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Die Stourdza-Kapelle in Baden-BadenStourdza-Kapelle Baden-Baden          Google Maps

Es war Fürst Mihail Stourdza, der nach dem unerwartet frühen Tod seines Sohnes Michael, einen Sohn aus zweiter Ehe, die Kapelle auf dem Michaelsberg als Grabkapelle errichten lässt. Der erst 17 jährige Michael stirbt im Jahr 1963 in Paris wo er das Gymnasium Napoleon Bonaparte besuchte.

Die Grabkapelle wurde nach einem Entwurf eines der bedeutendsten klassizistischen Architekten, des Münchner Baumeisters Leo von Klenze in spätklassizistischem Stil in den Jahren 1864-1866 erbaut. Es war von Anfang an gewünscht, dass die Kapelle nie zur einer normalen Pfarrkirche werden sollte, die Kapelle sollte auf ewig als fürstliche Grabkapelle für Mitglieder der Familie Stourdza dienen.

Aus der Geschichte der Familie Stourdza

Ursprünglich war die Familie Stourdza eine phanariotische griechische Familie. Es waren die Eltern von Fürst Michail Stourdza, die aus Konstantinopel in das Fürstentum Moldau im heutigen Rumänien zogen. Im Jahr 1834 wurde Michail Stourdza dort zum Fürsten der Moldau gewählt, im Fürstentum blieb Michael Stourdza bis 1848. Nach der Revolution 1848 verließ er Thron und Heimat und reiste nach Paris, wo er sich, nach einem kurzen Aufenthalt in Wien, im Jahre 1849 niederließ.

Die freundschaftlichen Verbindungen zu Russland führen in die von Russen so beliebte Stadt im Badischen. Ab 1854 verbringt die sehr vermögende Familie die Sommermonate in Baden-Baden, wo das Palais Stourdza (nach dem 2.Weltkrieg abgerissen) an der Lichtentaler Straße als Familiensitz gebaut wird. Am 03. November 1866 wird Fürst Michael Sturdza zum 17. Ehrenbürger der Stadt Baden-Baden ernannt.

Die Stourdza-Kapelle

Die Kapelle die von der Rumänisch-Orthodoxen Kirche genutzt wird, besteht aus breiten Querstreifen aus weißem, rotem und braunen Sandstein. Eine breite Treppe führt an den vorgesetzten Anbau, der Vorhalle, diese wird von vier ionischen Säulen getragen, dahinter befindet sich das große Eingangsportal. Das Kuppeldach der Kapelle in 24 m Höhe ist eine Miniaturreplik, die der Kuppel der Peterskirche in Rom nachempfunden wurde. Sie wird von einem orthodoxen Kreuz geschmückt, die Kuppel sorgt für eine spezielle Akustik in der Kapelle.
Eine von Mihail Stourdza aus Moldau gebrachte Eiche, bei der Kircheneinweihung eingepflanzt, ist heute von Mammutbäumen und Magnolien umgeben. Der Fürst lässt aber auch den umgebenden Park, der heute seinen Namen den Michaelsberg, trägt anlegen. In Baden-Baden ist übrigens auch der Michaelstunnel zu Ehren der Familie Stourdza benannt.

Stourdza-KapelleIm inneren der Stourdza-Kapelle

Fürst Mihail Stourdza, zur damaligen Zeit einer der vermögendsten Bürger der Stadt, beauftragte einige bedeutende und renommierte Künstler seiner Zeit mit den Arbeiten im Inneren der Kapelle.

So befinden sich in der Kapelle vier Bilder, die 1866 vom Pariser Maler J. Perignon auf Kupferplatten gemalt wurden, sie zeigen Fürst Michael Stourdza, Tochter Maria, die zweite Ehefrau Prinzessin Smaragda Stourdza und den früh verstorbenen Sohn Michael. Die Fürstenfamilie ist aber nicht nur als Bildnis in der Kapelle, ihre Särge wurden in der Gruft unter dem Altarraum verwahrt.
In der Mitte der Grabkapelle steht ein aus Carrara-Marmor gefertigtes Grabdenkmal, ein Werk des Bilhauers Rinaldo Rinaldi. Es zeigt den jungen Michael beim Studium am Gymnasium Napoleon Bonaparte in Paris. Ein weiteres Denkmal, von Thomas Gabriel gefertigt, zeigt die schmerzerfüllten Eltern.
Im Inneren der Kuppel wurde vom Kirchenkünstler André Müller ein Gemälde auf Kupferblättern gemalt. Die Wänden der Grabkapelle wurden mit Malereien  in Freskotechnik geschmückt, hierfür war Professor Wilhelm Hauschild, ein deutscher Historienmaler aus München zuständig.

Aus der Geschichte der Stourdza-Kapelle

Bis zum Jahr 1882 gehörte die Kapelle zur Jurisdiktion des Ökumenischen Patriarchats in Konstantinopel, danach stellte der Fürst die Kapelle unter die kanonische Obhut der Metropolitenkirche der Moldau und des Buchenlandes.

Stourdza-Kapelle michaelsbergIm September des Jahres 1919 rauben Grabräuber in der Stourdza Kapelle den Schmuck in der Grabkammer der Fürstenfamilie.

Seit 1923 steht die Kapelle unter der Verwaltung der Stadt Baden-Baden. Im Jahr 1997 startete ein finanziell von den Nachfahren der Familie unterstütztes Projekt, das Innere der Grabkapelle und die verfallene Gruft werden in fast 6 Jahre dauernden umfangreichen Renovierungsarbeiten wieder hergerichtet.
Nach Beendigung der Arbeiten wird die Stourdza-Kapelle am 19. Mai 2002 vom heute rumänischen Oberhaupt der orthodoxen Kirche eingeweiht. Neben Mitgliedern der Stourdza Familie, Vertreter der Stadt und rumänischen Botschaft in Genf, Straßburg und Bern beteiligen sich zahlreiche rumänische Gläubige aus mehreren Ländern Europas an der Einweihung.

Zum 145 jährigen Jubiläum der Kapelle findet im November 2011 ein Festgottesdienst statt, den hält der rumänisch orthodoxe Erzbischof von Jassy und Metropolit der Moldau und Bukowinia, Seine Seligkeit Teofan. Neben Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner nehmen auch Angehörige der Stourdza Familie teil.

Wie zur Stourdza-Kapelle kommen

Hinter der Trinkhalle führt ein Fußweg auf den Michaelsberg, der Weg führt über die Wasserkaskade zur Solmsstraße, dort zweigt die Stourdzastraße ab, die zur Kapelle führt. Der über Baden-Baden liegende Platz der Stourdza-Kapelle bietet Ruhe und Entspannung und dazu einen großartigen Blick auf die Stadt.

Öffnungszeiten der Stourdza-Kapelle
Die Kapelle ist an Feiertagen während der Gottesdienste zum Gebet geöffnet, unter der Woche nach vorheriger Anmeldung.


Informationen zum Urheberecht

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