sie nahm den Architekten am Arm und presste mit matter Stimme hervor "Hier steh ich auf den Trümmern meiner Habe".

Der Hauptbau für die Offiziere blieb leer, Herta Isenbart konnte sich nicht entscheiden, das Gebäude als Lazarett zu benutzen, das Sanatorium wurde 1914 als Reservelazarett in Betrieb genommen wurde. Im Sommer 1918 nahm Herta Isenbart sich im Hotel Stephanie in Baden-Baden das Leben. Die Enttäuschung ihr Ziel nicht erreicht zu haben und aus Angst ein für ihre Verhältnisse  "mittelloses" Leben zu führen, führte zu dem Entschluss sich mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben zu nehmen.

Adenauer GedenkstätteDie Geschichte der Bühlerhöhe geht weiter

Die wirtschaftliche Situation in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg war katastrophal, das Land trieb unaufhaltsam auf eine Inflation zu. Dr. Pringsheim, der Sohn aus erster Ehe von Herta Isenbart zögerte lange das Erbe anzunehmen, die Rahmenbedingungen waren extrem schwierig. Doch das Haus musste schnellstmöglich auf eine solide finanzielle Basis gestellt werden, auch das Sanatorium, das als Erbe der Witwe von Dr. Schieffer zugefallen war, stand vor einer ungewissen Zukunft. Der Direktor der Rheinischen Creditbank in Baden-Baden Max Siegl kam als Retter in der Not. Mit großem Sachverstand und entsprechenden Verbindungen gelang es Max Siegl den Dr. Hüglin aus St. Blasien für eine Partnerschaft zum Kauf der Bühlerhöhe zu gewinnen.
Das Sanatorium wurde schon bald nach Kriegsende wieder betrieben, das Hauptgebäude wurde im Juni 1920 als Kurhaus Bühlerhöhe eröffnet.
Die beiden Investoren kauften die Bühlerhöhe, im September 1922 gründeten Max Siegl und Dr. Hüglin eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Die Gesellschaft verfügte über ein Kapital von 800000 Reichsmark. In den folgenden Jahren wurde die Bühlerhöhe zu einem bekannten Luxushotel, zahlreiche bedeutende internationale Politiker, Industrielle, sogar Nobelpreisträger waren Gäste im Schloßhotel. Häufiger Gast auf der Bühlerhöhe im Schwarzwald war schon in den 30er Jahren der damalige Oberbürgermeister von Köln Konrad Adenauer, dem zu Ehren eine Gedenktafel im Hotelpark angebracht ist und nach dem eine Suite des Hotels benannt wurde. Ganz in der Nähe der Bühlerhöhe befindet sich die erbaute Konrad Adenauer Kapelle.

Auch der gute Ruf der Bühlerhöhe, der weit über die Grenzen Deutschlands hinausgeht reichte nicht aus, das Kurhotel stand in den 30er Jahren finanziell nicht gut da. Die Rettung kam mit dem Cigarettenfabrikanten Philipp Reemtsma, erst sein finanzielles Engagement brachte dem Kurhotel Bühlerhöhe das benötigte finanzielle Fundament.

BühlerhöheDas Deutsches Reich von 1933 bis 1945

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten macht auch vor der Bühlerhöhe nicht halt. Das war für die Bühlerhöhe insofern problematisch, dass viele Patienten im Kurhotel Juden waren. Die zunehmende Judenverfolgung ließ diese treuen Patienten ausbleiben. Da Deutsche, die im Ausland kuren wollten strengen Vorschriften unterworfen wurden, stieg die Zahl der Deutschen Patienten in der Bühlerhöhe trotzdem an.
Die Nationalsozialisten liebten Auftritte vor spektakuläre Kulissen, so wurde das Luxushotel bald einer der Lieblingsplätze der NSDAP im Schwarzwald. Hitler selber ließ es sich nicht nehmen, schon im Juni 1933 einen Besuch abzustatten. Im Frühsommer 1933 kam es im Kurhaus Bühlerhöhe zu einem deutsch-italienischen Geheimtreffen zwischen Adolf Hitler und Benito Mussolini.

Mit Kriegsbeginn im Herbst 1939 hatte die beschauliche Zeit auch in Bühl ein Ende, besonders die Nähe zu Frankreich wurde als Bedrohung empfunden. Das Kurhaus wurde geschlossen, das Ärzteteam arbeitete in Partenkirchen weiter. Nachdem das Kurheim in Partenkirchen im Jahr 1942 geschlossen wurde, ging es zurück auf die Bühlerhöhe. Das auch, weil der Krieg sich immer mehr in die Großstädte verlagerte. So wurde im Sanatorium des Kurhotel eine Lazarettstation mit 30 Betten eingerichtet.

Dass die Bühlerhöhe nicht Opfer eines Fliegerangriffes wurde, ist auch dem Umstand gedankt, dass hier ein Lazarett bestand. Im April 1945, wenige Monate vor Kriegsende geriet die Bühlerhöhe in Verdacht eine Militärstation zu beherbergen. Eine marokkanische Division besetzte das Kurgelände, eine Patientin kam dabei zu Tode.

Bühlerhoehe sicht auf UntersmattDie Bühlerhöhe wird von den Franzosen beschlagnahmt

Nach Kriegsende wurde das Kurhotel und das Sanatorium von den französischen Militärbehörden beschlagnahmt. Das Kurhaus diente jedem Stab des General Koenig, das Sanatorium den Damen des Offizierscorps als Erholungsheim. Viele von den Franzosen beschlagnahmten Gebäude waren nach der Freigabe in bedauernswertem Zustand. Die Bühlerhöhe samt Inventar aber wurde von den Franzosen dank General Koenig mit dem gebührenden Respekt behandelt. Gegen Ende der Beschlagnahmung, das Hotel wurde 1949 wieder eröffnet, stellte sich das gleiche Problem wie eh und je. Wie soll die Bühlerhöhe zu einer tragfähigen finanziellen Basis kommen? Gegen die Beteiligung französischer Unternehmer hatte sich die Bühlerhöhe erfolgreich wehren können.

Die Bühlerhöhe nach der Freigabe 1949

Ein Deutschamerikaner half anfangs mit finanziellen Mitteln aus, Philipp Reemtsma bis zum Jahr 1955. Am 1. März 1949 war es soweit, das Kurhaus auf der Bühlerhöhe wurde wieder eröffnet, das Sanatorium folgte am 28. Mai 1949.  Wieder waren es Politiker, Industrielle aber auch immer mehr Künstler, die Gäste im Schloßhotel waren. Häufiger Gast auf der Bühlerhöhe im Schwarzwald wieder Konrad Adenauer, jetzt der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Park Schlosshotel BühlerhöheDie Bühlerhöhe wird wieder verkauft

Seit dem Rückzug Philipp Reemtsma im Jahr 1955 hatte das Haus wieder mit knappen Mitteln zu kämpfen, im Januar 1980 wurde die Bühlerhöhe vom Schweizer Geschäftsmann Toni Frey (Zentra-Gruppe)  erworben. Nach diversen Überschreibungen und Überschuldung ging die Bühlerhöhe im Jahr 1984 in Konkurs. Ein Zwangsverwalter wurde eingesetzt.

1986 erwarb der Industrielle Max Grundig das Kurhaus Bühlerhöhe, auf Empfehlung aus Stuttgart: "Ministerpräsident Lothar Späth hat mir die total vergammelte Bühlerhöhe eingeredet." so Grundig. Für 7,8 Millionen Mark ersteigerte er Schloßhotel samt Sanatorium, "um zu verhindern, dass das Haus weiter verkommt oder in Eigentumswohnungen umgewandelt wird". Im nur wenigen Kilometer entfernten Baden-Baden bangte die bisher unumstrittene erste Hoteladresse der Region Brenner's Park-Hotel, um seine Vormachtstellung. Vor der Wiedereröffnung der Bühlerhöhe wurden dort rund 16 Millionen Mark in eine umfassende Renovierung des Hauses gesteckt.

Max Grundig lässt es nach Plänen des Architekten Henner Hoos und des Innenarchitekten Jan Wichers für 150 Millionen D-Mark zum Luxus-Hotel mit Klinik und Beauty-Farm umbauen. Das Jahr 1988, das Kurhaus heißt nun Schloßhotel Bühlerhöhe, es besitzt 90 luxuriöse Zimmer und 14 Suiten. Hier sollen sich 250 Mitarbeiter um maximal 240 Gäste kümmern.

Max Grundig KlinikDas Sanatorium wird zur Max Grundig Klinik

Das Sanatorium wird zur Max Grundig Klinik. Die Fachklinik der Inneren Medizin und der Psychosomatik ist noch heute im Besitz der Erben Max Grundigs. Träger der Klinik ist heute die Max Grundig Stiftung.

1999 - Die Bühlerhöhe wird an SAP-Gründer Dietmar Hopp verkauft

Mitte der 90er-Jahre, als sich die Max-Grundig-Stiftung aus der Hotelbranche zurückzieht, beginnen die Probleme erneut. Kurzzeitig ist das Schloßhotel im Besitz der auf Nobelherbergen spezialisierten Rafael-Gruppe, nach einigen weiteren Eigentümerwechseln erwirbt Dietmar Hopp im Jahr 1999 das Hotel im Schwarzwald.

2010 - SAP-Gründer Dietmar Hopp verkauft an die Anna Maria Vermögensverwaltung

Trotz zwischenzeitlichen Ärger und schlechter Auslastung, Gewinn hatte das Hotel nie gemacht, hatte Hopp das Hotel lange behalten. Im Jahr 2010 verkaufte Dietmar Hopp das Hotel Bühlerhöhe an eine internationale Investorengruppe. Neuer Eigentümer wird die Anna Maria Vermögensverwaltung GmbH mit Sitz in Baden-Baden. Das Schloßhotel Bühlerhöhe schloss Ende August seine Türen und soll renoviert werden.Schätzungen gingen davon aus, dass dafür mindestens 20 Millionen Euro nötig sind. Erst im Jahr 2013 sollte die sanierungsbedürftige Bühlerhöhe, dann mit neuen Konzept wiedereröffnet werden.

Der Umbau auf der Bühlerhöhe geht nicht voran

Der Umbau lässt auf sich warten, im Sommer 2012 gibt es kurzzeitig mal Kaffee und Kuchen auf der Bühlerhöhe, aber es geht nicht voran. Im Mai 2013 gibt die Geschäftsleitung bekannt, wir können derzeit nicht sagen, wann und ob überhaupt mit einer Wiedereröffnung zu rechnen ist.

Im Juni 2013 dann der nächste Tiefpunkt, Stromrechnungen sollen nicht bezahlt worden sein. Das bringt ausgerechnet ein Fehlalarm an den Tag, bei der die Bühler Feuerwehr zu dem einstigen Höhenhotel ausgerückt ist. Wie in der BNN zu lesen ist, hat der Investor inzwischen jedes Interesse an dem Objekt verloren. Der absolute Tiefpunkt folgt wenige Tage später als Insolvenz gegen das einstige Fünf-Sterne-Hotel auf dem Kohlberg beantragt wird.

Jetzt wird bekannt, das die Investorengruppe um den ukrainische Geschäftsmann Igor Bakai auch nach drei Jahren nur mehr 18 Millionen von 32,5 Millionen Euro des Kaufpreises überwiesen hat.

Kaffeeterasse BühlerhöheAugust 2013 - Die Kaffee-Terrasse wird erneut geöffnet

Vielleicht ein Lichtlein am Ende des Tunnels, Ende Juni heißt es „Wir sollten das Hotel jetzt schnell wieder in Betrieb nehmen.“ Mit der Öffnung der Terrasse von Donnerstag bis Sonntag, 11.00 bis 18.00 Uhr, setze das Haus jetzt ein Signal. Im Badischen Tageblatt überrascht ein Artikel "Wundersame Auferstehung" Schlosshotel Bühlerhöhe nimmt am 23. August wieder den Hotelbetrieb auf, erstmal bis Anfang November soll der Betrieb laufen.

September - Das Insolvenzverfahren ist eröffnet

Der ukrainische Geschäftsmann Igor Bakai hat nichts bezahlt, die für August versprochene erste Rate des noch ausstehenden Kaufpreises ist nicht überwiesen worden, sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Ferdinand Kießner am Dienstag. Das Amtsgericht Baden-Baden hat das Insolvenz-Verfahren in die Wege geleitet. „Wir schauen uns nun in der Branche um und werden gezielt mögliche Interessenten ansprechen“, sagte der Sprecher. Wann ein Käufer gefunden ist, ist völlig offen. Im schlimmsten Falle müsste die Bühlerhöhe zwangsversteigert werden. „Das halten wir aber für sehr unwahrscheinlich“, sagte der Sprecher.

Ein Luxushotel zum Schnäppchenpreis

Interessenten können das insolvente Hotel Bühlerhöhe jetzt für nicht einmal die Hälfte des Preises erwerben, zu dem es SAP-Gründer Dietmar Hopp im Jahr 2010 verkauft hatte. Der SAP-Gründer Dietmar Hopp wartet noch auf die nicht überwiesenen 14,5 Millionen Euro der Kaufsumme. Für diesen Betrag ist der Insolvenzverwalter bereit das Hotel zu verkaufen.

Brunnen BühlerhöheDezember 2013 - Eine Investorengruppe aus Kasachstan kauft das Schloßhotel Bühlerhöhe

Es ist vollbracht, das Insolvenzverfahren für das Schlosshotel Bühlerhöhe ist abgeschlossen, für rund 22 Millionen hat die Bühlerhöhe einen neuen Besitzer gefunden. Der Kaufvertrag umfasst auch das nahe gelegene Kurhotel Plättig sowie weitere Grundstücke. Eine Investorengruppe aus Kasachstan, es handelt sich um "eine Gruppe von international tätigen, privaten Kaufleuten“ will das Hotel nach umfangreichem Umbau bis zum Jahr 2015 wieder eröffnen.

Zumindest der Kaufpreis wurde bereits in voller Höhe gezahlt, wie Insolvenzverwalter Ferdinand Kießner mitteilt. Käuferin ist die zu diesem Zweck neu gegründete Bühlerhöhe Castle Invest GmbH in Baden-Baden.

Der Sanierungsstau soll beseitigt, umfangreiche Umbaumaßnahmen für Rund 25 bis 30 Millionen Euro durchgeführt werden. Die Neueröffnung des Hotels werde für das Frühjahr 2015 angestrebt.

Das Elend geht weiter - Dornröschenschlaf für die Bühlerhöhe

Mann schreibt das Jahr 2016, es wird ruhig um das ehemalige Hotel auf der Schwarzwaldhochstraße, zumindest die Baurechtsbehörde der Stadt ist zufrieden. Mindestens zweimal jährlich wird geprüft, ob der vor über 100 Jahren errichtete denkmalgeschützte Kernbau in ordentlichem Zustand ist und nichts verfällt. Das Hotel werde weiterhin beleuchtet und beheizt. „Die Gebäudeunterhaltung ist gewährleistet“, so Hubert Schnurr, Oberbürgermeister der Stadt Bühl.

Bis heute "Ende 2017" haben wohl seit dem Verkauf des Hotels keine Sanierungsarbeiten stattgefunden, mittlerweile halten Experten eine Investitionssumme von bis zu 80 Millionen Euro für erforderlich. Dabei sollen für den Unterhalt des einstigen Schloßhotel Bühlerhöhe monatlich bis zu 100.000 Euro Leerstandskosten anfallen. Vor allem die Heizkosten für den Hotelkomplex sind aufgrund veralteter Technik enorm.

Die Bühlerhöhe steht nicht nur einfach unter Denkmalschutz, das einstige Luxushotel hat einen für das Land Baden-Württemberg besonderen Status, ist ein "Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung". Wie es weiter geht steht in den Sternen, wohl sicher ist aber, in den nächsten Jahren wird das Hotel nicht wieder eröffnet.

Einst in den Leiden der Herta Isenbart geboren, geht die leidensvolle Geschichte eines der kulturhistorisch wichtigsten und im wahrsten Sinne aus dem Nordschwarzwald herausragenden Gebäude weiter ....

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