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Huzenbacher SeeHuzenbacher See bei Baiersbronn Google Maps

Der Huzenbacher See gehört zu den drei Karseen im Gebiet des Nationalpark Schwarzwald. Er ist entstanden in der späten Phase der letzten Eiszeit, das Erscheinungsbild seiner Landschaft hat sich  für die Besucher aber auch im Jahr 2012 grundlegend verändert.

Ende Juni 2012 hat ein Sturm den Baumbestand an der Ostseite einfach flachgelegt, dazu finden sich im Artikel unten ein paar eindrucksvolle Bilder. Die Bäume wurden zum größten Teil abtransportiert, einige wurden als Totholz wurde liegen gelassen. Heute wächst an dieser Kahlfläche bereits ein junger Bergmischwald nach, für die Artenvielfalt am Huzenbacher See letztlich ein Gewinn.

Huzenbacher See wandernEin paar Daten zum Karsee, der See besitzt eine Wasserfläche von 2,7 Hektar, er ist 250 Meter lang und 145 Meter breit. Seine maximale Wassertiefe beträgt 7,5 Meter. Über dem See erheben sich die Karwände bis zu einer Höhe von 160 Meter.

Seinen Namen hat der Huzenbacher See von der früheren Forstabteilung erhalten. Klosterreichenbach hatte hier sein Revier, auch Grenz-Hut genannt. Deshalb liegt der See in der „Hut zum Bach“, abgekürzt Huzenbach.

Weitere Artikel passend zum Huzenbacher See:

Die Karseen im Schwarzwald
Juli 2012 Huzenbacher See gesperrt
Erdkröten im Nationalpark Schwarzwald


Wo liegt der Huzenbacher See

Der Huzenbacher See liegt auf 747 Meter Höhe über dem Meeresspiegel, etwa 7 Kilometer von Baiersbronn und 3,5 Kilometer entfernt vom Ortsteil Baiersbronn-Huzenbach. Über dem Karsee erheben sich steile bewaldete Karwände, die schon länger nicht mehr bewirtschaftet werden.

Wie ist der Huzenbacher See entstanden

Der Huzenbacher See ist ein Karsee entstanden im Verlauf der Würmeiszeit, der letzten von vielen Eiszeiten im Alpenraum, in den vergangenen 2,5 Millionen Jahren. Die Würmzeit begann vor rund 100.000 Jahren, sie war erst vor etwa 10.000 bis 12.000 Jahren zu Ende.

Huzenbacher See TeichrosenIn dieser Zeit waren die Höhenlagen im Schwarzwald von Eisgletschern bedeckt. Die Eisgletscher entstanden aus Schnee, der sich in vielen zehntausenden von Jahren angesammelt hatte. Besonders der Hang, an dem der See liegt, bot dafür hervorragende Bedingungen. Die steile Talschlucht kann von der Sonne viele Monate im Jahr nicht erreicht werden, deshalb konnten damals die riesigen Schneemassen auch im Sommer nicht abschmelzen. Ein gewaltiger Eisblock von mehr als 60 m Dicke bildete sich.

Der Eisblock hobelte besonders gegen Ende der Eiszeit über tausende von Jahren, die kreisförmige Talmulde frei. Nach dem Ende der Eiszeit tauten die Gletscher allmählich ab. Durch die Gesteine, die im Abschmelzubereich des Eises liegen blieben entstand ein Damm (Endmoräne).

Da der Seeabfluss sehr viel Wasser führte, entstand im Laufe der Zeit eine tiefe Kerbe im Endmoränenwall. Dies hatte zur Folge, dass sich der Wasserspiegel des Huzenbacher Sees immer mehr senkte. Schließlich blieb der heute wesentlich kleinere, mittlerweile vermoorte Huzenbacher See zurück.

Huzenbacher See gelbe TeichrosenAuch der Huzenbacher See wurde früher für den Transport der in der Nähe abgeholzten Baumstämme genutzt. Dafür wurde der See aufgestaut, mit Baumstämmen gefüllt, waren genug Stämme im See, wurde das Wasser abgelassen und die Bäume rauschten dem Tal entgegen.

Die Forstverwaltung errichtete dafür im Sommer 1895 eine künstliche Stauvorrichtung in den Seeauslauf ein. Dadurch wurde der See um ca. 2 Meter aufgestaut, der Wasserablauf konnte so besser reguliert werden und bei Hochwasser hatte man gleichzeitig eine Stauvorrichtung, so wie heute die üblichen Rückhaltebecken. Außerdem erhoffte man sich, dass durch das Ansteigen des Wasserspiegels und der damit verbundenen erheblichen Vergrößerung der Wasseroberfläche die Verlandungsfläche beseitigen zu können. Allerdings hob sich mit dem ansteigenden Wasserspiegel gleichzeitig die Verlandungsfläche, sie löste sich vom Ufer ab und bildete sich zu einer kreisrunden schwimmenden Insel im See. Die Insel mit dem Schwingrasen ändert je nach Witterung, Jahreszeit und Windrichtung ihre Position.

Huzenbacher SeeblickDas Wasser des Huzenbacher See

Der Huzenbacher Karsee erhält sein Wasser durch zwei Zuflüsse, deren Ursprung in der steilen Karwand aus Buntsandsstein zu finden ist, so ist sein Wasser durch Huminstoffe braun gefärbt. Es gibt noch einen dritten Zufluss, dieser führt aber nur während der Schneeschmelze oder wenn es sehr stark regnet Wasser.

Der geologische Untergrund im Nordschwarzwald besteht überwiegend aus dem mittleren Buntsandstein. Dieser ist extrem kalk- und basenarm, somit sehr sauer und nährstoffarm, die sind die Gewässer auf dieser Schicht stark sauer (pH < 5).

Flora und Fauna am Huzenbacher See

Erdkröten im Huzenbacher SeeDer Schwingrasen besteht aus einem Wurzelgeflecht, aus Wassermoosen und jungen Baumstämmen. Ein üppiger Pflanzenwuchs gedeiht auf dieser Schwingrasenfläche. Alljährlich im Juni/Juli erblühen auf dem Huzenbacher See gelbe Teichrosen, die den See zu einer wahrlich botanischen Besonderheit machen. Man vermutet, dass die Teichrosen im vergangenen Jahrhundert künstlich eingebracht wurden.

Verschiedene Lebensräume sind wie geschaffen, die vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten zu beherbergen. Zwergtaucher und Stockenten nutzen den See gerne als Brutplatz und viele Erdkröten setzen im Frühling ihre Laichschnüre ab.

Wenn im Frühjahr die Tageslänge zunimmt und die nächtlichen Temperaturen 6°C übersteigen beginnt auch am Huzenbachersee (747 MünN) die Zeit der Krötenwanderung.

In den letzten Jahren konnte in den Karseen im Nordschwarzwald eine Zunahme an Jungtieren bei Molchen, Erdkröten und Grasfröschen festgestellt werden. Auch die Erdkröte, eine der säure-empfindlichsten Amphibienart vermehrt sich wieder. Fische können in dem sauren Wasser aber nicht überleben..

Huzenbacher Seeblick nach SturmEin Sturm verändert die Landschaft am See

Erst im Jahr 2012 wurde das Bild am See wieder komplett verändert, ein Sturm verursacht in der Nacht vom 30. Juni zum 1. Juli 2012 schwere Schäden im ganzen Waldbezirk von Baiersbronn, so wurde auch der Wald am Ostufer des Huzenbacher Sees regelrecht flachgelegt. Auf den vom Sturm geschaffenen offenen Flächen entstanden Bereiche, die für einige Tier- und Pflanzengesellschaften optimale Lebensbedingungen bieten. So hat der Sturm neben dem Wald neue Strukturen geschaffen, gibt es jetzt zumindest einige Jahrzehnte lang ein neues Lebensraumangebot in vollem Licht, das zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bietet.

Huzenbacher Seeblick WanderungSagen um den Huzenbacher See

Um den Huzenbacher See kursieren viele Sagen und Geschichten.

Wer sich in der Stille und Abgeschiedenheit wohlfühlt wird den Huzenbacher See lieben. Eine geheimnisvolle Atmosphäre umgibt ihn, wie er so einsam tief im Wald auf der Gemarkung Huzenbach der Gemeinde Baiersbronn liegt.

Kein Wunder, dass in den vergangenen Jahrhunderten zahlreiche Sagen um ihn entstanden sind, lange vor der Nutzung des Sees als Stausee für die Holzwirtschaft. Man munkelte darüber, dass in dem tiefen Kar ein Eingang in die Unterwelt zu den See- und Wassergeistern liegen könnte.

Niedergeschrieben in den Schwarzwaldsagen von Johannes Künzig:

Die Seeweiblein verspäten sich
Das Seemännle vom Huzenbacher See
Die Magd als Gevatterin

Huzenbacher Seeblick

Den Huzenbacher Seeblick mit seiner Hütte, den Sitzbänken und der Liegebank ist auf einem felsigen, verwurzelten Pfad vom See aus zu erreichen. Der Anstieg ist recht steil und mündet nach 160 Höhenmeter auf einen Forstweg. Linkseitig sind nach wenigen Metern der mit einem Geländer gesicherte Seeblick zu finden. Ein atemberaubender Tiefblick auf den See mit seinem Schwingrasen und dem Teichrosengürtel belohnen uns für diesen doch so steilen Aufstieg.

Selbstverständlich führen auch andere Wege zum Huzenbacher Seeblick, ohne diesen steilen Felsenpfad benutzen zu müssen. Es ist auch möglich zum Huzenbacher See zu gelangen ohne auf dem Pfad nach unten steigen zu müssen. Man geht einfach auf den Forstwegen der Beschilderung zum Huzenbacher See nach.

Wandern oder mit Mountainbike zum Huzenbacher See

Mehrere Rundwanderungen zum Huzenbacher See sind möglich, ob von der S-Bahn-Haltestelle Huzenbach aus, oder von der Kurverwaltung vorbei an der Wasssertretanlage durch das Seebachtal.

Natürlich erreicht man den Huzenbacher See auch mit dem Mountainbike, allerdings müssen ein paar knackige Anstiege in Kauf genommen werden.

Wie viele Karseen gibt es noch

Am Ende der Eiszeit hatte es allein im Nordschwarzwald mehr als 100 Karseen gegeben. Im Laufe der Zeit sind die meisten zugewachsen und verlandet, heute als Moore bekannt. Nur wenige der Karseen sind noch übrig. Ellbachsee, er war bereits verlandet, und Buhlbachsee sind nur dank künstlich herbei geführter Aufstauungen noch vorhanden.

Die Orte an denen es früher Karseen gab kann man auch an den Gewannbezeichnungen auf Karten sehen, die Gewannnamen geben noch heute Rückschlüsse auf die frühere Nutzung, Lage oder Beschaffenheit des bezeichneten Gebietes.

Bezeichnungen wie "Blinder See" oder "Weiher" zeigen, dass hier noch vor wenigen Jahrhunderten ein See bestand. "Misse" bezeichnet eine sumpfige Stelle. Die Moore, die einst vielleicht ein Karsee waren sind aber fast alle entwässert und mit Fichten bepflanzt worden.
Zwölf erhaltene Karseen besitzt der gesamte Schwarzwald heute noch, es sind:

Zwölf erhaltene Karseen besitzt der Schwarzwald heute noch, es sind:

Karseen im Nordschwarzwald

Herrenwieser See, Gemarkung Forbach-Herrenwies im Landkreis Rastatt
Schurmsee, Gemarkung Forbach, Landkreis Rastatt ca. 4 Kilometer entfernt ist der Blindsee
Huzenbacher See, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Wilder See, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Mummelsee, Gemarkung Seebach, direkt an der Schwarzwaldhochstraße, Landkreis Ortenaukreis
Ellbachsee, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Buhlbachsee, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Sankenbachsee, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Glaswaldsee, Gemarkung Bad Rippoldsau-Schapbach Landkreis Freudenstadt

Karseen im Südschwarzwald

Feldsee, Gemarkung Hinterzarten, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Titisee, Landkreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Nonnenmattweiher, Gemarkung Neuenweg, Landkreis Lörrach

Informationen zum Urheberecht

Die in diesem Artikel eingestellten Bilder dürfen unverändert und unter Angabe der Quelle kopiert und zum Zweck der öffentlichen Berichterstattung in allen Medien weiterverarbeitet werden.

Wir werden bei jedem Besuch neue Bilder machen und so die Entwicklung des Sees nach dem Sturm verfolgen können, für eine größere Version auf das Bild klicken

Huzenbacher Seeblick, Aufnahmen vom Juli 2018

 

Huzenbacher See 2018Huzenbacher Seeblick 2018


Huzenbacher See, Aufnahmen vom April 2014

 

Huzenbacher See April 2014Huzenbacher SeeHuzenbacherseeHuzenbacher See NordschwarzwaldWanderung Huzenbacher Seewandern zum Huzenbacher SeeBilder vom Huzenbacher SeeHuzenbacher See nach SturmschadenHuzenbachersee RundwanderungHuzenbacher See im SchwarzwaldWandern NordschwarzwaldHuzenbacher See BaiersbronnSchwarzwald KarseeSchwarzwaldseeKarsee im SchwarzwaldEnten im Huzenbacher SeeFrösche im Huzenbacher SeeFrosch im Huzenbacher SeeHuzenbacher SeeWildenten Schwingrasen Huzenbacher See


Huzenbacher Seeblick, Aufnahmen vom April 2014

 

Huzenbacher SeeblickSchutzhütte Huzenbacher SeeblickRastplatz Huzenbacher SeeblickAussicht Huzenbacher SeeHuzenbacher Seeblick KarseeHütte beim Huzenbacher SeeblickBlick auf den Huzenbacher SeeHuzenbacher Seeblick SchwarzwaldGedenkstein Huzenbacher SeeblickHimmelsliege Huzenbacher SeeblickHuzenbacher See - Aussicht im Schwarzwald

Huzenbacher Seeblick, Aufnahmen vom Juni 2013

Huzenbacher See 2013Huzenbacher Seeblick 2013

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 News zum Thema Huzenbacher See, Aufnahmen vom Juli 2012:

Baiersbronn 01.07.2012 Huzenbachsee mit Sturmschäden

Nach Unwetterschäden Wandereinschränkungen im Bereich Baiersbronn-"Tonbach" Rinkenturm, Huzenbachsee

Am Samstag, 30. Juni 2012 sorgte ein heftiges Unwetter im Raum Baiersbronner Wanderhimmels für teilweise nur unter Lebensgefahr passierbare Wanderwege. Die Holzfällaufräumarbeiten nach dem Sturm durch Baiersbronner Einsatzkräfte läuft auf Hochtouren.

Nicht nur das Waldgebiet Röt, Baiersbronn-Obertal und hinteres Tonbachtal im Forstbezirk Baiersbronn wurde stark betroffen als am 30. Juni 2012 ein Gewittersturm darüber hinwegzog, sondern auch der Huzenbacher See wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Das des beliebten Ausflugsziels ist nicht zu erreichen, da umgeknickte Bäume die Wege versperren. Auch der Pfad vom Huzenbacher Seeblick hinab zum See ist nicht passierbar. Es besteht Lebensgefahr und die Sperrbezirke sollten deshalb auf keinen Fall betreten werden, das gesamte Gebiet ist großräumig gesperrt.

Huzenbachsee mit Sturmschädenhutzenbach see hütte hutzenbach seehutzenbach see hutzenbach seehutzenbach see hutzenbach seehutzenbach see

 



Quellen
100 Jahre Bannwald Wilder See Schriftenreihe FORST BW Band 85
Baiersbronn vom Königsforst zum Luftkurort - Wegrahistorik-Verlag Stuttgart
http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/In_Deutschland_ausgestorbene_Arten_06_09.pdf
http://www4.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/265578/isf_arbeitsbericht_2015.pdf?command=downloadContent&filename=isf_arbeitsbericht_2015.pdf
http://epic.awi.de/36566/24/Roesch_2012.pdf
http://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/pages/download/get;jsessionid=DB9D5E38A6C28809B717176B65111B89.public5?file=rep3047599470764843631.pdf&mimetype=application/pdf
https://www.leo-bw.de/web/guest/themen/natur-und-umwelt/seen/karseen
http://www.stoppt-die-wanderhuette-am-silberberg.de/Download/Landschaftsschutzgebiet_Huzenbacher-See_Schoenmuenz_und_Langenbachtal.pdf
https://nationalpark.blog/sagenhaftes-und-erdgeschichtliches/
https://www.leo-bw.de/web/guest/themen/natur-und-umwelt/seen/karseen
Managementplan für das FFH-Gebiet 7415-311 „Wilder See ...
http://www.badische-heimat.de/heft/reprint/1960_3_eiszeit.pdf
Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg - Bodenversauerung - Ursachen, Auswirkungen, Maßnahmen Kurzfassung einer Literaturstudie
https://www4.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/17040/bodenversauerung_kurzfassung.pdf?command=downloadContent&filename=bodenversauerung_kurzfassung.pdf
Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg - Amphibien und Gewässerversauerung 2002
http://fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/94762/U64-M332-J02.pdf?command=downloadContent&filename=U64-M332-J02.pdf&FIS=91063
https://www.sedimentologie.uni-freiburg.de/staff/Hemmerleetal.2016Nat_Forsch_Freiburg.pdf
https://www.sedimentologie.uni-freiburg.de/staff/Hemmerleetal.2016Nat_Forsch_Freiburg.pdf
http://www.zobodat.at/pdf/Jh-Ver--vaterl-Naturkunde-Wuerttemberg_63_Beilage_0001-0041.pdf
https://www.sedimentologie.uni-freiburg.de/staff/Hemmerleetal.2016Nat_Forsch_Freiburg.pdf
https://www.eg-quaternary-sci-j.net/18/51/1967/egqsj-18-51-1967.pdf
https://opus.htwg-konstanz.de/frontdoor/deliver/index/docId/1074/file/umweltdaten_2015.pdf

 

Details

Karsee Schurmsee im SchwarzwaldDie Karseen im Schwarzwald

Die stillen, dunklen Karseen am Fuße steiler Berghänge sind immer ein besonderes Highlight für Besucher. Die oftmals geheimnisvollen Seen über die es fast immer Sagen, Legenden und Geschichten gibt, sind Überbleibsel aus der letzten Eiszeit. Sie entstanden in der letzten Kaltphase im Alpenraum, der Würmeiszeit, diese begann vor rund 100.000 Jahren und war erst vor etwa 12.000 Jahren zu Ende. Die mittlere Temperatur im Schwarzwald lag damals 8 bis 10°C niedriger als heute, das sorgte in den Höhenlagen für Dauerfrost und Gletscher.

Unsere Welt war nicht immer so warm wie sie es heute ist, der Begriff Klimawandel ist auch nicht neu, nur geht der von Menschen gemachte Klimawandel halt nur sehr viel schneller. In den vergangenen zweieinhalb Millionen Jahre kam es immer wieder zu einem Wechsel zwischen Eiszeiten, auch als Kaltzeiten oder Glazialen benannt, und Warmzeiten auch Interglazialen benannt. Meist dauerten die verschiedenen Eiszeiten etwa 100 000 Jahre. Die Warmzeiten dagegen nur 10 000 bis 20 000 Jahre.

Die Erforschung der Karseen

Lange Zeit galten die Kare im Schwarzwald, die nicht immer einen See hervorbrachten oder dessen Oberfläche schon lange verlandet ist, als Ergebnis von Bergstürzen oder Abrutschungen. Erst im Jahr 1894 wurde erkannt, dass sie eiszeitliche Erscheinungen darstellen. Der Österreicher Eduard Richter, Gletscherforscher und Alpinist erkannte 1896 die Entstehung der Karwand und Karmulde im Zusammenhang mit Schneeverdichtungen und Frostwirkung am Felsen. Wie sie genau entstanden sind, das sollte erst in den nächsten Jahrzehnten herausgefunden werden.

Wie entstanden die Karseen

Entstanden sind die Kare durch Niederschläge in Form von Schnee, der sich zumeist an den sonnenabgewandten Hängen der Berge sammelte. Im Schwarzwald waren sie meist nord- bis ostwärts ausgerichtet, so dass sich zusätzlich herangewehter Schnee zu Firnschnee akkumulieren konnte.
Vor etwa 12.000 Jahren endete die letzte Kaltphase im Alpenraum, die angewachsenen Gletscher wurden durch Niederschläge immer dicker und schwerer. Die Schneekristalle verdichteten sich durch wiederholtes Auftauen und Wiedergefrieren, auch unter dem Druck der Masse. Ab einen bestimmten Druck, fingen die Schnee- und Eismassen an sich zu bewegen, der Gletscher kam ins Rutschen.

Die talwärts rutschende Masse und die mitgeführten Gesteinsbrocken schleiften dabei den Hang hinab, die Bewegung erfolgte nicht schnell, nur langsam kroch die Schneemasse talwärts. Was nicht fest war, viel Gestein war bereits durch Frosteinwirkung gesprengt, wurde mit dem Gletscher nach unten gerissen, wo die Masse eine Mulde, die Karmulde in den Boden drückte. Das mitgeschleifte Geröll sammelte sich am unteren Rand als Geröllwand an.

Die Mulde füllte sich mit dem Schmelzwasser und Wasser aus Quellen und Bächen die oberhalb des Hanges austraten, es entstand ein Karsee.
Wie tief die Mulde und wie groß die Moräne wurde entschied dabei das Gefälle am Hang aber auch die Form der Masse. Schnee besaß nicht die gleiche Kraft wie Eis, nicht jeder Kar konnte sich so zur idealen runden Form ausbilden.

Da die Waldgrenze, also die Berghöhe bis zu der Bäume wachsen während der Eiszeit im Schwarzwald bei etwa 150 Meter lag, somit keine Bäume den Schnee bremsten, wurde das Rutschen der Gletscher nicht abgebremst. Auch dauerte der Prozess der zu einem Kar führte einige Jahrzentausende, vielleicht auch die volle Eiszeit.

Am deutlichsten hatte sich im Schwarzwald das Biberkessel-Kar gebildet, das Kar liegt unterhalb der Hornisgrinde, dem höchsten Berg im Nordschwarzwald. Die Höhenlage und die steile Hanglage sorgten für einen besonders großen Gletscher. Leider ist der Karsee im großen Biberkessel vermutlich schon vor 2.000 Jahren verlandet.

Schon mit der Entstehung eines Karsees setzte die Verlandung ein, auch gruben sich im Laufe der Zeit die Abflüsse der Seen immer tiefer in die Endmoräne ein, was natürlich zu einem absenken des Wasserspiegels führte. So sind die meisten Karseen im Schwarzwald schon wieder lange wieder verschwunden.
Nur noch zwölf Karseen im Schwarzwald sind erhalten geblieben, einige nur durch das Eingreifen der Menschen. So wurde der Huzenbacher See wieder etwas aufgestaut, der Ellbachsee dagegen weiter abgesenkt.

Der Wildsee beim Ruhestein wurde als Auffangbecken für Schmelzwasser verwendet, dafür wurde der Wasserspiegel Ende des 19. Jahrhunderts zunächst gesenkt. Rund 20 Jahre später wurde beim Wiederaufstauen zu viel Wasser in den See gelassen so dass die Hochmoorvegetation überflutet und geschädigt wurde.

Warum gibt es im Nordschwarzwald so viele Kare

Verantwortlich dafür, dass es im Nordschwarzwald viel mehr Kare und somit Karseen gibt als im Südschwarzwald ist der weiche Untergrund. Im Nordschwarzwald gab es nach der Eiszeit 129 Kare, im Südschwarzwald dagegen nur 20 Kare.

Im Nordschwarzwald liegt auf dem Grundgebirge eine oftmals mehrere hundert Meter dicke Schicht aus "weichem" Buntsandstein. Der Sand des Buntsandstein wurde zu Beginn des Mesozoikums (vor ca. 250 Millionen Jahren), also noch vor der Bildung des Oberrheingrabens und der Gebirge von Flüssen in einem Becken abgelagert, das sich bis nach Norddeutschland erstreckte.

Buntsandstein ist ein Sedimentgestein, es besteht überwiegend aus Quarzsand. Böden, die darauf entstehen sind sehr sauer und nur wenig fruchtbar. Im Nordschwarzwald ist das Gebiet des Buntsandstein in den Höhenlagen weitgehend bewaldet, oder es wurde von den Menschen zur Beweidung benutzt. Dazu mehr siehe Grinden im Nordschwarzwald.

Im Südschwarzwald liegt der Boden auf dem Kristallinen Grundgebirge auf, hier wird der Boden in den Höhenlagen aufgrund seiner Fruchtbarkeit auch für die landwirtschaftliche Produktion benutzt. Wohl der Hauptgrund warum der Nationalpark heute im Nordschwarzwald liegt.

Das Wasser in den Karseen im Nordschwarzwald

Der geologische Untergrund im Nordschwarzwald besteht also überwiegend aus dem mittlerem Buntsandstein. Der ist sehr sauer und nährstoffarm. So sind die Gewässer auf dieser Schicht stark sauer (pH < 5). Eine Ausnahme bildet der Ellbachsee, er liegt auf einer Schicht des oberen Buntsandstein seine pH-Werte liegen zwischen 5 und 7.

In den Jahren 1985 bis 1992 wurden in 44 Seen Baden-Württembergs die pH-Werte von Wasser und Sedimenten gemessen. Hierbei hat sich gezeigt, die Karseen im Nordschwarzwald sind mit pH-Werten zwischen 4,3 und 5,3 besonders stark versauert, dazu gehören Herrenwieser See, Schurmsee , Buhlbachsee, Huzenbacher See und Mummelsee. Die braune Färbung der Karseen im Schwarzwald kommt übrigens durch Huminstoffe die ins Wasser gespült werden.

Die Karseen sind Heimat einiger Amphibien

Es gibt weltweit über 1800 Amphibienarten, in Deutschland sind davon lediglich sechs Schwanzlurcharten und 14 Froschlurcharten wirklich heimisch, nicht wirklich viel. Wer Glück hat kann im Buhlbachsee die Wanderung der Grasfrösche miterleben, im Huzenbachersee ist es die Wanderung der Erdkröten, die ihre jährliche Wanderung zur Fortpflanzung vorführen. Es wurde festgestellt, dass die Bestände der Amphibien seit 1987 insgesamt zugenommen hat.

Bei den Molchen sieht es ähnlich aus, gegenüber 1987 zeigt der Ellbachsee, Herrenwiesersee, Huzenbachersee und der Schurmsee bei Berg- und Fadenmolch ein Vielfaches an Jungtieren an.

Wieviel Karseen gab es und gibt es noch

Am Ende der Eiszeit hatte es allein im Nordschwarzwald mehr als 100 Karseen gegeben. Nur wenige der Karseen sind noch übrig, der Ellbachseem, er war bereits verlandet und der Buhlbachsee nur dank künstlich herbei geführten Aufstauungen erhalten.
Die meisten ehemaligen Karseen wurden von Sedimenten zugeschüttet, von Pflanzen überwachsen, sie sind somit verlandet, heute sind sie als Moore bekannt. Trotzdem ist der Nordschwarzwald das Gebiet mit den meisten Karen Mitteleuropas.
Die Orte an denen es früher Karseen gab kann man auch an den Gewannbezeichnungen auf Karten sehen, die Gewannnamen geben noch heute Rückschlüsse auf die frühere Nutzung, Lage oder Beschaffenheit des bezeichneten Gebietes.

Bezeichnungen wie "Blinder See" oder "Weiher" zeigen das hier noch vor wenigen Jahrhunderten ein See bestand, "Misse" bezeichnet eine sumpfige Stelle, die Moore die einst vielleicht ein Karsee waren sind aber fast alle entwässert und mit Fichten bepflanzt worden.

Zwölf erhaltene Karseen besitzt der Schwarzwald heute noch, es sind:

Karseen im Nordschwarzwald

Herrenwieser See, Gemarkung Forbach-Herrenwies im Landkreis Rastatt
Schurmsee, Gemarkung Forbach, Landkreis Rastatt ca. 4 Kilometer entfernt ist der Blindsee
Huzenbacher See, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Wilder See, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Mummelsee, Gemarkung Seebach, direkt an der Schwarzwaldhochstraße, Landkreis Ortenaukreis
Ellbachsee, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Buhlbachsee, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Sankenbachsee, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Glaswaldsee, Gemarkung Bad Rippoldsau-Schapbach Landkreis Freudenstadt

Karseen im Südschwarzwald

Feldsee, Gemarkung Hinterzarten, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Titisee, Landkreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Nonnenmattweiher, Gemarkung Neuenweg, Landkreis Lörrach

Weitere interessante Seen im Schwarzwald

Blindensee bei SchonachBlindensee bei Schonach
Etwa 4 Kilometer von Triberg entfernt liegt eines der wenigen noch intakten wachsenden Hochmoore im Schwarzwald. Es liegt auf einem Granitmassiv zwischen Schönwald und Schonach, somit also im Bereich des mittleren Schwarzwaldes. Das Naturschutzgebiet "Blindensee" auf Gemarkung Schönwald wurde mit Verordnung vom 2. März 1960 unter Schutz gestellt.



HohlohseeDer Hohlohsee mit seinem Hochmoor auf dem Kaltenbronn
Kaltenbronn mit seinem Natur- und Waldschutzgebiet südöstlich von Gernsbach im Murgtal ist eines der beliebtesten Ausflugsziele des Nordschwarzwaldes, das liegt natürlich auch an der urwüchsigen Hochmoorlandschaft mit den Seen Wildsee, Hornsee sowie kleiner und großer Hohlohsee. Die umliegende Moorlandschaft der Seen ist das größte naturbelassene Hochmoorgebiet Deutschlands.

 

WildseeDer Wildsee und Hornsee mit Hochmoor auf dem Kaltenbronn
Kaltenbronn mit seinem Natur- und Waldschutzgebiet südöstlich von Gernsbach im Murgtal ist zu allen Jahreszeiten ein beliebtes und stark frequentiertes Erholungsgebiet. Das liegt natürlich auch an der im Bannwald liegenden urwüchsigen Hochmoorlandschaft mit den Seen Wildsee, Hornsee sowie kleiner und großer Hohlohsee. Die umliegende Moorlandschaft der Seen ist das größte naturbelassene Hochmoorgebiet Deutschlands.

 

Grindenhochfläche Nationalpark SchwarzwaldGrindenhochflächen und Hochmoore im Nordschwarzwald
Entstanden sind die Grindenflächen aufgrund der stetig wachsenden Bevölkerungszahlen im Mittelalter, die einen großen Bedarf an Holz und Weideflächen verlangte. Nach Einstellen der Beweidung in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts bestand die Gefahr, dass die offenen Flächen wieder zu Waldflächen werden.

 


Rasenbinsen-Hochmoor auf der HornisgrindeWie entsteht ein Hochmoor
Die Entstehung eines Hochmoores entspricht anfangs dem eines Niedermoors, die obere, von lebenden Pflanzen durchwurzelte Torfschicht wird jedoch ausschließlich mit Regenwasser versorgt, Nährstoffe kommen (fast) nur aus Stäuben aus der Luft. Die Bildung eines Hochmoors erfordert ein feucht-kühles Klima mit hohen Niederschlägen, siehe da... auf dem Kaltenbronn und der Hornisgrinde gibt es überdurchschnittlich hohe Niederschlagsmengen, sie gehören zu den niederschlagreichsten Gegenden des gesamten Schwarzwaldes..



Informationen zum Urheberecht

Die in diesem Artikel eingestellten Bilder dürfen unverändert und unter Angabe der Quelle kopiert und zum Zweck der öffentlichen Berichterstattung in allen Medien weiterverarbeitet werden.

 

Quellen
100 Jahre Bannwald Wilder See Schriftenreihe FORST BW Band 85
http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/In_Deutschland_ausgestorbene_Arten_06_09.pdf
http://www4.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/265578/isf_arbeitsbericht_2015.pdf?command=downloadContent&filename=isf_arbeitsbericht_2015.pdf
http://epic.awi.de/36566/24/Roesch_2012.pdf
http://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/pages/download/get;jsessionid=DB9D5E38A6C28809B717176B65111B89.public5?file=rep3047599470764843631.pdf&mimetype=application/pdf
https://www.leo-bw.de/web/guest/themen/natur-und-umwelt/seen/karseen
http://www.stoppt-die-wanderhuette-am-silberberg.de/Download/Landschaftsschutzgebiet_Huzenbacher-See_Schoenmuenz_und_Langenbachtal.pdf
https://nationalpark.blog/sagenhaftes-und-erdgeschichtliches/
https://www.leo-bw.de/web/guest/themen/natur-und-umwelt/seen/karseen
Managementplan für das FFH-Gebiet 7415-311 „Wilder See ...
http://www.badische-heimat.de/heft/reprint/1960_3_eiszeit.pdf
Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg - Bodenversauerung - Ursachen, Auswirkungen, Maßnahmen Kurzfassung einer Literaturstudie
https://www4.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/17040/bodenversauerung_kurzfassung.pdf?command=downloadContent&filename=bodenversauerung_kurzfassung.pdf
Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg - Amphibien und Gewässerversauerung 2002
http://fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/94762/U64-M332-J02.pdf?command=downloadContent&filename=U64-M332-J02.pdf&FIS=91063
https://www.sedimentologie.uni-freiburg.de/staff/Hemmerleetal.2016Nat_Forsch_Freiburg.pdf
https://www.sedimentologie.uni-freiburg.de/staff/Hemmerleetal.2016Nat_Forsch_Freiburg.pdf
http://www.zobodat.at/pdf/Jh-Ver--vaterl-Naturkunde-Wuerttemberg_63_Beilage_0001-0041.pdf
https://www.sedimentologie.uni-freiburg.de/staff/Hemmerleetal.2016Nat_Forsch_Freiburg.pdf
https://www.eg-quaternary-sci-j.net/18/51/1967/egqsj-18-51-1967.pdf

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buhlbachseeBuhlbachsee im Nationalpark Schwarzwald     Google Maps

Der Buhlbachsee ist einer von fünf Karseen auf Baiersbronner Gemarkung. Beinahe unscheinbar schmiegt sich der Buhlbachsee an seine etwa 120 m hohe Karwand. Hier befindet sich einer der wenigen Orte im Schwarzwald, der auch heute noch eine vollkommene Heile-Welt-Romantik ausstrahlt.

Es ist dem Buhlbachsee bereits anzusehen, dass er zunehmend verlandet. Mit der Zeit wird sich aus dem Buhlbachsee ein Niedermoor und darauf folgend ein Hochmoor bilden. Bereits jetzt schwimmt mitten im See eine mit Moorbirken bewachsene Verlandungsinsel, die diesen verträumten Karsee zu einer Besonderheit macht, zu einem Idyll in unberührter Natur. Seit Eröffnung des Nationalparks gilt auch hier das Motto: Natur Natur sein lassen.

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Führungen und Exkursionen im Nationalpark Schwarzwald

buhlbachseeWo liegt der Buhlbachsee

Der Buhlbachsee befindet sich wie auch die beiden Karseen Huzenbacher See und Wilder See im südlichen Teilgebiet des Nationalpark Schwarzwald. Genauergesagt am Südwestrand der Gemarkung von Baiersbronn auf etwa 790 Höhenmeter. Bemerkenswert hier, fünf von zehn Karseen im Nordschwarzwald liegen auf Baiersbronner Gemarkung. Seine Wasserfläche wird mit 2.2 Hektar, aber auch mit 1.3 Hektar angegeben, beim kleineren Wert dürfte wohl die verlandete Fläche abgezogen worden sein. Die Wassertiefe wird mit maximal 3,5 bis 4,5 Meter angegeben. Der Karsee ist ca. 200 Meter lang und 160 Meter breit. Seine eigentliche kreisrunde Form wurde durch die künstlich herbeigeführte Aufstauung zu einer birnenähnlichen Form verändert.

Wie ist der Buhlbachsee entstanden

Während der letzten Eiszeit, in unserer Region der Würmeiszeit, wurde der See von einem Eisgletscher gebildet. Die Würmeiszeit begann vor etwa 115.000 Jahren. In dieser langen Zeit hatte sich hier am Berghang östlich des Schliffkopf-Höhenzugs eine gewaltige Schneemasse durch Niederschläge und heran gewehtem Schnee (Firn) angesammelt. Die mittlere Temperatur im Schwarzwald war damals etwa 8 bis 10°C niedriger als heute. So kann in den Höhenlagen der Schnee auch im Sommer nicht schmelzen.

See im Nationalpark SchwarzwaldGegen Ende der Eiszeit in der es langsam wärmer wurde, etwa vor 11.700 Jahren, bildeten sich auf dem Gletscher, aber auch unterhalb des Gletschers durch Abtauen des Eises Gletscherströme. Frostsprengungen durch eindringen und gefrieren von Wasser ins Gestein lösten viel Material von der Wand, darunter viele kleine Steine aber auch große Felsen. Es war die Zeit in der viele der Blockhalden im Schwarzwald entstanden.

Die Gletscherströme sorgten für einen Schmelzwasserfilm, der Gletscher begann aufgrund seines Eigengewichtes langsam in Richtung Tal zu bewegen. Dabei gab die 120 Meter hohe Karwand Steine, Geröll und Erde frei, der Gletscher nahm alles mit und hobelte dabei eine tiefe Mulde in den Hang.

Am Ende der Mulde verlor sich die Kraft des Gletschers, das mitgerissene Gesteinsmaterial blieb als Endmoräne liegen. Es bildete sich so etwas wie ein natürlicher Staudamm indem sich durch Regen und dem Schmelzwasser sowie Wasser aus Quellen und Bächen, die oberhalb des Hanges austraten ein See bildete. Im Verlauf der Jahrtausende sorgte von der Karwand herabfallender Schutt dafür, dass die Böschung am Fuß der Karwand flacher wurde.

Buhlbachsee SchwarzwaldDas Wasser im Buhlbachsee

Das Wasser im Buhlbachsee wird durch im Wasser gelöste Huminstoffe braun gefärbt, diese lassen es dunkel und trüb erscheinen. Er speist sich aus dem Wasser des Buhlbach und zwei wohl aus der Karwand austretenden Quellen. Der Buhlbach tritt an der gegenüberliegenden Moräne wieder aus, er geht ein in die Rechtmurg, weiter zum Rhein der ja bekanntlich in die Nordsee mündet.

Der geologische Untergrund im Nordschwarzwald besteht überwiegend aus dem mittleren Buntsandstein. Dieser ist extrem kalk- und basenarm und somit sehr sauer und nährstoffarm weshalb die Gewässer auf dieser Schicht stark sauer sind. Messungen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg zeigen, dass die Karseen im Nordschwarzwald stark sauer sind. So zeigen Proben im Jahr 2002 einen PH Wert 4,68 - 5,63, dem gegenüber stehen Proben von 1987, die einen PH Wert von 4,5 angeben. Die Gewässerversauerung geht also deutlich zurück, aber Entwarnung im Hinblick auf Amphibien-vorkommen kann noch nicht gegeben werden.

Buhlbachsee KarseeDer Karsee zur Zeit der Holznutzung

Auch der Buhlbachsee wurde wie andere Karseen im Schwarzwald im 18. bis Ende des 19. Jahrhunderts als Stausee (Schwallung) genutzt um das Holzflößen zu ermöglichen. Die heute vorhandene Schwingraseninsel mit Moorbirken entstand so um ca. 1896 durch Zerstörung der Torfmoosdecke beim Wiederbefüllen nach Ablassen des Sees.

Zum Holzflößen wurde das Wasser des Sees aufgestaut und mit gefällten Baumstämmen gefüllt. War der See ausreichend gefüllt wurde der Abfluss geöffnet und die Stämme abwärts geflößt. Von hier ging das Holz des Schwarzwaldes über den Rhein bis hin nach Amsterdam. In Holland wurde das Holz der mächtigen Tannen als Masten der Schiffe verwendet, auch stehen große Teile der Stadt Amsterdam auf dem Holz aus dem Schwarzwald.

Wie sieht die zukünftige Entwicklung des Buhlbachsee aus

Der Buhlbachsee im Nationalpark Schwarzwald wird ohne zutun des Menschen verlanden wie schon der Karsee im Biberkessel vor etwa 2.000 Jahren, auch der Buhlbachsee war schon einmal verlandet. So fand das Wasser des Sees nach dem Wiederauffüllen im Jahr 1896 unterirdische Wege um den See zu leeren.

Fritz Fezer schreibt 1957 in "Eiszeitliche Erscheinungen im nördlichen Schwarzwald" über den verlandeten See" der Buhlbachsee besaß sogar im trockenem Sommer 1949 noch einige Wasserlachen und soll jetzt wieder in seiner alten Fläche aufgestaut werden" An anderer Stelle schreibt er "Die Mooroberfläche des Buhlbachsees treppt sich, wenn man sie etwa zu einem Drittel überquert hat, plötzlich um 1,5 Meter ab. Dort ist sie offensichtlich auf einen tieferen Seespiegel eingestellt gewesen. Der Seebach muß also den Abfluß plötzlich um diesen Betrag tiefer gelegt haben."

In den 1960er Jahren wurde der nahezu verlandete Karsee wohl wieder aufgestaut, so schreibt Adolf Zienert "Vogesen und Schwarzwald-Kare" im Dezember 1967 "Der neuerdings wieder etwas aufgestaute Buhlbachsee wird von mächtigen b -Moränen umgeben." 1975 wurden laut LEO-BW Teile des Sees zu seiner Erhaltung ausgebaggert.

Ohne die künstlichen Aufstauungen würde der Buhlbachsee also schon heute nicht mehr bestehen, aber so bleibt einer der schönsten Karseen im Nordschwarzwald hoffentlich noch lange als Lebensraum zahlreicher Tier und Pflanzenarten erhalten.

Nationalpark BuhlbachseeDie Flora und Fauna am Buhlbachsee

Der See und seine Umgebung bietet zahlreichen spezialisierten Tier und Pflanzenarten, darunter einige auf der Roten Liste stehende Arten, geeigneten Lebensraum. An Amphibien sind das der Grasfrosch (die Wanderung der Grasfrösche am Buhlbachsee ist für uns jedes Jahr ein Grund den See zu besuchen....), der Bergmolch und der Fadenmolch. Untersuchungen des Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg zeigten von 1987 bis 2012 bei Amphibienpopulationen eine deutliche Zunahme. Im Jahr 2012 erstmals wieder Populationen der Erdkröte, der säure- empfindlichsten Amphibienart im Buhlbachsee.

Bis Ende 2015 lagen (Mercuriale - Libellen in Baden -Württemberg) im Bereich des Nationalpark Schwarzwald Nachweise für 21 Libellenarten vor. Am Buhlbachsee wurden viele davon vorgefunden. Das sind mit deutscher Bezeichnung die Gemeine Binsenjungfer, Hufeisen-Azurjungfer, Gemeine Becherjungfer, Kleines Granatauge, Frühe Adonislibelle, Blaugrüne Mosaikjungfer, Torf-Mosaikjungfer, Große Königslibelle, Falkenlibelle, Glänzende Smaragdlibelle, Kleine Moosjungfer, Vierfleck und die Schwarze Heidelibelle.

Erfreulich auch das Brutvorkommen des Zwergtauchers, beim Buhlbachsee gab es einen Anstieg des Brutbestandes von einem Paar 1986 auf zwei Paare 1987 bis 1989 und drei Paare 1990 sowie 1991.

Martin Boschert und Marc Förschler zeigen in ihrer Zusammenfassung der Verbreitung, Brutvorkommen und Bestandsentwicklung des Zwergtauchers (Tachybaptus ruficollis) im Nordschwarzwald von 1994 bis 2000.

Der Bestand des Zwergtauchers im Nordschwarzwald schwankte in den Jahren von 1996 bis 2000 zwischen 14 und 20 Paaren und scheint sich auf diesem Niveau zu stabilisieren. 1993 und 1995 wurde ein Maximum von mindestens 21 Paaren an elf Gewässern erreicht. An zwölf der 26 untersuchten Gewässer gibt es Brutnachweise, einige sind alljährlich besetzt.

Aber auch seltene moortypische Pflanzenarten finden sich am See, charakteristische Arten sind die Schnabel-Segge, Schmalblättriges Wollgras und Torfmoose. Im Schwingrasenmoor gibt es einen großen Bestand des stark gefährdeten Moorbärlapps.

Karseen Nationalpark SchwarzwaldWie viele Karseen gibt es noch

Am Ende der Eiszeit hatte es allein im Nordschwarzwald mehr als 100 Karseen gegeben. Im Laufe der Zeit sind die meisten zugewachsen und verlandet, einige sind aber noch als Moore bekannt. Nur wenige der Karseen sind noch übrig, der Ellbachsee, er war bereits verlandet, der Buhlbachsee nur dank künstlich herbei geführten Aufstauungen.

Die Orte an denen es früher Karseen gab kann man auch an den Gewannbezeichnungen auf Karten sehen, die Gewannnamen geben noch heute Rückschlüsse auf die frühere Nutzung, Lage oder Beschaffenheit des bezeichneten Gebietes.

Bezeichnungen wie "Blinder See" oder "Weiher" zeigenn, dass hier noch vor wenigen Jahrhunderten ein See bestand. "Misse" bezeichnet eine sumpfige Stelle, die Moore die einst vielleicht ein Karsee waren sind aber fast alle entwässert und mit Fichten bepflanzt worden.

Zwölf erhaltene Karseen besitzt der Schwarzwald heute noch, es sind:

Karseen im Nordschwarzwald

Herrenwieser See, Gemarkung Forbach-Herrenwies im Landkreis Rastatt
Schurmsee, Gemarkung Forbach, Landkreis Rastatt ca. 4 Kilometer entfernt ist der Blindsee
Huzenbacher See, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Wilder See, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Mummelsee, Gemarkung Seebach, direkt an der Schwarzwaldhochstraße, Landkreis Ortenaukreis
Ellbachsee, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Buhlbachsee, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Sankenbachsee, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Glaswaldsee, Gemarkung Bad Rippoldsau-Schapbach Landkreis Freudenstadt

Karseen im Südschwarzwald

Feldsee, Gemarkung Hinterzarten, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Titisee, Landkreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Nonnenmattweiher, Gemarkung Neuenweg, Landkreis Lörrach

Wie den Buhlbachsee erreichen

Der See ist zu Fuß oder mit dem Mountainbike zu erreichen, vom Kniebis, von Baiersbronn-Obertal oder von der Schwarzwaldhochstraße her. Der Buhlbachsee ist auf breiten Wegen vom Lotharpfad erreichbar, etwas weiter Richtung Kniebis geht kurz vor der Abzweigung Zuflucht an einem kleinen Parkplatz (Nähe Bärenteich) ein schmaler Pfad (für Mountainbike verboten) die Karwand hinunter.

Ein Rundweg führte noch 2017 um den See, der besteht mittlerweile aber nicht mehr. Ein Wintersturm 2017/18 hat eine Linde quer über den Forstweg geworfen, die wird nicht mehr beseitigt. Nach dem erarbeiteten Wegekonzept für den Nationalpark wird der Rundweg, der die Karwand teilt, zurückgebaut und der Natur überlassen

Informationen zum Urheberecht

Die in diesem Artikel eingestellten Bilder dürfen unverändert und unter Angabe der Quelle kopiert und zum Zweck der öffentlichen Berichterstattung in allen Medien weiterverarbeitet werden.

Quellen
100 Jahre Bannwald Wilder See Schriftenreihe FORST BW Band 85
Baiersbronn vom Königsforst zum Luftkurort - Wegrahistorik-Verlag Stuttgart
Fritz Fezer Eiszeitliche Erscheinungen im nördlichen Schwarzwald

Internet
https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/nbdpfbw/article/viewFile/12124/5970
http://www.fva-bw.de/termine/veranstaltungen/111012bannwald100_afz.pdf
https://www.landkreis-freudenstadt.de/site/Landkreis-Freudenstadt/get/documents_E-2076474416/landkreis-freudenstadt/Objekte/02_Landratsamt/LRA/50/Waldschutzgebiete%20Baiersbronn/Schonwald%20Wilder%20See.pdf
https://www.researchgate.net/publication/286441757_Bannwald_Wilder_See-Hornisgrinde_-_eine_durch_Buchdruckerbefall_getriebene_Walddynamik
http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/wuerdigung/2/2027.htm
http://www.botanik-sw.de/BAS/media/texte/Exkursionsf%C3%BChrer_FlorSoz_2001_72dpi.pdf
https://www.bo.de/wirtschaft/wirtschaft-regional/hollaendertannen-kamen-einst-bis-nach-amsterdam
http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/dissts/Freiburg/Ahrens2002.pdf
https://naturschutz-und-denkmalpflege.projekte.tu-berlin.de/pages/leitfaden-biotopholz/altbaeume-als-lebensraum/lebensphasen.php
https://www.wsl.ch/totholz/holzabbau/index_DE
https://www.planet-wissen.de/kultur/mittelgebirge/schwarzwald/index.html
https://www.researchgate.net/profile/Marc_Foerschler/publication/325037076_Libellen_im_Nationalpark_Schwarzwald/links/5af2bda1aca272bf4259e69f/Libellen-im-Nationalpark-Schwarzwald.pdf?origin=publication_detail
https://www.sedimentologie.uni-freiburg.de/staff/Hemmerleetal.2016Nat_Forsch_Freiburg.pdf
https://www.leo-bw.de/web/guest/themen/natur-und-umwelt/seen/karseen
Managementplan für das FFH-Gebiet 7415-311 „Wilder See ...
http://www.badische-heimat.de/heft/reprint/1960_3_eiszeit.pdf
https://www.sedimentologie.uni-freiburg.de/staff/Hemmerleetal.2016Nat_Forsch_Freiburg.pdf
https://www.eg-quaternary-sci-j.net/18/51/1967/egqsj-18-51-1967.pdf
https://www.leo-bw.de/themen/natur-und-umwelt/seen/buhlbachsee
https://de.wikipedia.org/wiki/Buhlbachsee
http://www.geo.fu-berlin.de/v/pg-net/geomorphologie/glazialmorphologie/Gletscher/Gletscherbewegung/index.html

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Herrenwieser SeeHerrenwieser See         Google Maps

Wer die Romantik liebt sollte sich dieses schöne Fleckchen Erde in der Abgeschiedenheit zwischen Herrenwies und Badener Höhe nicht entgehen lassen. Besonders im Sommer wenn die Seerosen und auch gelbe Teichrosen blühen zeigt sich der Herrenwieser See von seiner schönsten Seite.

Wo liegt der Herrenwieser See

Der Herrenwieser See liegt auf 830 Meter Höhe, auf der Gemarkung Forbach-Herrenwies im Landkreis Rastatt. Der namensgebende Ort Herrenwies liegt an der Wegstrecke etwa 3,4 km südwestlich, die Schwarzenbachtalsperre (bis zur Staumauer) ungefähr 4,6 km Wegstrecke südöstlich. Der See ist in die Ostflanke des 1.001 Meter hohen Seekopf und der 1.002 Meter hohen Badener Höhe eingetieft. Der Herrenwieser ist der nördlichste Karsee des Nordschwarzwaldes und mit nur 1,3 ha Wasserfläche der kleinste der 10 noch bestehenden Karseen.

Herrenwieser See Nationalpark SchwarzwaldWie ist der Herrenwieser See entstanden

Der eiszeitliche Karsee ist ein Relikt der Würmeiszeit, der letzten umfassenden Kaltphase im Alpenraum, sie begann vor rund 100.000 Jahren und war erst vor etwa 12.000 Jahren zu Ende.
Geformt hat diesen Karsee ein Eisgletscher, der Gletscher entstand aus Schnee, der sich an dieser "Kalten Stelle" in vielen zehntausenden Jahren angesammelt hat. Noch heute liegt am Herrenwieser See im Frühjahr Schnee, sogar Wochen nachdem er auf dem in der Nähe liegenden Seekopf und der Badener Höhe schon geschmolzen ist.

Die gewaltige Schneemasse wird durch Druck, auftauen und wiedergefrieren zu einem Eisgletscher verdichtet. Besonders am Ende der Eiszeit, als es wieder wärmer wurde, gefror Regen zu Eis. Wegen seiner gewaltigen Masse und seines Gewichts kam der Gletscher in Bewegung, so dass er an der 170 Meter hohen Karwand entlanggerutschte, dabei riss er Steine, Geröll und Erde mit sich und hobelte eine Mulde in den Hang.

Das Gesteinsmaterial, das der Gletscher mit sich nahm, blieb als Endmoräne am Ende der Mulde liegen. Es bildete sich so etwas wie ein natürlicher Staudamm indem sich durch Regen und das Schmelzwasser sowie Wasser aus Quellen und Bächen, die oberhalb des Hanges austraten ein See bildete. Herabfallender Schutt an der Karwand entstanden durch Verwitterung und Frostsprengung, hat dafür gesorgt, dass die Böschung am Fuß der Karwand flacher wurde.

Der Herrenwieser See ist der kleinste der neun noch vorhandenen Karseen im Nordschwarzwald. Er besitzt eine ovale Form, er ist 176 m lang und 92 m breit, heute etwa 9,5 Meter tief. Seine Wasseroberfläche beträgt etwa 1,2 Hektar, anfangs war der Karsee tiefer und doppelt so groß, was die Moore auf allen Seiten zeigen. Wie jeder Karsee im Schwarzwald ist auch der Herrenwieser See dabei zu verlanden.

herrenwieserseeWie sieht die zukünftige Entwicklung des Herrenwieser See aus

Der Herrenwieser See verlandet, der See wird sich, sofern der Vorgang nicht gestoppt wird zu einem Hochmoor entwickeln. Der Prozess der Verlandung begann schon unmittelbar nach seiner Entstehung. Wasser, das als Schmelz- oder Regenwasser aus dem Hang in den See lief, brachte feinen Sand mit. Von der Hangseite und der Nordseite wuchs schon früh Torfmoos in den See hinein, in einem Zeitraum von vielen tausenden Jahren bildete sich aus abgestorbenen Pflanzenresten eine dicke Torfschicht, die heute den See als Schwingrasengürtel umgibt. Dieser Schwingrasengürtel wird die Wasserfläche des Sees irgendwann komplett eingenommen haben.

Der See wird aus drei in der Karwand austretenden Quellen gespeist. Entwässert wird er über den Seebach, dieser geht in den Schwarzenbach ein, dieser wiederum dann in die
Schwarzenbachtalsperre. Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Ende der Flößerei auf der Murg im Jahr 1913 wurde das Wasser des Sees aufgestaut, um es als Schwallung für die Holzflößerei zu nutzen, dazu wurde er auch mit einem Ablauf versehen.

Karsee im Nationalpark SchwarzwaldDas Wasser im Herrenwieser See

Der geologische Untergrund im Nordschwarzwald besteht überwiegend aus dem mittlerem Buntsandstein. Der ist extrem kalk- und basenarm, somit sehr sauer und nährstoffarm. So sind die Gewässer auf dieser Schicht stark sauer (pH < 5). Der Herrenwieser See ist mit pH-Werten zwischen 4,3 und 5,3 (gemessen in den Jahren 1985 bis 1992) besonders stark versauert.

Sein Wasser wird durch Huminstoffe braun gefärbt, mit Hilfe von paläolimnologischen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass der See wahrscheinlich bereits von Natur aus pH-Werte zwischen 4,5 und 5 aufweist.
Nachdem Mitte des 18. Jahrhunderts der Schwarzwald fast kahlgeschlagen war, wurde die Aufforstung auch beim Herrenwieser See hauptsächlich mit Fichten- und Kiefern betrieben, einhergeht seit dieser Zeit eine deutliche Versauerung des Wassers.

Herrenwieser See Karsee SchwarzwaldDie Flora und Fauna am Herrenwieser See

Das 32 Hektar große Einzugsgebiet des Herrenwieser See ist vollständig bewaldet, der See von einem geschlossenen Wald umgeben. Der Bereich ist weitgehend von menschlichen Einflüssen wie der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung und Industrie ausgenommen.

Das Ufer und der Bereich um den See ist Heimat seltener Pflanzen geworden, so wurde der gesamte See und die Uferzonen mitsamt der Karwand als FFH-Gebiet (gemäß Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) unter Schutz gestellt. Der Bereich des Sees (Umgebender Hochmoorgürtel und Wald, Böschungskante, Seeschleife = 3,6 Hektar FND 82160130004) wurde im Jahr 1992 als flächenhaftes Naturdenkmal eingestuft.

Das Moor am See besteht vorwiegend aus Schnabelseggen-Ried sowie Schwingrasen. Der Schwingrasen besteht aus Torfmoosen mit Moor-Wollgras, Moosbeere, Schnabelsegge, Pfeifengras und Sonnentau. An Stellen mit fortgeschrittener Verlandung finden sich Rauschbeere und etwas Heidekraut. Besonders schön ist ein Teichrosengürtel der an die Vermoorungszone grenzt.

An Tieren findet sich eine große Anzahl wasserliebender Insekten und anderer Tiere am See. Eine Wanderung der Grasfrösche am Buhlbachsee oder eine Krötenwanderung am Huzenbachersee konnten wir leider noch nicht beobachten. Am Herrenwiesersee gibt es eine seit Jahren steigende Amphibien-Population von Grasfröschen, Erdkröten sowie Berg- und Fadenmolchen.

Westweg Herrenwieser See KarseeDas Biotop ist aufgrund der vielen dort ansässigen Tiere, die auf der Roten Liste stehen, und der dazu gehörenden Pflanzengesellschaften als von besonders hohem Wert eingestuft.

In dem so idyllisch gelegenen See glitzert die Sonne, deren Strahlen durch die Bäume hindurch scheinen und auf den Sitzbänken, die auf dem Rundweg um den See angebracht sind, lässt sich so schön ruhen und die Stille auf sich wirken. Am östlichen Ufer des Herrenwieser Sees wachsen zahlreiche Heidelbeerpflanzen, die zu Pflücken es jedoch in diesem Naturschutzgebiet nicht gestattet ist. Auch das Betreten der Uferzone ist verboten, da der Fortbestand von seltenen Pflanzenarten hier gewährleistet sein soll und der See im Laufe der Zeit zunehmend verlanden kann. Erst vor einigen Jahren wurde ein Holzgeländer entlang des hier verlaufenden Pfades zur Absperrung angebracht.

Wie viele Karseen gibt es noch

Am Ende der Eiszeit hatte es allein im Nordschwarzwald mehr als 100 Karseen gegeben. Im Laufe der Zeit sind die meisten zugewachsen und verlandet, heute als Moore bekannt. Nur wenige der Karseen sind noch übrig, der Ellbachsee, der Sankenbachsee und der Buhlbachsee nur dank künstlich herbei geführten Aufstauungen.

Die Orte an denen es früher Karseen gab kann man auch an den Gewannbezeichnungen auf Karten sehen, die Gewannnamen geben noch heute Rückschlüsse auf die frühere Nutzung, Lage oder Beschaffenheit des bezeichneten Gebietes.

Bezeichnungen wie "Blinder See" oder "Weiher" zeigen das hier noch vor wenigen Jahrhunderten ein See bestand, "Misse" bezeichnet eine sumpfige Stelle. Die Moore die einst vielleicht ein Karsee waren sind aber fast alle entwässert und mit Fichten bepflanzt worden.
Zwölf erhaltene Karseen besitzt der Schwarzwald heute noch, es sind:

Karseen im Nordschwarzwald

Herrenwieser See, Gemarkung Forbach-Herrenwies im Landkreis Rastatt
Schurmsee, Gemarkung Forbach, Landkreis Rastatt ca. 4 Kilometer entfernt ist der Blindsee
Huzenbacher See, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Wilder See, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Mummelsee, Gemarkung Seebach, direkt an der Schwarzwaldhochstraße, Landkreis Ortenaukreis
Ellbachsee, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Buhlbachsee, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Sankenbachsee, Gemarkung Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt
Glaswaldsee, Gemarkung Bad Rippoldsau-Schapbach Landkreis Freudenstadt

Karseen im Südschwarzwald

Feldsee, Gemarkung Hinterzarten, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Titisee, Landkreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Nonnenmattweiher, Gemarkung Neuenweg, Landkreis Lörrach

Westweg WanderungWie den Herrenwieser See erreichen

Ob mit dem Mountainbike oder zu Fuß, der Herrenwieser See ist aus verschiedenen Richtungen zu erreichen:

Von der Schwarzenbachtalsperre aus wandernd oder mit dem Mountainbike fahrend, zunächst mit der blauen Raute entlang des Stausees, an dessen Rand viele Bänke zum Verweilen einladen, dann am Ende des Schwarzenbachstausees an der Seebachmündung der Beschilderung mit der roten Raute (Westweg) folgend zum Seebachtal, vorbei am Seebachhof. Neben dem Weg plätschert der Seebach vor sich hin und begleitet den Wanderer bzw. Mountainbikefahrer ein Stück weit des Weges. Der nächste Wegweiser führt mit der roten Raute durch einen überaus felsigen Pfad steil bergauf zu dem als Naturdenkmal ausgewiesenen Herrenwieser See.

Mountainbiker ist es nicht erlaubt den Pfad zu befahren, einfach auf dem Forstweg bleiben und dann links abbiegen. Leider ist hier kein Wegweiser angebracht, der die Richtung zum Herrenwieser See angibt.

Von Sand aus kommend, auf breitem befestigtem Forstweg, vorbei am Naturfreundehaus Badener Höhe bis zum Herrenwieser Sattel. Hier geht es rechts etwa 1,5 km bergauf bis die Badener Höhe mit dem Friedrichsturm erreicht ist. Weiter dann in Richtung Bussemer Stein. Wer hier allerdings mit dem Mountainbike unterwegs ist, wird wohl nicht darum herum kommen, sein Bike ein Stück zu tragen bzw. schieben, da es mehrere Meter über felsiges Gestein leicht abwärts geht und nicht befahren werden darf. Der Pfad trifft dann auf einen breiten Platz. Hier hält man sich mit dem MTB links und fährt den Forstweg abwärts bis zur nächsten Abzweigung an der es dann rechts zum Herrenwieser See geht. Bis zum Herrenwieser See sind es jetzt noch etwa 2 km.

Geht man jedoch zu Fuß weiter Richtung Bussemer Stein führt uns der Westweg am Seekopf über felsigen Pfad zum Zweiseenblick und am Ende des Pfades zum Herrenwieser See.

Ob zu Fuß oder mit dem Mountainbike, in Herrenwies zu starten, man wählt den Weg wenige Meter auf der anderen Seite der Straße unterhalb der Dobelbachbachhütte auf den breiten ausgebauten Forstweg. Es geht mit leichter Steigung stets bergauf in den Wald hinein. Am Talsperren-Seeblick öffnet sich der Wald und schenkt uns eine Aussicht auf den gesamten Schwarzenbachtalsperren-Stausee. Immer diesem Weg folgend kommt man an der Schnitzbockhütte vorbei und ist dann sogleich am so herrlich gelegenen Herrenwieser See.

Nationalpark Schwarzwald SeeUm den Seekopf verläuft im Winter die Herrenwieser Seeloipe.
Der Westweg führt an den Herrenwieser See

An der Abzweigung des Promenadenwegs in Richtung Schwarzenbachtal am Ostufer des Herrenwieser Sees ist eine Schutzhütte zu finden. Diese Hütte eignet sich geradezu um hier eine Rast einzulegen.

Folgt man am Herrenwieser See der Markung des Westwegs mit der roten Raute führt uns ein felsiger steiler Steig nach oben zum Zweiseenblick auf 940 m üNN. Hier gibt der Wald eine einzigartige Sicht auf den Herrenwieser See unterhalb dieser Felsenkanzel frei und ermöglicht zugleich die Aussicht auf den entfernt liegenden Schwarzenbachstausee.

Weiter steigt der Westweg hinauf zum Seekopf auf 1001 m üNN, einem Nebengipfel der Badener Höhe, auf welchem sich der Bussemer Stein, der Gedenkstein an Philipp Bussemer, dem Gründervater des Schwarzwaldvereins Ortsgruppe Baden-Baden, sowie einer Bankgruppe befindet. Hier kann man sich nach dem steilen felsigen Aufstieg wieder etwas ausruhen bevor es weiter zur Badener Höhe geht.

Informationen zum Urheberecht

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Aktuelle News: Baiersbronn 01.07.2012

Huzenbachsee mit SturmschädenNach Unwetterschäden Wandereinschränkungen im Bereich Baiersbronn-"Tonbach" Rinkenturm, Huzenbachsee

Am Samstag, 30. Juni 2012 sorgte ein heftiges Unwetter im Raum Baiersbronner Wanderhimmels für teilweise nur unter Lebensgefahr passierbare Wanderwege. Die Holzfällaufräumarbeiten nach dem Sturm durch Baiersbronner Einsatzkräfte läuft auf Hochtouren.

Nicht nur das Waldgebiet Röt, Baiersbronn-Obertal und hinteres Tonbachtal im Forstbezirk Baiersbronn wurde stark betroffen als am 30. Juni 2012 ein Gewittersturm darüber hinwegzog, sondern auch der Huzenbacher See wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Das des beliebten Ausflugsziels ist nicht zu erreichen, da umgeknickte Bäume die Wege versperren. Auch der Pfad vom Huzenbacher Seeblick hinab zum See ist nicht passierbar. Es besteht Lebensgefahr und die Sperrbezirke sollten deshalb auf keinen Fall betreten werden, das gesamte Gebiet ( war ) großräumig gesperrt.

Bilder vom Huzenbachsee im Juli 2012

 

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Huzenbachsee mit Sturmschäden

hutzenbach see hütte

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  1. Glaswaldsee
  2. Mummelsee

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