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Ministerpräsident Winfried KretschmannEröffnungsfeier Nationalpark Schwarzwald – „Eine Spur wilder“

Angeregt vom NABU sollte ein Nationalpark Schutzgebiet entstehen, weitere Naturschutzverbände wie der BUND und auch der Schwarzwaldverein sprangen auf, die Idee wurde vom Umweltministerium, dem Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aufgegriffen und unterstützt. Was die einen begeistert unterstützten, war für die anderen der Ruin im Bereich Forst-, Holz- und Landwirtschaft sowie Tourismus. In den Zeitungen und Versammlungen wurde teils hoch emotional diskutiert, apokalyptische Darstellungen prophezeit ....

Nach Morddrohungen gegen Sprecher der Nationalparkbefürworter wurde die Idee des Nationalpark im Nordschwarzwald beerdigt....


Sie fühlen sich wie im falschen Film???

Nein, das ist etwas gekürzt ein Ausschnitt aus dem Buch "Die Schwarzwaldhochstraße" und beschreibt die Lage Anfang der 90er Jahre. Wer kurz nachdenkt, dem wird auffallen, welche Partei versuchte die Idee des Nationalpark umzusetzen und zu dieser Zeit den Ministerpräsidenten stellte...... Ja genau die CDU, die Partei die heute so vehement gegen den Park gekämpft hat.

Ja, es war unter der Regierung des Teufel ... aber ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

So ist es nicht die CDU geführte Regierung, die letztlich den Nationalpark umsetzt, nichts desto trotz, am 3. und 4. Mai 2014 fand am an der Schwarzwaldhochstraße gelegenen Ruhestein im Nordschwarzwald die Eröffnungsfeier des Nationalpark Schwarzwald statt. Die Nähe zum im Herbst 1997 gegründeten Naturschutzzentrum ist wohl nicht zufällig, machen doch hauptamtliche  und freiwillige  Mitarbeiter schon seit Jahren eine hervorragende Öffentlichkeitsarbeit und Betreuung der im Schwarzwald bestehenden Schutzgebiete.

Luchs NordschwarzwaldUm kurz nach 10 Uhr war es dann soweit, die etwa 1000 teilweise geladenen Gäste und viele Besucher, die hatten leider nicht alle in dem extra erstellten, großen halboffenen Zelt einen Platz gefunden, begrüßte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die Gäste mit den Worten
„Für Baden-Württemberg, den Naturschutz im Land und den Erhalt der biologischen
Vielfalt ist die heutige feierliche Eröffnung des Nationalparks Schwarzwald ein
historischer Tag. Der Nationalpark ist eine wichtige Investition in unsere Zukunft.“

Kretschmann betonte „Wir realisieren hier ein Jahrhundertprojekt". Der Nationalpark ist und bleibt ein Projekt aller“. „Menschen quer durch alle Gesellschaftsschichten möchten möglichst unberührte Natur erleben, ein inzwischen seltenes Erlebnis in unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft“. Ministerpräsident Winfried Kretschmann spart so nicht mit großen Begriffen.

Abgerundet wurde der Festakt durch eine musikalische Darbietung der Musikschule Baiersbronn, wobei diesem Samstag und auch am Sonntag ein durchgehendes Bühnenprogramm geboten wurde.

Auf der sonst als Parkplatz genutzten Fläche standen zahlreiche Messezelte an denen vom Nationalpark tangierende Berufsgruppen und Verbände sowie Gemeinden Informationen boten. So war neben BUND und Nabu auch der erst seit wenigen Jahren bestehende Freundeskreis Nationalpark Schwarzwald e.V. mit einem großen Messezelt vor Ort.

Zwei Tage lang wurde die Eröffnung des Nationalparks Schwarzwald gefeiert, dessen Maskottchen der Sperlingskauz ist. Am Sonntag um 10 Uhr fand ein Festgottesdienst statt. An beiden Tagen konnten sich die Besucher auf zahlreichen Führungen über den Nationalpark informieren und auf dem Naturparkmarkt regionale Produkte kaufen.

WildseeblickDer Nationalpark Schwarzwald

Seit Januar 2014 gehören die Gebiete rund um den Hohen Ochsenkopf  und den Ruhestein/Schliffkopf mit einer Größe von mehr als 10000 ha zum Nationalpark im Nordschwarzwald. Die Nationalparkflächen gehören zum Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord  und liegen überwiegend über 800 Höhenmetern. Darunter sind auch viele Flächen wie das Naturschutzgebiet und Bannwald Wilder See, die schon heute geschützt sind. Die Nationalparkflächen sind an den aufgestellten Holzschildern mit dem Nationalpark-Logo zu erkennen.

Das Schutzgebiet des Nationalparks soll Rückzugsgebiet für seltene und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten werden.

In einem Nationalpark entwickelt sich der Wald im Zeitraum von 25 bis 30 Jahren zu einer „echten Wildnis“. Der Mensch unterstützt den Wald hierbei in der Umgestaltung , daher wird er Entwicklungsnationalpark genannt. In diesen Bereichen wird noch eingegriffen, z. B. können Fichten aufgrund des Borkenkäfers geschlagen und durch Buchen oder Tannen ersetzt werden. Es ist jedoch beabsichtigt, dass mindestens 75 % des Waldes sich selbst überlassen wird. In der Kernzone werden, wenn es notwendig ist, nur die Wanderwege freigehalten.

So müssen auch in einem Nationalpark die Wege entsprechend der in einem bewirtschafteten Wald geltenden Regeln für Wanderer sicher sein, ein sich Entfernen von diesen Wegen und/oder z.B. Beerensammeln ist aber nicht erlaubt. Es werden von dem jetzt vorhandenen Wegesystem in einem Nationalpark viel Wege zuwachsen, das sind aber überwiegend Wege, die auch heute kaum von Wanderern benutzt werden, die aber für die Bewirtschaftung durch Fahrzeuge notwendig sind. Sicher aber ist auch, es werden sich viele jetzt breite gut ausgebaute Wege zu schmaleren und urwüchsigeren Pfaden entwickeln.

Im Laufe der Diskussion um den Nationalpark Schwarzwald hatten wir um Meinungen gebeten, hier ein Artikel Pro und Kontra Nationalpark.

Informationen zum Urheberecht

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