Slider

Kurhaus HundseckKurhaus Hundseck – Eine Aera geht zu Ende

Wintersportlern, Wanderern sowie vorbei fahrenden Gästen bietet sich auf Hundseck kein schönes Bild – vielmehr das Bild von unfertigen Abrissarbeiten und liegen gebliebenem Bauschutt. Und das inmitten einer wunderschönen Landschaft an der beliebten Schwarzwaldhochstraße. Das teilweise abgerissene Gebäude Hundseck ist Ärgernis vieler Menschen und Diskussionsthema Nummer eins.

Das seit langer Zeit leer stehende Gebäude ist nicht das einzige, einst gut besuchte Hotel an der Schwarzwaldhochstraße, das schon vor langer Zeit seine Pforten geschlossen hat. Viele Nobelhäuser stehen leer, in denen einst sogar berühmte Persönlichkeiten residierten.

Der Schwarzwald lockte einst betuchte Gäste an ...

... leider haben sich die Zeiten in puncto Tourismus im Nordschwarzwald geändert. Wo einst reiche Gäste zum Skifahren kamen, Konrad Adenauer residierte und Kaiserin Sissi zu speisen pflegte, haben heute die meisten Nobel-Herbergen ihre Pforten geschlossen. Viel schlimmer noch, stehen viele von den einst renommierten Häusern kurz vor dem Verfall, sind marode in der Bausubstanz und geben ein völlig trauriges Bild ab. Wo einst in den 30er Jahren Luxuslimousinen das Bild der Schwarzwaldhochstraße prägten, muss die Schwarzwaldtouristik heute ganz andere Wege gehen.
Sicherlich besuchen auch heute noch viele Gäste die Region um die bekannte Schwarzwaldhochstraße, dennoch bleiben die Urlauber immer nur noch eine paar Tage, weiß Heiko Fahrner vom Hotel Schliffkopf zu berichten.

Laut Landrat Jürgen Bäuerle, habe sich das Freizeitverhalten geändert. Wo früher mehr Übernachtungsgäste den Weg in den Schwarzwald gefunden haben, sind es heute die Tagesgäste, die die Region bevölkern, um sportlich aktiv zu werden oder einfach Ruhe und Entspannung, in der ansprechenden Natur zu suchen.

Ob der 2014 gegründete Nationalpark Schwarzwald hier bedeutende Änderung bringt muss sich erst noch zeigen, erste Zahlen und Fakten lassen aber hoffen....

Was jetzt kommt ist eine Chronologie der Geschichte des Kurhaus Hundseck, die neuere Geschichte entspricht einer Zusammenfassung der Tagespresse:

Die Geschichte des Hotel Hundseck vor der Jahrtausendwende

Bereits im Jahr 1818 wurde im Grundbuch von Ottersweier eine einfache mit strohbedeckte Schwarzwaldhütte ohne Kamin mit der Berechtigung zu einer Buschwirtschaft auf der Gemarkung Hundseck, das eigentlich Riesenkopf oder großer Vorsprung bedeutet, eingetragen. Wahrscheinlich ist es der älteste bekannte Wirtschaftsbetrieb im Bühler Höhengebiet.

1851, Erhard Reich aus Bühlertal kaufte die Hütte vom damaligen Eigentümer Franz Anton Rapp

Januar 1884, ein neuer Eigentümer, Michael Hermann Wirth reichte beim Großherzoglichen Bezirksamt in Bühl Bauantrag zum Neubau einer Buschwirtschaft ein, Ergänzung im März desselben Jahres mit einem geänderten Planentwurf. Die zu errichtenden Gebäude und Stallungen vom ersten Bauantrag wurden zu Gunsten von Zimmern und Wirtschaftsräumen geändert. Die Stallungen wurden später in ein extra Gebäude integriert.

1884 Großbrand, der das Anwesen vollständig zerstörte, wahrscheinlich der Grund für den o.g. Neubau

Bereits 1885 Betrieb einer einfachen Passantenwirtschaft mit Möglichkeit zur Übernachtung an der Kreuzung zweier Holzabfuhrwege, direkt an der Abbiegung nach Hundsbach. Der Neubau sah nicht mehr aus wie eine armselige Buschwirtschaft

Oktober 1886, Kauf durch Sebastian Andreas Hammer (geb. 20.01.1856) aus Neuses /Bad Mergentheim und Gattin Sophie geb. Wenk (geb. 28.03.1864) aus Bühl. Da liegt die Hochzeit der beiden Eigentümer gerade mal 4 Monate zurück. Vorlage eines Erweiterungsbauantrags für zusätzliche Gästezimmer

Februar 1887, Andreas Hammer zog mit seiner Frau auf die Hundseck. In den Akten des Landratsamtes Bühl von 1954 ist folgendes vermerkt: „…hat als bisher letzter Wirt Herr Andreas Hammer am 11. März 1887 die Erlaubnis zum Betrieb der Personalgastwirtschaft Kurhaus Hundseck auf Gemarkung Ottersweier erhalten“.

1892 Stefan Maushart wurde Teilhaber und Partner von Andreas Hammer und beide bauten die Hundseck zu einem führenden Kur- und Höhenhotel aus.

1896 Bauantrag für Um- und Ausbau der Fuhrmannskneipe zu einem Höhenhotel, die bereits ein Geheimtipp der Baden-Badener Gesellschaft war. Planung des Projekts durch Architekt Wilhelm Vittali aus Baden-Baden. Wilhelm Vittali hatte auch die damalige Staatliche Kunsthalle und das Kurhotel Brenner entworfen.
Das Kurhaus Hundseck verfügte schon zu jener Zeit über elektrisches Licht. Eine große Attraktion war ein zahmer Rothirsch, der von dem passionierten Jäger Andreas Hammer angeblich aufgezogen wurde.
Über mehrere Jahrzehnte war die Hundseck in der Hand der Familien Hammer und Maushart. In dieser Zeit wurde es mehrere Male erweitert und umgebaut und den zeitgemäßen Bedürfnissen der steigenden Gästeanzahl angepasst und die Wasserscheide von Murg und Rhein selbst im Winter besuchten.
Immer mehr wurde die Hundseck zum Mittelpunkt des Wintersport im Bühler Höhengebiet. Der erste Skihang des Nordschwarzwalds entsteht zu Beginn der 20er Jahre auf der Hundseck. In den 1930er Jahren fanden auf dem Skihang Sprungläufe statt die an überregionaler Bedeutung gewannen. Für den Sommer gab es ein mit Quellwasser gespeistes Freibad auf 890 Höhenmeter das hohe Besucherzahlen verbuchen konnte und überall bekannt war und somit in den laufenden Kurbetrieb einbezogen war. Für uns "verwöhnte Warmduscher ;-)" wäre ein Bad in diesem Freibad sicher ein Erlebnis geworden.

1936, 80. Geburtstag von Andreas Hammer, Ehrungen, Auszeichnungen aus aller Welt. Von der Presse wurde er zum „Pionier und Wegbereiter des Fremdenverkehrs, der an der Entwicklung und Erschließung des nördlichen Schwarzwaldes durch die Schwarzwaldhochstraße das Hauptverdienst hat“ ernannt.

1941, Andreas Hammer stirbt mit 85 Jahren, neun Jahre nach seiner Ehefrau

Während des Krieges kommt der Hotelbetrieb zum erliegen, ab 1943 dient das Hotel Hundseck als Unterkunft für Mannheimer Schülerinnen im Rahmen der Kinderlandverschickung. Auch der Enkel von Andreas Hammer Kurt Hammer flüchtet mit seiner Familie von Mannheim auf die Hundseck.

Bis 1947 Nutzung des beschlagnahmten Kurhaus nach dem Krieg durch die französischen Truppen

1948 Wiederaufnahme des Hotelbetriebs trotz vieler Beschädigungen, aber die Zeiten hatten sich geändert, die Deutschen wollten ihren Urlaub nicht mehr in der Heimat verbringen, wollten lieber in die Fremde und Sonne, am liebsten nach Italien fahren. Lediglich im Winter kommen die Massen auf die Schwarzwaldhöhen. In den 50er Jahren wird Hundseck neben dem Skihang durch seine Schanze für Skispringer bekannt.

1957 Verkauf der Hundseck durch die Eigentümerfamilien Hammer und Maushart an die Ruhrknappschaft (spätere Bundesknappschaft) in Bochum

1968, Erweiterung des Hotels um eine Schwimm- und Gymnastikhalle

Bis 1982 wirtschaftlicher Aufschwung des Hotelbetriebs als Kurklinik für Bergarbeiter des Ruhrgebietes, mit Beginn der Rezession im Bergbau ging es auch mit der Kurklinik bergab und eine Erholung des Höhenhotel Hundseck war nicht mehr möglich. 1982 schloss es also seine Pforten.
1983 geht das Hundseck Hotel an die neugegründete Gesellschaft für Wohnbau Hundseck mbH aus Mannheim.

1987 war die Schlagzeile, "Vom Erholungsheim zur Appartement-Siedlung" im Badischen Tagblatt zu lesen.
Bisherige Bemühungen das ehemalige Hotel einer weiteren Nutzung zuzuführen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Die Mannheimer Wohnungsbau-Gesellschaft stellte eine Bauvoranfrage, für die Umwandlung des Gebäudes in eine Appartementanlage. Die Gemeinde Ottersweier äußerste sich diesbezüglich äußerst positiv. Laut Planung sollten 50 Appartements entstehen und im Erdgeschoss des Nordflügels sollte ein Restaurant mit Cafeteria untergebracht werden. Diese Bauvoranfrage wurde allerdings nicht in die Tat umgesetzt. Nur als Jugendhotel öffnete das einstige Kurheim noch einmal für eine kurze Zeit.
Das Hotelgebäude steht seit Anfang der 1990er Jahre unter Denkmalschutz, als „historisch begründeter Identifikationspunkt an der Schwarzwaldhochstraße“ schon 1998 wird es wieder aus der Liste der denkmalgeschützten Gebäude gestrichen.

Im Mai 1994, sollte das Haus mit einem Verkehrswert zwangsversteigert werden.

Sommer 1994, ein Pächter begann zu renovieren, es sollte ein Jugendhotel, hauptsächlich für Schüler aus dem Osten Deutschlands werden, aber auch dieses Vorhaben scheiterte.

Die neuere Geschichte des Hotel Hundseck beginnt

2006 - Ein Low-Budget-Hotel soll es jetzt werden
2006 Kauf des Kurhaus Hundseck durch einen bulgarischen Hotelier aus dem Südschwarzwald, sein Ziel war ein Low-Budget-Hotel zu eröffnen, es blieb jedoch nur bei den Ankündigungen von Wiedereröffnungsterminen. Eine Renovierung findet nicht statt, der Leerstand fast zweier Jahrzehnte beginnt sich auszuwirken.

Mai 2007 - Ein Kurhaus für nur einen Euro
Das Hotel ist mittlerweile in einem desolaten Zustand, es gibt außen und innen erhebliche Schäden, das durchfeuchtete Mauerwerk bedingt durch undichte Dächer gibt großen Anlass zur Besorgnis.
Die Gesellschaft für Wohnungsbau Hundseck mbH gibt das traditionsreiche Hundseck Hotel mit seinen 76 Gästezimmern zur Versteigerung frei. Der Verkehrswert der mit 3300 Quadratmeter großen Nutzfläche bezifferten Immobilie auf ca. 58 ar großem Gelände wird aufgrund des maroden Zustandes auf einen symbolischen EUR = Abbruch und Neubau geschätzt, wegen offener Forderungen der Gemeinde Ottersweier, das Mindestgebot aber auf 28730 EUR angesetzt. Ein Vertreter der Gläubigerbank aus dem Rhein-Neckar-Kreis lässt aber schon vorab durchblicken kein Angebot unter 100000 EUR zu akzeptieren.
Drei Bieter darunter einer aus Baden-Baden und einer aus Ludwigshafen zeigten Interesse, den Zuschlag erhielt der Bauunternehmer Gregor Schneider aus Iffezheim für überraschende 92.500,-- EUR. In diesem Betrag enthalten, auch ein 27 ar Nachbargrundstück, dessen Verkehrswert auf 2000 EUR geschätzt wird. Die Gläubigerbank akzeptiert den Preis.
Obwohl alle Sachverständigen einen Abriss und Neubau verlangen, will Schneider davon nichts wissen, er will das frühere Knappschaftsheim jetzt sanieren und zu einem agrotouristischen Hotel umbauen.

September 2007 - Ein Eigentümer sucht nach Sponsoren
Seit der Versteigerung sind 4 Monate vergangen das Hotel liegt immer noch im Dornröschenschlaf, Gregor Schneider aus Iffezheim findet vermutlich keine Bank die bereit ist, die Finanzierung des 200000 EUR Projektes zwecks Sanierung zu übernehmen. Seinen Optimismus hat er aber behalten, er sucht jetzt nach Sponsoren, auch um Forderungen von Gläubigern, darunter die Rund 24000 EUR für die Einrichtung eines Wasseranschlusses an die Gemeinde Ottersweier zu bezahlen.    

November 2007 - Eine erneute Versteigerung
Die Suche nach Sponsoren war wohl vergeblich, da die Forderung der Gemeinde Ottersweier nicht beglichen wurde, wird im November 2007 das Hundseck Hotel erneut versteigert.
Gleich acht Bieter geben Gebote für die Immobilie ab, es sind zwei türkische Geschäftspartner aus Obersulm und Heilbronn, die für "Astronomische" 123000 EUR den Zuschlag erhalten. Einer ist nach eigener Aussage im Immobiliensektor tätig, einer hat wohl Erfahrung in der Gastronomie. Geplant war auf Ende 2008 die Eröffnung eines 50-Zimmer Hotels mit Tagungsstätte mit einer Investition von einer halben Million EUR.

Mai 2008 - Die Gemeinde und der alte Eigentümer wollen Geld sehen, es droht eine erneute Versteigerung
Die Wertsteigerung, die das Hotel durch die erneute Versteigerung erhalten hat weckt Bedürfnisse, der alte Vorbesitzer will die Differenz des Erlöses einkassieren. Sofern er die Summe nicht erhält will er eine Widerversteigerung anstreben. Behauptungen, die komplette Einrichtung des Hotels an sich genommen zu haben weist er zurück, vielmehr seien zu verschiedenen Zeiten Dritte in das Gebäude eingedrungen und hätten die Einrichtung entwendet.
Aber auch die Gemeinde Ottersweier will Geld sehen, sie erhebt Anspruch auf 32000 EUR im Grundbuch angesammelter Steuern und Beiträge mehrerer Jahre, die noch nicht bezahlt wurden. Den türkischen Eigentümern wird eine Frist gesetzt, verstreicht diese ohne Zahlung will auch die Gemeinde die Wiederversteigerung beantragen.

September 2008 - Versteigerung abgesagt
Eine weitere Zwangsversteigerung drohte,nachdem Forderungen der Gemeinde Ottersweier und des Vorbesitzers nicht beglichen wurden. In letzter Minute wird die Versteigerung nach Zahlung der Schulden an die Gemeinde abgeblasen. Auch der Vorbesitzer konnte sich so wohl auch über einen Mehrerlös von 33000 EUR freuen.

Winter 2008 - Der Hotelbetrieb soll wieder beginnen
So zumindest haben es die Eigentümer laut Aussage vom Mai 2008 geplant, dazu sollten die umfangreichen Renovierungen im Juli 2008 in Eigenarbeit starten. Wie das bei den ca. 500000 EUR veranschlagten Kosten vonstatten gehen soll wurde aber nicht mitgeteilt.... wen wundert es da, dass auch diese Aussage nicht eingehalten wurde.
Daneben sollte auch vermerkt werden, dass das Hotel jetzt nach Erneuerung der Wasserversorgung auf der Hundseck, die von den umliegenden neun Anwohner in Eigenregie durchgeführt wurde, jetzt ohne Wasserversorgung ist. Die Anwohner hatten wohl erstmal ohne das Traditionshotel geplant.

13. November 2010 - Nach Sturm Carmen beginnt das Desaster
In der Nacht zum 13. November 2010 wütet Sturm Carmen und deckt Teile des maroden Daches des ehemaligen Knappschaftsheimes Hundseck ab. Die Eigentümer wurden aufgefordert das demolierte Dach zu reparieren, was allerdings nicht ausreichend erfolgte. Seither herrscht für die Anwohner ein Ausnahmezustand. Aus Sicherheitsgründen bleibt den Anwohnern seit drei Monaten die Zufahrt zum eigenen Grundstück verwehrt. Gegen das zuerst verhängte Bußgeld und anschließende Zwangsgeld legte der Eigentümer des ehemaligen Hotels Widerspruch ein.
Übrigens, liegt das ehemalige Hotel auf der Gemarkung Ottersweier, baurechtlich ist jedoch die Stadt Bühl zuständig. Deren Bauamt holt bald darauf vorsorglich schon mal Angebote bei Dachdeckern ein um notfalls die Verkehrssicherheit gewährleisten zu können.

Die Anwohner wehren sich – so kann es nicht weitergehen
Das Blechdach soll nun nach drei Monaten endlich repariert werden, damit die Anwohner wieder eine Zufahrt zu Ihren Grundstücken haben. Wer das allerdings bezahlen soll –vielleicht muss der Steuerzahler die Kosten vorstrecken? Bald wird aber deutlich klar, dass es mit der Dachsanierung allein nicht getan ist und zeitgleich werden Stimmen von Bürgern laut, die anmerken, dass man sich endlich um die Schwarzwaldhochstraße kümmern müsse. Roland Seiter ist einer jener, die Wachrütteln wollen und Veränderungen fordern. Viele der einst renommierten Häusern seien geschlossen, in sehr schlechtem Zustand oder bereits abgerissen. Denke man nur an den Ruhestein, oder an das Kurhaus in Herrenwies. Weiter südlich der B500 fallen ihm die Alexanderschanze oder das Kniebis Lamm ein. Roland Seiter plädiert dafür, dass neben der eigentümerrechtlichen Zuständigkeit auch die Regional- und Kommunalpolitiker ihre Pflichten erkennen müssen.
Als durchaus touristisch sinnvolle und wirtschaftlich darstellbare Nutzung kann sich Herr Seiter vorstellen, dass ein attraktives Sporthotel hier am Hundseck am richtigen Platz wäre. Oder aber eine echte Alternative sieht er in einem Schwarzwaldhochstraßen-Museum.

 

März 2011 - Eigentum verpflichtet
Demnach wäre anzunehmen, dass der jetzige Eigentümer des ehemaligen Knappschaftheimes die Kosten für die Dachsanierung trägt. Aber was ist zu tun, wenn nichts zu holen ist? Eine Gerichtsvollzieherin weiß zu berichten, dass es beim Eigentümer nichts zu pfänden gibt – er ist finanziell abgebrannt. Steht nun erneut eine Versteigerung des Gebäudes ins Haus?
Inzwischen ist man sich auch sicher, dass es mit einer Dachsanierung nicht getan ist, denn das Haus befindet sich in einem sehr schlechten Zustand und eine Komplettsanierung erscheint kaum bezahlbar.
Es steht nun zur Debatte eine "Einhausung" vorzunehmen, die Kosten würden sich hierbei auf 20.000 Euro belaufen. Gleichzeitig werden die Kosten für einen Komplettabbruch ermittelt.
Mittlerweile erfährt das Hundseck Hotel schon landesweite Aufmerksamkeit, ein Kamerateam der Landesschau führt Interviews mit leid geplagten Nachbarn und Beteiligten. Bertold Fritz, Vorsitzender des Skiclubs Bühlertal, bringt es auf den Punkt: "Die Situation ist unerträglich und das Ganze ist ein Schandfleck". Außerdem habe er unlängst beobachtet, wie sich Kinder in dem Gebäude zum Spielen aufgehalten haben, was er nicht als ungefährlich ansehe.
Wird es nun nötig, dass die Gemeinde Ottersweier, die Stadt Bühl, der Landkreis und das Regierungspräsidium eingreifen?

Bürgermeister von Ottersweier äußert sich zum Schandfleck Hundseck
"Wir wollen keine Schrott-Immobilie an der Backe haben", so die Worte von Jürgen Pfetzer, auf die Frage in einem Interview mit dem BT, warum die Gemeinde Ottersweier das Gebäude nicht kaufen will. Für die Gemeinde Ottersweier ist es ausgeschlossen die Immobilie zu kaufen, außerdem ist eine Enteignung laut Grundgesetz nicht möglich und einen Erhaltungszwang gibt es auch nicht solange die Verkehrssicherheit gewährleistet ist, weiß der Bürgermeister weiter zu berichten. Was im Klartext heißt: Eine Lösung ist nicht in Sicht.

Juni 2011 - Zimmerleute riegeln ab
Die Baurechtsbehörde der Stadt Bühl kommt ihrer Sicherungspflicht nach, Zimmerleute entfernen alle Fenster und Türgriffe am Gebäude, sichern alle Zugänge mit Spanplatten ab. So soll ein unbefugtes Betreten des Hotels verhindert werden, nur wenige Monate später beantragt die Gemeinde Ottersweier die Wiederversteigerung der Immobilie.

Juni 2012 - erneute Zwangsversteigerung beantragt
Bisher sind über 5.000 Euro Kosten für Verkehrssicherheitsmaßnahmen nach den entstandenen Schäden durch Sturm Carmen auf die Gemeinde Ottersweier zugekommen, was die Veranlassung für eine erneute Beantragung der Zwangsversteigerung war. Nun heißt es abzuwarten, bis das neue Gutachten (das alte Gutachten ist älter als 2 Jahre und darf nicht mehr verwendet werden) vorliegt, das nötig ist, um eine Zwangsversteigerung durchführen zu dürfen. Das Ergebnis des Gutachtens dürfte aber jetzt schon feststehen, das 58 ar große Gelände mit dem Gebäude, das über eine Nutzfläche von ca. 3300 Quadratmeter verfügt, wird einen Verkehrswert von einem symbolischen EUR nicht überschreiten.
Auch blieb die Stadt Bühl bisher auf Kosten von über 10.000 Euro sitzen. Die Baurechtsbehörde der Stadt musste regelmäßige Baukontrollen durchführen lassen und Zimmerleute und Statiker bezahlen.
Die Gemeinde Ottersweier hofft neben der baldigen Deckung der entstandenen Kosten auch, dass sich Investoren finden werden, die Kapital sowie gute Ideen mitbringen.

September 2012 - Akute Einsturzgefahr fordert zeitnahen Handlungsbedarf
Das traurige Ende des einst edlen Hotels ist nun spruchreif, ganze Gebäudeteile sind durchnässt, die Decken nicht mehr tragfähig, die Bagger werden in Kürze anrücken um einen Teil des Gebäudes dem Erdboden gleichzumachen. Um die Kosten, ein vollständiger Abriss wird auf 220000 EUR taxiert, so gering wie möglich zu halten, soll nur ein Teil des Hauses abgerissen werden. Inwieweit der Abriss notwendig sein wird, wird derzeit noch geprüft. Des Weiteren soll auch das Abbruchmaterial auf dem Grundstück verbleiben, um die Kosten einzugrenzen. Ziel des Teilabbruchs ist lediglich die Einhaltung der Sicherheit.
Noch bis zum 12. Oktober läuft eine Frist, die den Eigentümern gesetzt wurde, die Gefahrenquelle zu beseitigen. Noch müssen Einspruchsfristen abgewartet werden, diese werden wohl aber wie alle vorhergehenden Anfragen, Faxe und Einschreiben aus mehreren Jahren nicht beantwortet werden. Der Teilabriss ist für Ende Oktober geplant und die Stadt muss rund 80.000 Euro vorschießen.
Die Stadt Bühl ist zwar mit dem Eigentümer im Gespräch, jedoch bisher ohne nennenswerte Erfolge.

Oktober 2012 - Eigentümer erheben Einspruch
Nachdem sich die Eigentümer auf keine der versuchten Kontaktaufnahmen gemeldet haben geht es jetzt auf einmal. Allerdings nicht im Sinne des Bühler Rathauses. Die Eigentümer des Hundseck Hotels legen wenn auch nur per E-Mail Einspruch gegen den bevorstehenden Abbruch ein, sie sind nicht der Meinung, dass ein Abriss nötig ist. Es wird geprüft, eventuelle Schadensersatzforderungen müssen verhindert werden, zumal das Hotel nach einem Abriss keinen Bestandschutz mehr hat. .

Hundseck BaggerAm 20. November 2012 ist es soweit – die Bagger rollen an
Der bevorstehende Wintereinbruch auf der Schwarzwaldhochstraße erfordert Handeln. Das vermutlich komplett abbruchreife Gebäude wird stückchenweise abgerissen, aber nur soweit, dass es keine Gefahrenquelle mehr darstellt. Der Abbruch wird von zwei Statikern begleitet, die letztendlich die Entscheidung treffen, wieviel nun tatsächlich dem Bagger zum Opfer fällt. Neben vielen Schaulustigen, ist auch Bürgermeister Pfetzer vor Ort. Er bringt klar zum Ausdruck, dass der Verbleib des Bauschutts auf dem Gelände sein Missfallen erregt. Er veranlasst beim Umweltamt eine Prüfung, ob dieser Zustand überhaupt statthaft sei.
Auf dem Weg zum Skihang türmt sich derweilen bereits ein riesiger Haufen Bauschutt – kein schöner Anblick in einer Touristenregion.

Die Interessengemeinschaft Hundseck fordert Komplett-Abbruch
Und nicht nur das – die Interessengemeinschaft verlangt des Weiteren den Abtransport des Bauschutts, da dieser wiederum eine Gefahr für spielende Kinder darstelle. Außerdem wäre es ein weiterer Schandfleck in einem Landschaftsschutzgebiet, was Nachteile für den Tourismus nach sich ziehe.

Auch Ministerpräsident Kretschmann machte deutlich, dass sich verfallene Strukturen sehr negativ auf die Tourismus-Region auswirken können.
Die Interessengemeinschaft Hundseck fordert mit einem Schreiben an die Vertreter der öffentlichen Hand den Komplett-Abriss des Gebäudes und sind der Meinung, dass der Erwerb des Grundstückes durch die Kommunen, den Kreis oder das Land die beste Lösung darstelle.
Des Weiteren beschäftigt sich das Kreisumweltamt mit dem Thema Bauschutt, welcher mittelfristig abtransportiert werden müsse. Gespräche, bezüglich der dadurch entstehenden Kosten, sind mit der Gemeinde Ottersweier und der Stadt Bühl geplant. Von Kosten-Aufteilung ist hier die Rede.

Hundseck-AbbruchHundseck-Abbruch erreicht höchste politische Ebene
Der aus Ottersweier stammende CDU Landtagsabgeordnete Tobias Wald und Beate Böhlen von den Grünen schalten sich bei der Abbruch-Geschichte Hundseck ein. Herr Wald wendet sich an Umweltminister Untersteller bezüglich einer Unterstützung der Gemeinde Ottersweier und der Stadt Bühl. Der Landtagsabgeordnete spricht von einem komplizierten Sachverhalt, der nur gemeinsam zu lösen sei.
Auch Beate Böhlen findet, dass der Bauschutt nicht liegen bleiben darf und informiert den Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde.
Auch Oberbürgermeister Schnurr und Bürgermeister Pfetzer haben bei einer Besprechung im Landratsamt den Landkreis um Unterstützung gebeten. Befürchtungen werden geäußert, dass durch den Teilabriss ein Neubau erschwert werde, mögliche Schadensersatzansprüche an die Eigentümer müssen geprüft werden. Für die Kosten des Bauschutt bei einem weiteren vollständigen Abriss, darunter Sondermüll und mögliche alte Öltanks mit Rückständen gibt es Hoffnung für den Landkreis. Vielleicht ist die zuständige Abfallrechtsbehörde zuständig, die Kosten gehen somit in die Verantwortung des Landes Baden-Württemberg. Für den Landkreis bleibt nur ein Anteil bis 10000 EUR.

Hundseck Hotel29. November 2012 - Tolle Aussichten
Es bleibt beim Teilabbruch – dies entschieden ein Prüfstatiker und ein Mitarbeiter der Bühler Baurechtsbehörde, welche die Standsicherheit des Rest-Gebäudes feststellten. Auch vom Abtransport des Bauschutts in diesem Jahr kann man nur träumen und eine eventuelle Zwangsversteigerung sei erst für 2013 in Erwägung zu ziehen. Tolle Aussichten – der Anblick ist schlimmer als zuvor.

Der Landkreis suche nun gemeinsam mit der Stadt Bühl, der Gemeinde Ottersweier und dem Land nach einer befriedigenden Lösung. Es wird versucht Verbraucherschutzminister Alexander Bonde mit ins Boot zu ziehen, "eine Lösung muss her. Jeder weiß, dass man das so nicht stehen lassen kann. Der Anblick ist schlimmer als vorher", jetzt ist die Politik gefragt. Für die Beteiligten wäre eine erneute Versteigerung, einhergehend mit dem Erwerben der Immobilie durch die öffentliche Hand das Ideale, vorstellbar wäre dann ein Naturschutzzentrum an dieser Stelle.
Von den Eigentümern des Hotels ist weiterhin nichts zu hören.....

Dezember 2012 - Die Eigentümer des Hotels Hundseck melden sich
Von den Eigentümern des Hotels war lange nichts zu hören, jetzt nachdem das Landratsamt eine Frist bis zum 14. Dezember gesetzt hat, den Bauschutt zu entsorgen, will einer der türkischen Eigentümer gegenüber der Stadt Bühl als Baurechtsbehörde eine Schadensersatzforderung in Höhe von 500000 EUR geltend machen, wegen unbegründetem Eingriff in fremdes Eigentum.
Die Stadt sieht der Klage jedoch gelassen entgegen, zumal die Stadt Bühl zur Sicherheit der Anwohner und Verkehrsteilnehmer handeln musste und bisher rund 45000 EUR für Teilabriss und Sicherungsmaßnahmen aufgewendet hat,und diese möchte sie gerne von den Eigentümern ersetzt haben.
Um die weitere Verkehrssicherheit, vielleicht auch den verheerenden Anblick des einstigen Grand-Hotels Kurhaus Hundseck zu verbessern, soll sobald die Witterung es zulässt, die aufgerissene Front der Fassade mit Planen und Spanplatten geschlossen werden.

Hundseck SchwarzwaldJanuar 2013 - Die Kostenübernahme ist noch nicht geklärt
Nachdem Metalldiebe sich schon mal mit Material bereichert haben, ist die Kostenübernahme für den Abtransport des bestehenden Schuttberges und weiteren Abriss der Hotel-Ruine auf der Hundseck noch nicht geklärt. Sowohl Landesumweltministerium wie das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur haben Aufgrund fehlender Rechtsgrundlage abgesagt. Die Baurechtsbehörde der Stadt Bühl bereitet jetzt ein Schadensersatzverfahren gegenüber den Eigentümern vor. Eine weitere Versteigerung der Ruine samt Grundstück schwebt im Raum, steht aber aufgrund des noch fehlenden Wertgutachtens aus.

Dem gegenüber steht noch immer, wenn auch wohl substanzlos, die Schadensersatzforderung der Eigentümer in sechsstelliger Höhe.

April - Juni 2013 - Landratsamt leitet Bußgeldverfahren ein
Nachdem die Eigentümer des Hotels der Beseitigungsverfügung nicht nachgekommen sind, sogar Widerspruch eingelegt haben, entscheidet jetzt das Regierungspräsidium.  Das Landratsamt leitet gegen die Eigentümer des Hundseck Hotels aber schon mal ein Bußgeldverfahren über 20000 EUR wegen der illegalen Ablagerung von Bauschutt ein.
Es kommt Dynamik in die Angelegenheit, das Regierungspräsidium weist den Widerspruch der Hotelbesitzer als unbegründet zurück. Die fachgerechte Entsorgung des Bauschutt soll laut Gutachten jetzt 14000 EUR kosten. Es ist nicht damit zu rechnen, dass die Eigentümer hier die Kosten übernehmen werden. Da hiervon laut Gesetzeslage nur ein Betrag bis 10000 EUR vom Kreis zu tragen ist, geht der darüber hinaus zu zahlende Betrag zu Lasten der Landeskasse. Endlich, in der zweiten Juni-Woche wird dann mit dem Abtransport des Bauschutts begonnen.
Auch von Seiten der Hundseck Hotel Eigentümer gibt es Reaktion, die scheinen den Ernst der Lage wohl begriffen zu haben. Zumal jetzt schon ein enormer Geldbetrag oder Erzwingungshaft im Raum stehen. Ein Stuttgarter Rechtsanwalt bittet im Namen seiner Mandanten um Akteneinsicht.
Einzig die von der Ottersweier beantragte erneute Zwangsversteigerung, für die sich schon wohl seriöse Interessenten angemeldet haben lässt weiterhin auf sich warten.

September 2013 - eine letzte Frist und ein Haftbefehl
Das Landratsamt macht Druck, es bestehen offene Forderungen über 40000 EUR. Mit Frist bis spätestens 1. Oktober wird den türkischen Eigentümern der Hundseck Hotel Ruine eingeräumt mit dem Abbruch zu beginnen. Über seinen Stuttgarter Anwalt legt einer der Eigentümer Widerspruch erstmal ohne Begründung ein, der zweite Eigentümer taucht mit unbekanntem Wohnort ab, er wird nun per Haftbefehl gesucht.
Wird die Frist nicht eingehalten und der Widerspruch nicht begründet, wird das eingeschaltete Regierungspräsidium Karlsruhe wohl nach Aktenlage entscheiden. Das Landratsamt will sofern die Eigentümer nicht tätig werden selber handeln und die Ruine abreißen lassen.

Oktober 2013 - keine Reaktion auf letzte Frist
Es hat wohl niemand geglaubt, das die Eigentümer der Frist nachkommen, selbst die erwartete Begründung für den Widerspruch ist nicht eingegangen. Jetzt will das Landratsamt die Ruine bis Ende des Jahres beseitigt haben, aber die finanzielle Abstimmung mit den übergeordneten Behörden und der einbrechende Winter stellen den zeitnahen Abriss in Frage. Und so kommt es wie erwartet, der Abriss wird auf das nächste Frühjahr verschoben.

Januar 2014 - nichts ist geklärt
Das vom Landratsamt eingeschaltete Regierungspräsidium Karlsruhe hat, auch wenn der Widerspruch nicht begründet wurde, noch nichts entschieden. Gegen den im Jahr zuvor vom Landratsamt erlassenen Bußgeldbescheid über 20000 EUR hatte einer der Eigentümer Einspruch eingelegt, der Fall wird jetzt vom Amtsgericht Rastatt geklärt werden, die Verhandlung ist für den März bzw. April angesetzt. Was bis dahin aber vorliegen sollte, ist eine Begründung für den Einspruch, die fehlt noch, was niemanden verwundert....

... das Amtsgericht urteilt im November 2014 und bestätigt die Rechtmäßigkeit des Teilabrisses.... dagegen wurde vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe Rechtsmittel eingelegt...

Februar 2014 - ein Haftbefehl wird vollzogen
Der zweite abgetauchte Eigentümer des Hundseck Hotels wird gefunden und an seinem Arbeitsplatz festgenommen und nach Zahlung einer Kaution von 1000 EUR wieder auf freien Fuß gesetzt. Seine angefallenen Schulden will er jetzt in monatlichen Zahlungen über 250 EUR tilgen....

April 2014 - alles ist geklärt, alles bleibt wie es ist
Der Landrat ist nach eigener Aussage mit seinem Latein am Ende, das Landesministerium für Verkehr und Infrastruktur sieht für einen weiteren Abbruch der Hotelruine keine Rechtsgrundlage und somit auch keine Möglichkeit der Kostenübernahme. Die Kosten wird der Landkreis aber nicht alleine stemmen können, somit wird die Hotelruine auf dem Hundseck möglicherweise noch auf Jahre hinaus die Landschaft verschandeln.
Lediglich ein neuer Termin für eine Zwangsversteigerung für den Herbst 2014 lässt auf ein Ende der unrühmlichen Geschichte hoffen.

Mai 2014 - ein Petitionsausschuss soll es für die Eigentümer richten
Die zwei türkischen Eigentümer des Hotels rufen den Petitionsausschuss des Landtags an. Sie fühlen sich von den öffentlichen Stellen betrogen, werfen der Stadt Bühl fahrlässiges Verhalten gegenüber ihrem Eigentum vor. Eine weitere Beschwerde senden die Eigentümer an den Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Die Bühler reagieren gelassen, sind sie doch von den Eigentümern so manches gewöhnt. Bis Ende des Monats werden Landratsamt und Stadt Bühl dem Petitionsausschuss eine Stellungsnahme zukommen lassen. Eine Entscheidung des Ausschusses wird aber nicht vor Herbst erwartet. Bis zur Entscheidung wird auf weitere Vollstreckungsmaßnahmen verzichtet.

Januar 2015 - der Petitionsausschuss schaut vor Ort
Der Petitionsausschuss unter Vorsitz der Grünen Politikerin Beate Böhlen und Norbert Beck CDU reist an und schaut sich das Objekt an der Schwarzwaldhochstraße an. Die Hintergründe, die zum Teilabbruch führten werden nochmals erörtert. Mit dabei auch der Vater einer der beiden türkischen Eigentümer, der der Stadt Bühl vorwarf, über Monate "Arbeit und Kosten auf allen Ebenen" verursacht zu haben.
Viel mehr Argumente hat der Petent der Petition aber nicht vorzutragen. Eine aktive Akteneinsicht in das Verfahren hat er und die Eigentümer versäumt, genauso wie jegliche Mitarbeit oder Reaktion der vergangenen Jahre.  So sind bis heute ca. 120000 EUR zu Lasten der Steuerzahler angefallen. Der Petitionsausschuss gibt dem Petent somit eine letzte Frist bis zum 14. Januar relevante Unterlagen nachzureichen.

28. Januar 2015 - Petitionsausschuss und Landtag lehnen die Petition ab
Es kommt wie es wohl jeder erwarten musste, der Petitionsausschuss lehnt die Petition ab. In der 15 Seiten umfassenden Begründung wird auf insgesamt vier Einzelvorwürfe eingegangen, die Einsturzgefahr aufgrund der öffentlichen Sicherheit als gegeben betrachtet. Jetzt fehlt nur noch die Bestätigung des Ergebnisses durch den Landtag, die wenige Tage später Anfang Februar erfolgt.
Jetzt will die Gemeinde Ottersweier das Verfahren für die Zwangsversteigerung wieder forcieren, das liegt seit mittlerweile mehr als zwei Jahren beim Amtsgericht Baden-Baden....

Februar 2015 - die Hundseck Eigentümer verklagen die Stadt
Dass die Hundseck-Eigentümer Rechtsmittel gegen die Entscheidung der Stadt einlegen war sicher jedermann klar. Jetzt wird das Verwaltungsgericht Karlsruhe angerufen, die Eigentümer möchten Schadensersatz für ihr "zerstörtes Schmuckstück", fühlen sich durch die Stadt Bühl der Behördenwillkür und Vandalismus ausgesetzt. Schon gleich wird mit dem Gang bis vor das Bundesverwaltungsgericht gedroht....



Juni 2015 - Eine weitere Petition an den Landtag

Der frühere Vizepräsident des Verwaltungsgerichtshof Dr. Jörg Schmidt wendet sich mit einer neuen Petition an den Landtag. Sein Ziel, das Land möge endlich tätig werden und die Entfernung der Ruine Kurhaus Hundseck sorgen. Hintergrund ist, das Regierungspräsidium Karlsruhe hat noch immer nicht über den Widerspruch der Eigentümer über die 2013 verfügte Abrissverfügung des Landratsamt Rastatt wegen "Verunstaltung der Landschaft" entschieden. Dadurch wird allen untergeordneten Stellen, insbesondere dem Landratsamt Rastatt, die Hände gebunden hier Abhilfe zu schaffen. In einer ergänzenden Petition im Oktober 2015 weist Dr. Jörg Schmidt auf die Umweltgefahren durch den angefallenen Bauschutt und die Öltanks hin.

Juli 2015 - Ski Club warnt vor großen Gefahren
Der Vorsitzende des Ski-Club Bühlertal warnt vor den Gefahren, die eine für Kinder zugängliche Ruine auf der Hundseck mit sich bringt. So befinden sich in unmittelbarer Nähe der einsturzgefährdeten Ruine Hütten des Ski-Clubs. Wie er selbst beobachten konnte und wie ihm die Jugendlichen bestätigen, wird das leerstehende Gebäude als Abenteuer-Spielplatz genutzt. Nicht auszudenken, sollte mal ein Kind durch die Decke stürzen...

   
Juni 2016 - der Antrag  auf Versteigerung ruht
Der Termin für eine Zwangsversteigerung der Gemeinde Ottersweier, der eigentlich schon für den Herbst 2014 angesetzt war, wird auf "ruhend" gestellt. Noch laufende Gerichtsverfahren und Petitionen, eine Petition von Josef Gramlich, der die Eigentümer vertritt, und die ergänzende Petition von Dr. Jörg Schmidt, sind wohl der Grund abzuwarten. Daneben soll den Landtagsabgeordneten Böhlen und Wald die Gelegenheit gegeben werden das Thema in den neu gewählten Landesregierung zu platzieren.

12 August 2016 - Amtsgericht verhängt Bußgeld
Nach vier Verhandlungstagen, in dem es um die rechtmäßige Vorgehensweise des Abriss des Kurhaus Hundseck ging, verhängt das Amtsgericht Rastatt ein Bußgeld über 7 500 Euro.  Das Gericht bestätigt mit diesem Urteil Verstöße gegen das Abfallbeseitigungsgesetz und die Landschaftsschutzverordnung. Verteidiger Josef Gramlich der Geschäftsführer und Testamentvollstrecker der Kurhaus Sand GmbH, der eine Generalvollmacht der Hundseck Eigentümer besitzt plädierte auf Freispruch und Übernahme der Verfahrenskosten durch den Staat.

März 2017 - ein Mediator tritt auf
Am 9 März erscheint Lothar Schneider, einst Steuerberater in Baden-Baden, beim Ottersweirer Bürgermeister Pfetzer. Ausgestattet ist der Mediator, wie er sich bezeichnet, mit einer Vollmacht von Josef Gramlich, der ja bekanntlich die Eigentümer der Hundseck vertritt. Schneider will vermitteln, nennt Gramlich gesprächsbereit. Er will aber auch einen Abbruch der Ruine verhindern, auch weil ein Komplettabriss den Bestandschutz eines zukünftigen Hotelgebäudes vernichten würde.   

27 März 2017 Petition Dr. Jörg Schmidt an den Landtag abgewiesen
Die im Oktober 2015 vom früheren Vizepräsident des Verwaltungsgerichtshof Dr. Jörg Schmid gestellte Petition, die den Abriss des restlichen Gebäudes auf der Hundseck zum Ziel hatte, ist gescheitert. Jetzt warten alle auf die Versteigerung am 28 April.

3 April 2017 - Die halbe Zwangs-Versteigerung ist geplatzt
Josef Gramlich der Geschäftsführer und Testamentvollstrecker der Kurhaus Sand GmbH, der eine Generalvollmacht der Hundseck Eigentümer besitzt, macht die für den 28. April angesetzte Zwangsversteigerung in der geplanten Form zunichte. Gramlich bezahlt die Schulden der Hundseck-Eigentümer bei der Gemeinde Ottersweier. Dabei ging es um 13 000 Euro, die Ausgaben für die Absperrung der Straße, die am ehemaligen Kurhaus vorbeiführt, Grundschuldzahlungen und Säumniszuschläge.

So muss die Gemeinde Ottersweier ihren Antrag auf die Zwangsversteigerung zurückziehen, die restlichen höheren Schulden der Eigentümer bei der Stadt Bühl, der Baurechtsbehörde und dem Landratsamt Rastatt bleiben bestehen. Die Versteigerung am 28. April wird stattfinden, versteigert wird jedoch nur die Kurhausruine mit dem umliegenden Grundstück südlich der L 80 b. Das unbebaute Gelände nördlich der Straße, das sich auf Gemarkung Bühlertal befindet und auf dem sich früher das Freibad und ein Minigolfplatz des Kurhauses befanden gehört nicht zur Versteigerungsmasse.
Durch die Tatsache das die Gemeinde Ottersweier jetzt keine Ansprüche an die Hundseck-Eigentümer hat, verändert sich die Rangfolge bei den Gläubigern. Eine lastenfreie Übernahme der Hundseck Ruine ist jetzt ausgeschlossen, auf mögliche neue Eigentümer kommen jetzt die Forderrungen der nachfolgenden Gläubiger, das sind Sicherheitshypotheken und Grundschulden im Wert von über 209000 EURO plus die Kosten für den Abriss und Entsorgung der noch stehenden Ruine, geschätzt werden rund 350000 Euro hinzu.  

Ein weiteres Detail, das bisher in der Öffentlichkeit nicht bekannt war, macht die erfolgreiche Versteigerung wohl vollends zunichte. Im Grundbuch sind zwei Käufer eingetragen, die Hundseck im Jahr 2008 von den jetzigen Eigentümern erworben haben. Es handelt sich bei dem Grundbucheintrag um eine sogenannte Auflassungsvormerkung. Der Kaufvertrag wurde damals zwar geschlossen, aber nicht zu Ende geführt.

- Ein erfolgreicher Käufer könnte also sein Eigentum wieder an diese Käufer von 2008 verlieren -

28 April 2016 - der Tag der Zwangsversteigerung
Wie befürchtet wird bei der Versteigerung kein Gebot abgegeben, keiner der 30 anwesenden Personen ist bereit das Mindestgebot von 90 642 Euro abzugeben. Einen neuen Termin für eine Zwangsversteigerung der Hundseck wird es frühestens in einem halben Jahr geben. Sollte dann wieder niemand auf die Ruine bieten, wird das Verfahren, das ursprünglich die Gemeinde Ottersweier bereits seit 2011 betrieben hat, beendet. Schon vor der Zwangsversteigerung hatten die beiden Eigentümer beantragt, das Verfahren einzustellen.
Juni 2017 - Bußgeldbescheid für Hundseck-Eigentümer
Ein Bußgeldbescheid des Landratsamts Rastatt über 7 500 Euro wird erwirkt, wegen vorsätzlichen Ablagerns von Abfällen in Tateinheit mit fahrlässiger Zuwiderhandlung gegen die Landschaftsgebietsverordnung „Bühlertal“.
Voraussichtlich am Donnerstag, 13. Juli soll jetzt noch der Petitionsausschuss des Stuttgarter Landtags die ausstehende Petition der Eigentümer, in dem Schadensersatz angestrebt wird, entscheiden. In verschiedenen Petitionen sei der Vorwurf eines nicht korrekten Vorgehens erhoben worden.

Juli 2017 - Petition von Josef Gramlich negativ abgeschlossen
Die Petition die Josef Gramlich beim Landtag gestellt hat wird abgewiesen. Sein Versuch die Stadt Bühl als Schadensverursacherin für den "rechtswidrig ausgeführten" Teilabriss des Kurhaus Hundseck haftbar zu machen bleibt erfolglos. Bei der Stadt Bühl und Ottersweier wird das Ergebnis des Petitionsausschuss begrüßt.

November 2017 - die nächste Zwangsversteigerung beantragt
Rechtzeitig vor Ablauf der Frist hat die Stadt Bühl und das Landratsamt Rastatt die Wideraufnahme des noch laufenden Zwangsversteigerungsverfahren beantragt. Das Amtsgericht Baden-Baden hat dem bereits zugestimmt.

16.11.2017 - Die Reste des ehemaligen Kurhauses Hundseck dürfen stehen bleiben
Das Regierungspräsidium Karlsruhe teilt mit, die vom Landratsamt Rastatt im Jahr 2013 verfügte Abrissverfügung wird aufgehoben. Die Stadt Rastatt hatte den Eigentümer der Hundseck verpflichtet, die noch bestehenden Gebäudeteile abzureißen, der Eigentümer hatte dagegen Widerspruch eingelegt.
Das Landratsamt hatte die damalige Abrissverfügung mit dem Schutz der Natur begründet, weil die Hotelruine das Landschaftsbild stört und zu negativen Eindrücken führt.... Da verschiedene Bürger in den letzten Jahren Petitionen zu zur Hundseck eingereicht hatten, durften die Ämter in der Sache keine Tatsachen schaffen. Weil die Abrissverordnung nach Ansicht des Regierungspräsidiums Karlsruhe einer rechtlichen Nachprüfung nicht standhält, hob die Behörde diese nun auf.

Enttäuschung allerorten, wie geht es nun weiter????
Es bleibt spannend, noch steht die Ruine auf dem Hundseck...

Informationen zum Urheberecht

Die in diesem Artikel eingestellten Bilder dürfen unverändert und unter Angabe der Quelle kopiert und zum Zweck der öffentlichen Berichterstattung in allen Medien weiterverarbeitet werden.

 

 

                 

Joomla templates by a4joomla
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen